Freundes- und Förderkreis – Fahrten

In unregelmäßigen Abständen werden für Freundes- und Förderkreis-Mitglieder Fahrten in andere vogelkundlich interessante Gebiete angeboten. Diese Angebote stehen in unsrem Halbjahresprogramm,  einer Liste am Ende der Unterseite „Veranstaltungen

Vechtetour – auch beim Nachbarn unterwegs

(Manfred Röhlen und Hans-Uwe Schütz)

Die Artenliste (bitte anklicken!) unserer Vechtetour vom Samstag, den 21. Januar 2017 ist mit 65 Arten schon ganz ordentlich für eine Winterexkursion.

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Rieselfelder De Krim bei Coevorden, Turmblick Richtung Südost

Zuerst wurden, jedoch leider erfolglos, die Rieselfelder (Vloeivelden) De Krim aufgesucht. Sie sind,   wenn auch deutlich kleiner als die Rieselfelder Münster, die größten erhaltenen und als Naturreservat geschützten Rieselfelder der Niederlande. Die Wasserflächen waren, wie vielerorts, alle zugefroren.

 

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Rieselfelder De Krim bei Coevorden, Turmblick Richtung Nordost

Doch wenig später präsentierte sich auf der Weiterfahrt eine kleine Überraschung: ca. 320 Zwerg- und Singschwäne grasten auf einer Grünlandfläche direkt neben der Straße bei Gramsbergen, südlich der Rieselfelder De Krim. Darunter ein Zwergschwan mit gelbem Halsring und integriertem Datalogger.

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Fußberingter Zwergschwan aufgenommen im Januar am Niederrhein (Foto: Knut Rickhoff)

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Singschwäne (alt und jung) bei Gramsbergen (Foto: Knut Rickhoff), man beachte die Schnäbel im Vergleich zum Zwergschwan

Der mit dem Datalogger, einem Gerät das mittels GPS (Global Positioning System) die Position des Tieres ermittelt und speichert, versehene Zwergschwan stammt aus einem Projekt von Peter P. de Vries, Netherlands Institute of Ecology (NIOO-KNAW), Department of Animal Ecology. Hier werden seit 2005 Zwergschwäne mit Dataloggern versehen. Nähere Informationen zu diesem Projekt sind auf der Internet-Seite  http://www.cr-birding.org/node/151  zu finden. Leider ist es nicht gelungen die Zahlen-/Buchstabenkombination auf dem Halsring, die quasi einen Personalausweis für so beringte Tiere darstellt, abzulesen. Es wäre bestimmt spannend gewesen zu sehen, wo sich der Vogel schon überall herumgetrieben hat.

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Singschwäne bei Gramsbergen (unteres Foto: Knut Rickhoff)

Alle Wasserflächen waren zugefroren? Nein, zumindest der Laarsche Bruch, ein auf deutscher Seite direkt an der Grenze gelegener weiterer Exkursionspunkt, war im zentralen Bereich noch eisfrei. Hier zeigte sich die ganze Vielfalt an Enten mit acht Arten, und auch Wasserralle und Eisvogel gaben sich die Ehre.

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Entenversammlung am Laarscher Bruch

Diese Konzentration ist allerdings nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass außer einigen Gräben und langsam fließenden Flüssen kaum adäquate Nahrungs-, Lebens- und Schlafplätze für das Wassergefieder vorhanden waren. Am späten Nachmittag wurden hier auch noch die Arten Zwergtaucher und Rohrdommel gesehen.  Trotz fortgeschrittener Dämmerung gelang es Knut Rickhoff tatsächlich noch die Rohrdommel aus dem Schilf am Ostufer des Bruch „herauszukitzeln“.

Leider konnten nicht alle Teilnehmer den späten Abendeinflug im Laarsche Bruch von geschätzt etwa 5.000 Tundrasaatgänsen erleben, die mit großen Geschrei erst eine tolle Flugschau ablieferten, sich dann auf dem Wasser sammelten und schließlich gemeinsam zu einem wo auch immer gelegen Schlafplatz wieder abflogen.

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Tundrasaatgänse über Tundrasaatgänse auf dem Weg von De Krim zum Laarscher Bruch (Foto: Knut Rickhoff)

Ebenso fielen mehr als 30 Singschwäne unter lautem Trompeten auf dem Bruch ein. Später standen sie vor einem tiefroten Abendhimmel auf dem Eis und trompeteten sich noch lange etwas zu. Alles in allem ein grandioses Schauspiel, dass sich hinter keinem Kranicheinflug in der Diepholzer Moorniederung verstecken muss.

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Sonnenuntergang am Laarscher Bruch

 

 

Niederrhein-Fahrt am 23. Januar 2016

Der sehr frühe Abfahrtstermin um 7 Uhr an der Biologischen Station und winterlich kühle Temperaturen im Januar sorgen eigentlich immer dafür, dass die Fahrt zum Niederrhein nicht unbedingt ein Publikumsliebling ist. Zudem kamen im diesem Jahr die bereits mehrere Tage anhaltenden Warnungen vor dem Blitzeis am Samstag Morgen, das dann bedingt durch milde Temperaturen und intensiver vorhergehender Streuung eigentlich kaum zu spüren war.

Insgesamt trafen sich 13 entschlossene Vogelfreunde, um den Morgen mit einer Gänseschau an der Bislicher Insel zu starten.

Große Flutmulde an der Bislicher Insel mit Silberreiher
Große Flutmulde an der Bislicher Insel mit Silberreiher
Teilweise noch an den Rändern zugefroren präsentierten sich die Gewässer an der Bislicher Insel; Blick aus der zweiten Beobachtungshütte
Teilweise noch an den Rändern zugefroren präsentierten sich die Gewässer an der Bislicher Insel; Blick aus der zweiten Beobachtungshütte

Gänse über Gänse war unser Eindruck vom Tag. Allerdings nicht in artreinen größeren Ansammlungen sondern gut gemischt in vielen Grünland-Bereichen. Meist saßen die Weißwangen-Gänse zwischen den Blässgänsen. Einige der selbstgestellten Suchaufträge konnten trotz des typischen „Hans-Dieter-Hüsch-Niederrheinwetters“ (kühl und grauer bis weißer Nebel), erfolgreich abgearbeitet werden. So waren die schön gezeichneten Zwergsäger auf den Gewässern der Bislicher Insel anzutreffen und zwei von wahrscheinlich sechs im Kreis Kleve gemeldeten Singschwänen wurden bei Niedermörmter entdeckt. Allerdings gab es auch erfolgloses Suchen nach Seeadler und Rothalsgans – Aufgaben für die Wiedervorlage im nächsten Jahr.

Blässgänse bei Beek / Rheinfähre Xanten
Blässgänse bei Beek / Rheinfähre Xanten

Ein weiterer Suchauftrag sollte mangels eindeutigem Beleg auch wiederholt werden: die Suche nach den Kurzschnabelgänsen. Dank der Meldung von Martin Temme wurden wir zu einem Acker nahe Louisendorf gerufen und versuchten im dichten Nebel rosa von orangefarbenen Beinchen zu trennen und überfrostete Flügeldecken zu entdecken. Mit nicht ganz eindeutigem Erfolg. Ein späterer Beobachter hat in diesem Trupp wohl eine Zwerggans gefunden und fotografiert (siehe „www.ornitho.de“). Einige der Bläß- und Saatgansansammlungen wurden daraufhin mit den Spektiven abgescannt, aber derer waren es zu viele, um alle wirklich in Augenschein zu nehmen. Ein anderer Beobachter hat an diesem Samstag eine Kurzschnabelgans zwischen Blässgänsen bei Kalkar fotografiert (siehe „www.ornitho.de“).

Bei Louisendorf. Das gute am Nebel: die Gänse sehen uns auch nicht. Man konnte mal aussteigen.
Bei Louisendorf. Das gute am Nebel: die Gänse sehen uns auch nicht. Man konnte mal aussteigen.
Gänseblick bei Louisendorf, dort im Nebel muss die Zwerggans gewesen sein.
Gänseblick bei Louisendorf, dort im Nebel muss die Zwerggans gewesen sein.

Positiv war die zeitweise Teilnahme von Martin Temme und seinen Söhnen, die Mut macht hinsichtlich engagiertem Nachwuchs. Besonders toll auch die aktive Teilnahme von Knut Rickhoff, der nun schon seit Jahren mit seinem Vater an einigen Fahrten des Freundes- und Förderkreises teilnimmt und durch seine Beobachtungen auch manche Art beigesteuert hat.

Martin Temme, Vogelkundler vom Niederrhein in seinem Element
Martin Temme, Vogelkundler vom Niederrhein in seinem Element
Jasper Temme eifert zielstrebig seinem Vater nach.
Jasper Temme eifert zielstrebig seinem Vater nach.
Knut Rickhoff, weiterer Hoffnungsträger beim Vogelkundler-Nachwuchs
Knut Rickhoff, weiterer Hoffnungsträger beim Vogelkundler-Nachwuchs

Am Nachmittag erfreuten noch Große Brachvögel und Kraniche an den Rheinwiesen bei Emmerich die Gemüter.

Es war ein typischer Niederrhein-Tag mit insgesamt 60 verschiedenen Vogelarten sowie mit wärmenden Kaffee und verbrennungsfreundlichem Kuchen zwischendurch.

Nachstehend die Exkursionsliste:

BEOBACHTUNGSBEREICH:Linksrheinischer Niederrhein von der Bislicher Insel bis zum Kaliwal (NL)
DATUM:01/23/2016
ZEIT:9:00 Uhr bis 17:00 Uhr
WETTER:7 Grad C; trüb-bedeckt, später Nebel; schwacher, nachmittags auffrischender Wind aus SW
BEOBACHTER:11 Mitglieder des Freundes- und Förderkreises Rieselfelder MS unter der Leitung von Manfred Röhlen und Uwe Schütz
ARTENZAHL:60
VOGELARTVOGELART
HöckerschwanKranich
Singschwan (2)Blässhuhn
Kanadagans Kiebitz
WeißwangengansGroßer Brachvogel
TundrasaatgansLachmöwe
BlässgansSturmmöwe
GraugansSilbermöwe
Grau- x HausgansHohltaube
NilgansRingeltaube
BrandgansTürkentaube
RostgansGrünspecht
SchnatterenteElster
PfeifenteDohle
KrickenteSaatkrähe
StockenteRabenkrähe
SpießenteBlaumeise
Löffelente Kohlmeise
TafelenteFeldlerche
ReiherenteZaunkönig
ZwergsägerGartenbaumläufer
GänsesägerStar
JagdfasanAmsel
ZwergtaucherMisteldrossel
HaubentaucherRotkehlchen
KormoranHaussperling
SilberreiherFeldsperling
GraureiherBuchfink
WeißstorchStieglitz
Sperber
Mäusebussard
Turmfalke