Alle Beiträge von Hans-Uwe Schütz

Fertig für die Vögel

Der Februar war noch der Monat vor dem „großen Zug“. Zwar waren bereits im Februar die Kraniche wieder unterwegs aber auch die sind noch nicht alle durchgezogen. Zeit also etwas für die kommende Brutsaison vorzuereiten.

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So wurde der Storchenhorst auf der Gaststätte Heidekrug aus Stabilitätsgründen um einige Speiskübel voll alten Nistmaterials und Kot erleichtert, in der wiedererichteten Durchfahrtsscheune ein Schleiereulenkasten installiert sowie ein entsprechendes Einflugloch im Giebel eröffnet und auf einer weiteren Storchennisthilfe ein zusätzlicher Turmfalkenkasten angebracht. Ob die potentiellen Bewohner auch alles annehmen wird die Zeit zeigen

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Im Moment ist sitzt ein Störchenpaar wieder auf dem „Heidekrug“ und die Schleiereule umfliegt nachts die Durchfahrtsscheune. Wie schön, dass alles dies mit einem Hubsteiger auch zu erreichen war. Unser Dank gilt der Firma Middeke.

Schlittschuhlaufen in den Rieselfeldern

Seit dem es keine Eissporthalle mehr gibt, wird der Druck auf die Rieselfelder größer. Leider gibt es wenig Alternativen. Eine Eisfläche befindet sich auf dem Germania Campus an der Grevener Strasse.

Das darf aber nicht zu Lasten des Naturschutzgebietes  und Europäischen Vogelschutzgebietes Rieselfelder Münster und seiner zum Teil seltenen und geschützten Bewohner gehen! Die zugefrorenen Flächen liegen alle im Naturschutzgebiet und dort gilt ganzjährig ein Betretungsverbot der Flächen.

wenn es denn mal friert… :

Nun ist er da der Winter. Mit Frost und auch ein wenig Schnee. Letzterer kann die Landschaft leicht herrlich verzaubern. In den Rieselfeldern sind eingige Wasserflächen zugefroren.  Allmählich kommen die Gedanken an das Eislaufen hervor. Ob die Eisschicht trägt, kann man nicht allgemein sagen. Es gibt einige Flächen die nie ganz zufrieren oder aber so tief sind, dass sie auch erst spät zufrieren. Unbedacht bleibt jedoch oft, dass diese Situation für Tiere, die keine Winterruhe haben und auch noch nicht weggezogen sind durchaus eine Notzeit darstellt. Jede Störung bedeutet zusätzlicher Energieverlust und dieser kann aufgrund von Nahrungsarmut im Winter nicht ausgeglichen werden. Auch der Lebensraum Schilf in den Rieselfeldern ist nicht leer, einige Vögel sind hiergeblieben oder gerade als Wintergäste bei uns.

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Die Bartmeise (hier ein Männchen) ist ein sehr heimlicher Schilfbewohner. Gelegentlich sieht man einzelne Tiere bei der Futtersuche. Sie ist ganzjährig im Schilf unterwegs und brütet auch in den Rieselfeldern. Foto: Norbert Wünnemann.

Die schön gezeichneten Bartmeisen (Bild oben) zum Beispiel ernähren sich nun mühsam von Schilfsamen. Auch wenn die meisten Besucher sie nicht wahrnehmen, da sie sehr scheu sind, beleben sie das Schilf. Ebenso die seltene Rohrdommel (Bild unten) und weitere Arten. Weitere Vogelarten. die auch im Winter das Schilf beleben sind Rohrammer, Teichhuhn und Wasserralle.

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Ein wirklich seltener und störungsempfindlicher Wintergast – die Rohrdommel. Sie ist vom Aussterben bedroht. Es gibt nur noch einzelne Brutpaare in Nordrhein-Westfalen. Foto: Lutz Werner Groß.

Das Hereinbrechen einer immer größer werdenden Schar an Schlittschuhläuferinnen und Schlittschuhläufern ist da nicht hilfreich. Viele trampeln das schützende Schilf in den Randbereichen nieder, um dort zu lagern und allzu leise und zurückhaltend – mit Respekt vor der Natur – benehmen sich die wenigsten.

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Zertretenes Schilf, Lagern und sogar ein freilaufender Hund im Naturschutzgebiet Rieselfelder Münster.

Viele Schlittschuhfahrer*innen sind zudem, wer hätte das gedacht, besonders fußfaul. Sie parken verbotener Weise direkt an den Straßen Coermühle und Hessenweg. Der Weg von den Parkplätzen ist ihnen zu weit. Während zu frostigen Wochenendtagen die Coermühle schon derart chaotisch zugeparkt war, dass die Polizei in der Vergangenheit die Straße Coermühle sperren und zur Einbahnstraße erklären musste, damit die parkenden Autos überhaupt wieder weg kamen, war der große Parkplatz am Rieselfeldhof / Heidekrug fast leer (siehe nachfolgende Bilder). Es sind Straßen im Außenbereich, da ist Parken im Straßenraum grundsätzlich verboten – auch ohne Halteverbotsschilder. Drei offizielle Parkplätze gibt es: an der Biologischen Station, an der Gelmer Brücke und am Rieselfeldhof.

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Ein frostiger Sonntag um 12 Uhr auf der Coermühle …
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… und zur gleichen Zeit am Rieselfeldhof.

Stattdessen bieten sich Rundgänge an den beiden belebten Stauteichen an. Diese sind nur randlich zugefroren und bieten so allem Wassergefieder einen letzten Zufluchtsort. Von den Beobachtungseinrichtungen aus lassen sich die verschiedenen Gänse- und Entenarten gut beobachten. Da die Stauteiche vom warmen Klarwasser, dem gereinigten Abwasser, der Kläranlage gespeist werden, bleiben die zentralen Bereiche immer eisfrei. Das Wegenetz in den Rieselfeldern ist von den Parkplätzen aus gut zu erreichen. Die weiß getünchte Winterlandschaft lädt zum Spazierengehen ein (Bild: Großer Stauteich).

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Winter am Großen Stauteich.
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In der dünnen Schneedecke zeichnen sich viele Tierspuren ab. Hier lief ein Nutria lang, ein großes Nagetier mit orange-farbenen Schneidezähnen.

Geöffnet im neuen Jahr

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Eingangsbereich der Ausstellung zur Landschaftsgeschichte der Rieselfelder im ehemaligen Kuhstall des Rieselfeldhofes, Coermühle 100, hinter der Gaststätte „Heidekrug“.

Die Ausstellung zur Landschaftsgeschichte der Rieselfelder im ehemaligen Kuhstall des Rieselfeldhofes  ist an den Feiertagen geschlossen. Am Sonntag den 6. Januar, an „Heilige drei Könige“ öffnet die Dauerausstellung wieder ihre Türen.

Wir wünschen allen Rieselfeldbesuchern frohe Weihnachtsfeiertage und einen guten Übergang in ein hoffentlich friedvolles neues Jahr!

Glück gehabt und geschafft!

Für zwei Wochen waren der Große und Kleine Stauteich in den Rieselfeldern abgelassen und boten sicherlich bei dem grauen Wetter eine etwas trostlose Kulisse. So werden sich das auch die Wasservögel gedacht haben, die normalerweise sich hier zur Futtersuche oder zur sicheren Nachtruhe aufhalten. Sie werden sich freuen, dass seit Freitag wieder das Wasser auf dem Vormarsch ist.

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Blick vom Aussichtsturm: am Großen Stauteich wurden große verlandete Flächen wieder freigeschoben, damit mehr Raum für Flachwasser und Schlammbänke entsteht. Ob diese sich als Nahrungsplätze für rastenden Watvögel eignen, werden die nächsten zwei Jahre zeigen. Am Horizont – in der Haskenau – wird derzeit ein riesiges Windrad gebaut. 230 m Gesamthöhe.

Die Zeit nutzten Mitarbeiter der Biologischen Station, um Pflegearbeiten durchzuführen. Brutinseln wurden gemäht, große Weidengebüsche zur besseren Sicht auf die Teiche auf den Stock gesetzt.

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Markus Hagemann, Mitarbeiter der Biologischen Station, beim Gehözschnitt am Großen Stauteich.

Zwei Raupen schoben größere Verlandungsbereiche ab, um so wieder mehr sehr flaches Wasser und Schlammbänke zu haben. Einige Uferbereiche wurden so gestaltet, dass der Fuchs nicht mehr so einfach zu den Gelegen vordringen kann.

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Ein Mitarbeiter der Biologischen Station zieht mit dem Bagger einen Graben um eine Kiesinsel, damit Fuchs und Marder nicht so einfach die Brutinsel erreichen können.

Dabei hatte die Biologische Station großes Glück gehabt, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr nach dem Vogelzug aber noch vor dem Frost abgeschlossen werden konnten.

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Die Raupen schaffen Raum für flaches Wasser und Schlammbänke – neue Nahrungsräume für rastende Watvögel.

Von neun angeschriebenen Firmen bezeugten nur zwei Interesse an den Arbeiten. Den Zuschlag erhielt die Firma Lodenkemper, deren Raupenfahrer sich auf die Sichtweise der Vogelschützer einlassen konnten und den Raupeneinsatz auf ungewohntem Terrain in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeitspanne bestens ausführten. Mitarbeiter der Biologische Station werden die Entwicklung auf den frisch geschobenen Flächen beobachten. Falls notwendig, können in einem Jahr noch Maßnahmen nachgebessert oder auf anderen Flächen fortgesetzt werden.

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Eine Raupe unterwegs auf dem Kleinen Stauteich. Hier wurden Flachwasserbereiche erweitert und die Kiesinsel im Vordergrund weiter freigestellt, damit Füchse nicht mehr auf die Kiesinsel gelangen können.

Die Biologische Station wünscht allen Rieselfeldbesuchern eine frohe sowie besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Übergang in ein hoffentlich friedvolles neues Jahr.

Die erste Führung 2019 gibt es bereits wieder am 1. Januar. Bei dem zweistündigen Neujahrsspaziergang wird der Vogelkundler Manfred Röhlen auch auf die abgeschlossenen Arbeiten am Großen Stauteich eingehen. Die Teilnahme kostet 6,50 Euro pro Person. Treffpunkt ist um 14 Uhr die Biologische Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181.

Jahresbericht 2017

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Der Jahresbericht 2017 ist nun fertiggestellt und steht zum Verkauf bereit. Er umfasst 124 Seiten und beinhaltet neben den vogelkundlichen Darstellungen zu den wichtigsten Vogelarten und Brutvögeln der Rieselfelder auch Beiträge zur Fischfauna und zum Vorkommen von Kontrastmitteln im Klarwasser der Kläranlage. Zum Inhaltsverzeichnis geht es bitte hier lang.

Das Wattenmeer in Münster

Bedingt durch das Ablassen des Wassers am Großen Stauteich und Kleinen Stauteich präsentieren sich hier nun Schlammflächen von mehreren Hektar Größe. Es könnte fast ein Stück Wattenmeer sein, nur die Lebensräume an der Nordsee sind deutlich salzhaltiger.

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Wattenmeer in den Rieselfeldern.

Die Vögel versammeln sich nun gerne auf den vergbliebenen Wasserpfützen und weichen ansonsten auf die über 90 bewässerten Teiche der Rieselfelder aus.

Bei den Pflegearbeiten auf den Stauteichen fallen auch die vielen Spuren im Schlamm auf.

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Hinterlassenschaften einer Lachmöwe. Ein Einzelabdruck ist ca. 5 cm cm breit.
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Spuren von Teichhuhn und Kleinsäugern. Ein Teichhuhnfuß hinterläßt einen Abdruck von ca. 8 cm Länge.

Außer zu den Pflegearbeiten dürfen die Schlammflächen nicht betreten werden. Der Schlamm ist unregelmäßig mächtig.