Alle Beiträge von Hans-Uwe Schütz

August – Vogelliste

Die Vogelliste (auf das Bild klicken) wird aus den Ergebnissen der Vogelzählungen generiert. Die Vogelzählung umfasst jedoch nur die feuchtgebietstypischen und seltenen Arten, die Arten, die die Rieselfelder so besonders machen.

Daher umfassen die Beobachtungen in anderen Foren zum Teil mehr Arten als hier dargestellt.

Die Biologische Station gibt nur die Arten an und nicht den Ort ihrer Beobachtung, um einen zu starken Zustrom von Beobachtern und Fotografen gerade auf selten vorkommende Arten nicht zu befördern.

Dies würden wir uns auch von anderen Foren aus Gründen des Vogelschutzes wünschen.

Im August am Großen Stauteich
Im August am Großen Stauteich

August Bird List

The bird list (follow the link on the picture)  includes only those birds who are typicall for wetlands or who are rare birds. On other homepages concerning birds sightings you might find more species at all for the „Rieselfelder Münster“.

We doe not mention the places of our sightings, to stop the run of some birders and fotographers on seldom spieces – we would apriciate, if other eletronic platforms for bird sightings do allthough. It would be the best for bird protection in the „Rieselfelder Münster“.

Juli – Vogelliste

Die Vogelliste (auf das Bild klicken) wird aus den Ergebnissen der Vogelzählungen generiert. Die Vogelzählung umfasst jedoch nur die feuchtgebietstypischen und seltenen Arten, die Arten, die die Rieselfelder so besonders machen.

Daher umfassen die Beobachtungen in anderen Foren zum Teil mehr Arten als hier dargestellt.

Die Biologische Station gibt nur die Arten an und nicht den Ort ihrer Beobachtung, um einen zu starken Zustrom von Beobachtern und Fotografen gerade auf selten vorkommende Arten nicht zu befördern.

Dies würden wir uns auch von anderen Foren aus Gründen des Vogelschutzes wünschen.

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Zwergtaucher / Little Grebe

 July Bird List

The bird list (follow the link on the picture)  includes only those birds who are typicall for wetlands or who are rare birds. On other homepages concerning birds sightings you might find more species at all for the „Rieselfelder Münster“.

We doe not mention the places of our sightings, to stop the run of some birders and fotographers on seldom spieces – we would apriciate, if other eletronic platforms for bird sightings do allthough. It would be the best for bird protection in the „Rieselfelder Münster“.

Die Straßenbauarbeiten sind beendet

Das Einbringen von Rasengittersteinen als Bankette in einem Teilbereich der Coermühle ist beendet. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Autofahrer verhalten werden. Wir befürchten, dass sich die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge auf diesem Stück weiter erhöhen wird. Aus der Sicht derer, die sich hier eine Verkehrsberuhigung wünschen, war diese Maßnahme völlig unsinnig. Sie hat dem Gebiet, dass dem Naturschutz und der naturbezogenen Erholung  vorbehalten sein soll, nur geschadet.

Baustellen – Straßensperrung in den Rieselfeldern

Infolge einer Straßenbaumaßnahme an der Coermühle zwischen der Einmündung der Anlieger-Frei-Straße „Wöstebach“ und der Kreuzung „Coermühle  x  Hessenweg“ ist die Biologische Station Rieselfelder Münster bis voraussichtlich 21.07.2017 nur über den Hessenweg (Einfahrt zum Mitarbeiterparkplatz) erreichbar. Die Ferien-Veranstaltungen müssen für diesen Zeitraum an den Rieselfeldhof (hinter der Gaststäte Heidekrug, Coermühle 100) verlegt werden. Die Zufahrt zum Rieselfeldhof und zum Heidekrug ist nur aus Richtung der Innenstadt kommend über die Straßen „Zum Rieselfeld“ und „Coermühle“ möglich.
Bei Ihrer Fahrt zum Rieselfeldhof / Heidekrug sind Sie ein „Anlieger“.

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Ergänzter Umleitungsplan des Tiefbauamtes für die Sperrung der Coermühle

Betroffen sind davon die Veranstaltungen „Wassertiere und Kläranlage“ am Dienstag, 18. Juli 2017,  von 10 Uhr bis 13 Uhr sowie „Wasser- und Wiesentiere“ am Mittwoch von 10 Uhr bis 13 Uhr und „Wiesenforscher“ am Mittwoch von 15 Uhr bis 17 Uhr. Treffpunkt für diese Ferien-Veranstaltungen ist der Rieselfeldhof, hinter der Gaststätte „Heidekrug“, Coermühle 100. Weitere Informationen auch zu den Kosten und der notwendigen Anmeldung erhalten Sie bei der Biologischen Station Rieselfelder Münster unter der Rufnummer 0251 / 161760.

Die Baumaßnahme, das Einbringen von Rasengittersteinen in die Bankette,  ist nach unserer Auffassung bei dem jetzigen Diskussionsstand um die Zukunft der Widmung der Coermühle unsinnig. Das Aufstellen eines Hinweisschildes „Bankette nicht befahrbar“ würde völlig ausreichen. Damit wird Geld verbrannt, das anderweitig, zum Beispiel im Umwelt- oder Sozialbereich, eine sinnvollere Verwendung finden könnte.

Durch die Befestigung der Bankette werden Autofahrer zusehends ermutigt schneller zu fahren – es geht dann ja. Eine schlechte Bankette würde eher bremsend wirken bzw. zu einer vorsichtigeren Fahrweise motivieren.

Juni – Vögel in den Rieselfeldern

Nachdem die Gänse bereits fleißig bei der Jungenaufzucht sind und mausern, fliegen auch die Singvögel nun fütternd umher. Man sieht aber immer noch Lachmöwen auf frischen Nestern brüten und manche Blässhühner erwarten noch Nachwuchs. Fünf Storchen-Horste waren zunächst belegt mit zehn Jungvögeln. Ein Storchenhorst (17er Weide) wurde nach zwei stürmischen Tagen aufgegeben und ein Jungvogel am Horst auf dem „Heidekrug“ aus dem Nest geworfen.

Leider sind auch die ersten Kiebitze bereits dauerhaft zum Großen Stauteich zurückgekehrt. Dabei handelt es sich neben Nichtbrütern zum großen Teil um Vögel aus dem Umland, die ihr Brutgeschäft nicht erfolgreich zu Ende bringen konnten.

In der nachstehenden Datei (auf das Bild klicken)  sehen Sie eine Übersicht der im Juni in den Rieselfeldern beobachteten und/oder gehörten Vögel.

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Mai-Vögel in den Rieselfeldern

Zugvogelzeit: der April hat mit 143 Arten gut zugelegt. Die Brutvögel sind zurückgekehrt und Durchzieher machten Rast im Restaurant Rieselfelder.

Während einige noch Paarungsverhalten zeigen, ist mittlerweile bei den Gänsen und Blässhühnern schon der erste Nachwuchs geschlüpft. Immer noch erhalten wir Besuch von Durchziehern, die oft einen langen Weg vor sich haben.

In der nachstehenden Datei (auf das Bild klicken)  sehen Sie eine Übersicht der im Mai in den Rieselfeldern beobachteten und/oder gehörten Vögel.

 

April – Vögel in den Rieselfeldern

Der Frühling machts möglich: die März-Liste wartete mit 128 beobachteten Vogelarten in den Rieselfeldern auf. Dieser erste Frühlingsmonat hatte schon ein paar Überraschungen parat. Am Freitag den 17.03.2017 konnten über 40 Säbelschnäbler und mehr als 60 Uferschnepfen allein auf dem Großen Stauteich gesehen werden. Der Frühjahrs-Heimzug und – Durchzug gehen aber noch weiter, während die ersten Vögel auch schon auf den Eiern sitzen.

In der nachstehenden Datei (auf das Bild klicken)  sehen Sie eine Übersicht der im April in den Rieselfeldern beobachteten und/oder gehörten Vögel.

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Frühlingszeit ist Pärchenzeit. Im Vordergrund: Krickenten; auf der abgetrockneten Schlammbank links: Brandgänse, rechts: Knäkenten; im feuchten Schlamm stehend: Lachmöwen.

März-Vögel in den Rieselfeldern

Die Februar-Liste überraschte mit 101 beobachteten Vogelarten in den Rieselfeldern. Nach 98 Arten im Januar ein weiterer Beleg für den Artenreichtum an Vögeln in den Rieselfelder selbst in den Wintermonaten. Ende  Februar zeigten bereits einzelne frühziehende Individuen von Schwarzkehlchen und Uferschnepfen den zu erwartenden Vogelzug an.  Im März werden sicher weitere Brut- und Rastvögel einfliegen.

Der März hat bisher schon ein paar Überraschungen parat. Am Freitag den 17.03.2017 konnten über 40 Säbelschnäbler und mehr als 60 Uferschnepfen allein auf dem Großen Stauteich gesehen werden.

Hinweis zur öffentlichen Führung vom 18.03.2017: Entgegen meiner Darstellung auf der Führung, hat die Schwarzkopfmöwe tatsächlich ein Schlichtkleid ähnlich wie bei der Lachmöwe. Hans-Uwe Schütz.

In der nachstehenden Datei (auf das Bild klicken)  sehen Sie eine Übersicht der im März in den Rieselfeldern beobachteten Vögel.

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Februar – Vögel in den Rieselfelder

Nachdem die Januar-Liste mit 98 in den Rieselfeldern beobachteten Vogelarten schon sehr umfassend war, sind wir nun gespannt auf den Februar. Eine Zeit in dem Wetter und Landschaft zwar nicht immer ihre Reize ausspielen können. Die Rieselfelder  haben aber dennoch etwas zu bieten.

In der nachstehenden Datei (auf das Bild klicken)  sehen Sie eine Übersicht der im Februar in den Rieselfeldern beobachteten Vögel.

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Brandgänse (Tadorna tadorna) in den Rieselfeldern

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Abb.1: Brandgansfamilie, im Vordergrund das Männchen (Foto: Thomas Kepp)

Die Brandgans ist in den Rieselfeldern besonders leicht zu erkennen. Bei uns ist sie, außer der kleineren und seltenen Kolbenente, der einzige Entenvogel mit leuchtend rotem, wie gelackt wirkendem Schnabel. Sie ist etwas größer als die Stockente und gehört wie z.B. Nilgans und Rostgans zu der Gruppe der Halbgänse, ist also in der wissenschaftlichen Systematik zwischen Gänsen und Enten angesiedelt.

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Abb. 2: Brandgans-Weibchen (Foto: Thomas Kepp)

Im Wasser liegend mit untergetauchtem Kopf (nahrungssuchend) kann man sie auch schon mal mit der etwas kleineren Löffelente verwechseln. Diese hat aber einen deutlich kürzeren Hals eine nicht so runde Kopfform und einen schwarzen löffelartig nach vorne verbreiterten Schnabel. Die Geschlechter der Brandgänse sind von der Balzzeit bis zur Mauser gut zu unterscheiden, da das Männchen zu dieser Zeit einen wulstig vorgewölbten Schnabelansatz am Oberschnabel hat. Das Weibchen hat zudem nicht ganz so kräftige Farben (siehe Abb. 1 u. 6).

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Abb. 3: Brandgänse bei der Nahrungsaufnahme; im Vordergrund deutlich erkennbar das Männchen mit der Wulst am Schnabelansatz

An Nahrung mangelt es ihnen nicht in den Rieselfeldern. In dem nährstoffreichen Wasser tummeln sich viele Schnecken und auch Muscheln sowie Wasserinsekten und Insektenlarven und Wasserpflanzen, die alle auf dem Speiseplan der Brandgänse stehen.

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Abb. 4: Brandgansfamilie bei der Nahrungsaufnahme im seichten Wasser

Der deutsche Name wird mit dem rostfarbenen Bruststreifen oder den schwarzen (verkohlten) Gefiederanteilen in Zusammenhang gebracht (Wember 2005). Leicht zu merken ist aber auch diese „Eselsbrücke“: Feuerroter Schnabel = Brandgans (Abb. 1 und 2).

In den Rieselfeldern ist der Status „Ganzjahresvogel“ und „Brutvogel“ (siehe Abb. 8). Allerdings ist nicht auszuschließen, dass Winterflüchtlinge aus östlich gelegenen Gebieten im Winter dazu stoßen oder auch durchziehende Brandgänse die Tageszählungen zu den Zugzeiten beeinflussen. Auch ein teilweiser Abzug in andere Gebiete zur Überwinterung ist möglich. Auffallend ist aber der plötzliche Abzug in die Mausergebiete im Juli (siehe Abb. 8). Eines der größten Mausergebiete für Brandgänse sind die Sandwatten zwischen der Elbe- und Wesermündung. Über 100.000 Brandgänse kommen hier zusammen um das Gefieder zu wechseln. Betreut durch das Michael-Otto-Institut wurden dort zwischen 2011 und 2014 elf Brandgänse im Rahmen einer Doktorarbeit mit solarbetriebenen GPS-Satellitensendern ausgestattet (https://bergenhusen.nabu.de/forschung/brandgans/index.html). Somit konnte Ihr Aufenthaltsort in engen Zeitabständen ermittelt und dokumentiert werden. Leider sind uns keine Rieselfeld-Besuche der 11 besenderten Brandgänse bekannt.

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Abb. 5: Brandgans-Kindergarten auf einer Insel im Großen Stauteich

Und unter einem weiteren Gesichtspunkt ist die Brandgans ein interessanter Vogel: In ihrem ursprünglichen Brutgebiet nutzt sie als Höhlenbrüter gerne Kaninchen- und Fuchsbauten. Sie ist dann sogar in Bauten anzutreffen, in denen auch der Fuchs seine Jungen großzieht. Der Beutegreifer käme niemals auf die Idee, in oder direkt an seinem Bau zu jagen. Der dabei entstehende Tumult könnte sonst eventuelle Fressfeinde auf die Jungfüchse aufmerksam machen. Es ist also nichts mit „Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“, vielmehr herrscht im Fuchsbau der typische „Burgfrieden“. In den Rieselfeldern übrigens brütet die Brandgans in auf den Inseln des großen Stauteichs eingegrabenen Betonröhren.

Übrigens ist die Zahl der Brandgans-Reviere in den Rieselfeldern in diesem Jahrhundert stetig von 3-4 (2000) auf 20 Reviere (2015) gestiegen (siehe Tab. 1).

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Abb. 6: Dösende Paare auf einer Rieselfeld-Sandbank! Brandgans-Pärchen, Lachmöwen-Pärchen, Krickenten-Pärchen und ein Knäkenten-Männchen

Im Monat Februar steigt die Zahl der Brandgänse deutlich an (Abb. 8). In manchen Jahren wurde die maximale Anzahl von Brandgänsen im März gezählt (siehe Abb. 8 u. Tab. 1).

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Abb.7: Lieben beide flaches Wasser: Brandgans und Kampfläufer

 

Tab. 1: Brandganszahlen aus den Rieselfeldern

2000 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Max. Bestand

01. – 06.

35 53 54 63 60 60 70
(07.03.00) (04.03.10) (27.05.11) (09.03.12) (03.04.13) (22.06.14) (09.03.15)
Max. Bestand

07. – 12.

12 48 30 22 48 23 34
(Juli 2000) (06.07.10) (01.07.12) (01.07.12) (18.07.13) (14.07.14) (23.12.15)
Reviere 3-4 8 10 10 13 12-15 20
Überwinterer 2 5-13 10-20 5-43 5-30 20 10-35
Quellen Schielzeth (2001), Anthes u. Schielzeth (2001) Feldmann et al. 2011 Feldmann et al. 2012 Feldmann et al. 2013 Feldmann et al. 2014 Feldmann et al. 2015 Feldmann et al. 2016
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Abb.: 8: Tageszählungen der Brandgänse in den Rieselfeldern (Feldmann et al. 2016)

 

Quellen:

Anthes, Nils (2001): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2000.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 4, S. 8 – 32.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2011): Phänologie der Vögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2010.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 13, S. 6 – 11.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M.  (2012): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2011.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 14, S. 7 – 44.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2013): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2012.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 15, S. 7 – 51.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2014): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2013.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 16, S. 9 – 48.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2015): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2014.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 17, S. 9 – 28.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2016): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2015.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 18, S. 11 – 28.

Schielzeth, H. (2001): Rastvögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2000 – eine kommentierte Artenliste.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 4, S. 32 – 52.

Wember, Viktor (2005): Die Namen der Vögel Europas. AULA-Verlag GmbH, Wiebelsheim.