Schmetterlinge und Fledermäuse

Wer in den Rieselfeldern spazieren geht, sollte gelegentlich auch mal nach Pflanzen Ausschau halten. Zur Zeit blüht der Wasserdost in einem kräftigen Altrosa-Farbton. Er ist bei Schmetterlingen, Bienen und Schwebfliegen als Nektarpflanze sehr beliebt.

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Nicht auf einem Schiff auf hoher See, sondern auf einem Wasserdost-Blütenstand in den Rieselfeldern: der Admiral, ein Tagfalter- Schmetterling.

Sicherlich auch ein Anziehungspunkt auf der Wanderung zum Thema „Juwelen der Wiese – Schmetterlinge und ihre Verwandschaft“ für Kinder von sechs bis zwölf Jahren unter der Leitung von Giselheid Reding am Montag den 1. August von 15 Uhr bis 17 Uhr. Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung bei der Volkshochschule Münster unter der Rufnummer 0251 / 4924321 erforderlich. Später am Montag Abend von 20:30 Uhr bis 22:30 Uhr geht es mit Frau Reding auf die fledermauskundliche Exkursion „Auf Schwingen ohne Federn“ für Familien mit Kindern ab acht Jahren.  Am Dienstag, 2. August, sind Familien mit Kindern ab sechs Jahren wieder eingeladen zu der Kescher-Veranstaltung „Wassergetier“. Für die beiden letzgenannten kostenpflichtigen Angebote ist die erforderliche Anmeldung unter der Rufnummer 0251 / 161760 bis Montag 12 Uhr möglich. Alle Veranstaltungen starten an der Biologischen Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181.

Wildbienen und Fledermäuse

Spätestens seit der Krefelder Insektenstudie ist bekannt, dass viele Insektenarten zurückgehen. Nur wenn man sie näher betrachtet und ihre Lebensweise versteht, kann man sie auch wirkungsvoll schützen.

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Hummel im Anflug auf eine Schwertlilie. Foto: Michaela Stenz.

So ist die Familien-Veranstaltung  „Die wilden Verwandten der Honigbiene“ am Montag, den 25. Juli von 15 Uhr bis 17 Uhr eine gute Gelegenheit von der Biologin Giselheid Reding etwas über die Lebensweise der Bienen, Hummeln und anderer Tiere mit Stacheln zu erfahren. Wenn noch Zeit ist, können auch kleine Wildbienenhäuschen aus Bambus und Schilf gebastelt werden.

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Gemeine Goldwespe an einer Nisthilfe

Am Abend des gleichen Tages geht es von 21:30 Uhr bis 23:30 Uhr mit Giselheid Reding auf Fledermaus-Entdeckungstour. 15 Fledermausarten wurden bisher in den Rieselfeldern nachgewiesen. Ein Bat-Detektor macht ihre Jagd- und Ortungsrufe hörbar und läßt in einigen Fällen auch Rückschlüsse auf die gehörte Fledermausart zu. Es wird empfohlen bei dieser Tour körperbedeckende Kleidung zu tragen, da am Abend sonst die Mücken lästig werden.

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Wenn es am Abend in den Rieselfeldern dämmert…

Treffpunkt für beide kostenpflichtige Angebote ist die Biologische Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181. Die erforderliche Anmeldung ist bis Montag 12 Uhr unter der Rufnummer 0251 / 16 1760 möglich.

 

Käfer – Ritter in glänzender Rüstung

Die Rieselfelder sind vor allem deshalb ein Vogelschutzgebiet, weil Vögel hier ausreichend Nahrung finden. Durch die Strukturvielfalt vor allem im Naturerlebnisgebiet und Schutz gefährderter Lebensräume nicht nur im Reservat, gibt es hier viele Insektenarten in allen Entwicklungsstadien, die vielen Vögeln als Nahrung dienen. Gelegentlich bekommt man einen Einblick in das Artenspektrum einzelner Insektengruppen durch wissenschaftliche Untersuchungen in den Rieselfeldern.

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Der Biologe Friedrich Pfeifer bei der Dungprobennahme auf einer Rieselfeld-Weide.

In 2021 begann Friedrich Pfeifer, ein Biologe und Spezialist für Schilf- und Dung-Käfer, mit Aufsammlungen von Mist- und Dungkäfern auf zwei von vier Rinderweiden in den Rieselfeldern. Er konnte allein in den Dunghaufen der Rinder 21 unterschiedliche Käferarten nachweisen. Zudem werden die Dunghaufen auch von anderen Insekten belebt, wie vor allem von Fliegen und ihren Larven. So trägt auch die Beweidung zur Strukturvielfalt an Lebensräumen und somit zur Biodiversität bei.

Am Montag den 18. Juli können Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren von 15 Uhr bis 17 Uhr einen kindgerechten Einstieg in die interessante grosse Artengruppe der Käfer erfahren. Über 4600 Arten sollen allein in Nordrhein Westfalen leben. Mit ihren durch Chitin-Panzern geschützten Körperteilen sind sie kleine Ritter in glänzenden Rüstungen.

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Nur das Männchen des Blaugrünen Scheinbockkäfers, ein „Ritter in glänzender Rüstung“, hat die verdickten Hinterschenkel, wie hier im Bild. Der Blaugrüne Scheinbockkäfer lebt von Pollen und Nektar der Blütenpflanzen. Hier sitzt er in einer Hahnenfuß-Blüte in den Rieselfeldern. Seine Larven leben in morschem Holz und abgestorbenen Kräutern. Foto: Michaela Stenz.

Diese kostenfreie Veranstaltung in Kooperation mit der Volkshochschule (VHS) Münster wird geleitet von der Biologin Dr. Giselheid Reding. Es ist eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Zukunftsdiplom“ der VHS und vermittelt Kindern Artenkenntnisse. Treffpunkt ist die Biologische Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181. Die erforderliche Anmeldung kann bis Freitag 12 Uhr nur über die Volkshochschule Münster, Rufnummer 0251 / 4 92-43 21, erfolgen.

Vogelkunde und Nachtspaziergang

Der Herbstzug hat für manche Vögel bereits begonnen. Vor allem einige Langstreckenzieher wie die Uferschnepfen sind schon auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete in Westafrika und machen auch Rast in den Rieselfeldern. Gleichzeitig sind andere wie die Zwergtaucher noch mit der zweiten Brut beschäftigt und freuen sich über den Nahrungsreichtum der Rieselfelder.

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Die jungen Zwergtaucher lieben die kleinen Happen aus den Rieselfeldflächen – noch werden sie meist serviert. Foto: Michaela Stenz.

Informationen zu Vogelwelt in dem europäischen Vogelschutzgebiet vermittelt der Vogelkundler Manfred Röhlen auf einem vogelkundlichen Spaziergang am Samstag den 16. Juli von 14 Uhr bis 16 Uhr. Das nicht nur am Tage die Natur für Überraschungen gut ist, zeigt die Biologin Dr. Giselheid Reding in der Familen-Veranstaltung „Vom Tag zur Nacht“ am Sonntag, 17. Juli, von 21:30 Uhr bis 23.30 Uhr. Die erforderliche Anmeldung zu diesen kostenpflichtigen Angeboten kann bis Freitag (15.07.2022) 12 Uhr unter der Rufnummer 0251 / 161760 erfolgen.

Sommer-Veranstaltungen

Der Sommer bleibt weiterhin trocken, während anderswo das Wasser knapp wird und die Feuchtgebiete zunehmend austrocknen, freuen sich die Rieselfelder über den beständigen Wassernachschub aus der Kläranlage. Das freut hier auch diejenigen, die ihre Nahrung in Feuchtgebieten suchen, wie zum Beispiel Silber- und Graureiher, deren Hauptspeise in den Rieselfeldern derzeit aus Wasserfröschen besteht.

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Graureiher mit Seefrosch. Wenn die anderen Feuchtgebiete allmählich austrocknen, finden immer mehr Reiher den Weg in die Rieselfelder. Foto: Michaela Stenz.

Für menschliche Froschliebhaber gibt es diese Woche gleich drei Veranstaltungen in den Rieselfeldern. Am Mittwoch den 13. Juli von 10 Uhr bis 12:30 Uhr leitete die Bilologin Bea Niederau den Kurs „Wassergetier und Wasserexperimente“, der am Rieselfeldhof, Coermühle 100, stattfindet.

Für die Kooperations-Veranstaltung „Wer quakt denn da“ aus der Reihe „Zukunftsdiplom“ am Donnerstag den 14. Juli von 10 Uhr bis 12 Uhr unter der Leitung der Biologin Bea Niederau an der Biologischen Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181,  muss die Anmeldung über die Volkshochschule (VHS)-Münster, Rufnummer 0251 / 492-4315 getätigt werden. Ebenfalls an der Biologischen Station findet am Freitag der kostenpflichtige Kescherkurs „Wassergetier“ von 15 Uhr bis 17 Uhr unter der Leitung der Biologin Dr. Giselheid Reding statt. Die erforderliche Anmeldung hierfür wird bis Donnerstag 12 Uhr unter der Rufnummer 0251 / 161760 erbeten.

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Bei diesen Kescherkursen lernen die Kinder den Lebensraum Teich und ihre Bewohner kennen. Diese werden anschließend aber nicht verspeist, sondern behutsam wieder in die Teiche freigelassen.

Eine Übersicht über die Veranstaltungen in den Rieselfeldern finden Sie unter dem Menüpunkt „Veranstaltungen“ auf dieser Internetseite.

Grafschafter Naturschutzstiftung unterstützt Stegerenovierung

Die Naturschutzstiftung der Grafschaft Bentheim unterstützt die Renovierung der Stege an der Biologischen Station Rieselfelder mit Projektmitteln in Höhe von 15 000 Euro über den Zeitraum von drei Jahren.  Der Startschuss für das Projekt wurde am Montag mit einem Handschlag besiegelt.

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Von links: Paul Uphaus und Hartmut Schrap von der Naturschutzstiftung der Grafschaft Bentheim sowie Dr. Michael Harengerd, Leiter der Biologischen Station, und Rüdiger Sasse von der Feinbrennerei Sasse.

Möglich wird dies durch die Ausschüttungen aus dem „Fond Grafschafter Kräuterwacholder“, der durch die Feinbrennerei Sasse gefüllt wird. Die Schöppinger Spezial-Destillerie im West-Münsterland unterstützt mit diesem Fond nicht nur die Wacholderheiden in der Grafschaft Bentheim, sondern auch Naturschutzprojekte im Münsterland.

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… stellt Mittel aus dem Fond „Grafschafter Kräuterwacholder“ zur Verfügung.

Die Stege an der Biologischen Station sind etwas in die Jahre gekommen. Das Auswechseln einzelner Bretter war in letzter Zeit immer nur eine Notlösung. Die Stege sind für die Umweltbildungsarbeit der Station sehr wichtig, da sie Kinder sehr nah an das Wasser führen, um dort Tiere unter Anleitung fangen, kennenlernen und beobachten zu können. So lernten bereits viele Kinder beim Keschern die Bedeutung der Flachwasser- und Schlammbereiche für die im europäischen Vogelschutzgebiet rastenden Vögel kennen.

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Die maroden Holz-Stege werden abgebaut während die Fundamente erhalten bleiben und auch das neue Holz tragen werden.

Obwohl bis zu 70 Kescher-Veranstaltungen im Jahr (Motto: Was bei den Vögeln auf der Speisekarte steht) nicht gerade für beruhigte Lebensräume sprechen, können gerade durch die Stege, die für das Wasserleben wichtigen und sensiblen saichten Uferränder geschont werden. Diese mit Stegen erschlossenen Minirieselfelder danken es mit einer großen Lebensfülle, die dort Jahr für Jahr erlebbar ist und Dank der Naturschutzstiftung, der Feinbrennerei Sasse und den Mitarbeitern der Biologischen Station auch in Zukunft sein wird. In drei Abschnitten werden das Holz ersetzt, die Stege zum Teil verbreitert und auch wieder einseitig mit einem Geländer versehen.

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… unterstütz Naturschutzprojekte im Münsterland.

Während der Renovierung ist mit einer eingeschränkten Begehbarkeit der Stege zu rechnen. Mitarbeiter der Biologischen Station haben begonnen, Minirieselfelder zum Teil trocken zu legen und Teile der Stege abzubauen. Ersatzweise ist nun ein benachbartes Minirieselfeld höher befüllt. Das erforderliche Holz für die Renovierung ist bereits bestellt.

Auch die Westfälischen Nachrichten berichteten darüber:

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Schoeppingen

und hier:

http://www.wn.de

Rieselfelder Münster: „Feuchtgebiet Internationaler Bedeutung“

 

Heute am 2. Februar ist „Welt-Feuchtgebietstag“.

(World Wetlands Day)

Die Rieselfelder Münster zählen zu den Feuchtgebieten mit internationaler Bedeutung, den sogenannten Ramsar-Gebieten.

Ramsar ist eine Stadt im Iran. Dort wurde 1971 ein internationales Abkommen zum Schutz bedrohter wertvoller Feuchtgebiete ausgehandelt. Die Bundesrepublik ist diesem Abkommen 1976 beigetreten. Seit 1983 zählen die „Rieselfelder Münster“ zu den dort dargestellten „Feuchtgebieten Internationaler Bedeutung“. In Deutschland gibt es 34 derartige Gebiete.

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Der Große Stauteich – ein zentraler Bereich der Feuchtgebietskulisse. Aufgenommen am 28. Januar 2006 von Thomas Kepp.

Die Vereinigung „Wetland International“ in Wageningen (Niederlande) berät die Ramsar Konvention auf internationaler Ebene. Das „ Bundesamt für Naturschutz“ (BfN) in Bonn berät auf nationaler Ebene.

Da Feuchtgebiete weltweit immer noch zu den besonders bedrohten Lebensräumen zählen, wird versucht mit diesem Jahrestag alljährlich den Fokus auch mal auf die bedrohten Feuchtgebiete zu lenken. In den Rieselfeldern sind es vor allem die Flachwasserbereiche, Schlammbänke, ausgedehnten Verlandungsbereiche und das feuchte bis nasse Grünland, die nicht nur der Vogelwelt wertvolle Lebensräume bieten.

Während die Tourismus-Werbung bereits die Besonderheit dieses Gebietes im Stadtbereich von Münster erkannt hat, bleibt vielen dieser Umstand wohl verschlossen. Sonst ließen sich zahlreiche Verstöße gegen selbstverständliche Regeln in diesem Gebiet nicht erklären. Insbesondere sind dies die freilaufenden Hunde und die über das Grünland querfeldein reitenden Reiter, die die Wiesen als Rast- und Brutplatz entwerten. Zudem sind es viele Autofahrer, die sich auf den Straßen Coermühle und Hessenweg nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten und somit häufig zum Straßentod von Tieren beitragen. Manchmal fehlt es auch den Planern und Entscheidungsträgern in der Stadt an Einsicht, dass von deart wertvollen Gebieten mit bedeutender Stellung im Rahmen des Vogelzuges, mit großen Bauprojekten wie Windkraftanlagen ein gebührender Abstand von mindestens 1500 m einzuhalten ist.

Auch die großen Wiesenbereiche am Rieselfeldhof können für viele Vögel ein begehrter Nahrungsraum sein, wenn sie dort nicht aufgescheucht werden.
Auch die großen Wiesenbereiche am Rieselfeldhof können für viele Vögel ein begehrter Nahrungsraum sein, wenn sie dort nicht aufgescheucht werden.

 

Die hohe Besucherresonanz und die über dreihundert im Freundes- und Förderkreis engagierten Bürgerinnen und Bürgern geben aber auch der Hoffnung Raum, dass die Rieselfelder nicht nur von der Vogelwelt geschätzt und geliebt werden, so dass sie, dank gemeinsamer Anstrengungen, auch in Zukunft ein „Feuchtgebiet Internationaler Bedeutung“ sein werden. Über ein weiter zunehmendes Engagement der Bürgerschaft im Freundes- und Föderkreis würde sich die Biologische Station Rieselfelder Münster, die die Rieselfelder seit den 60er Jahren betreut, sehr freuen.

Übrigens: Seit 1978 tragen die Rieselfelder Münster den Titel „Europareservat“, verliehen von der deutschen Sektion des Internationalen Rates für Vogelschutz. Außerdem sind die Rieselfelder seit 1979 ein „Europäisches Vogelschutzgebiet“ und somit heutzutage Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“.

Folgend noch einige Links zum Thema „Feuchtgebiete Internationaler Bedeutung“: www.bfn.de (deutsch), www.ramsar.org (englisch) und www.wetlands.org (englisch), www.worldwetlandsday.org.

Willkommen in den Rieselfeldern!

Wir freuen uns dass Sie den Weg zu unserer Internetpräsenz gefunden haben. Auf diesen Seiten möchten wir – das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Biologischen Station – Ihnen Neuigkeiten und Informationen rund um das Europareservat Rieselfelder Münster und seine zahlreichen tierischen und verwurzelten Bewohner präsentieren. Aktuelle Veranstaltungs-Hinweise finden Sie unter dem Unterpunkt „Veranstaltungen“.

Wir hoffen, dass wir Sie für den Naturschutz und natürlich für die Rieselfelder begeistern können!