Archiv der Kategorie: Ornithologie

Gänsesäger (Mergus merganser) in den Rieselfeldern

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Gänsesäger Pärchen, Weibchen rechts und Männchen links (Foto: Thomas Kepp)

Der Name Gänsesäger erklärt sich zum einen aus der Größe des Vogels, die der einer Brandgans entspricht und schafft eine sprachliche Trennung zu den beiden anderen in Deutschland vorkommenden Sägerarten, dem Mittel- und den Zwergsäger, die entsprechend kleiner sind. Der zweite Bestandteil des Namens weist auf den typischen schlanken Sägerschnabel hin, der am Oberschnabel beidseits 28 und am Unterschnabel 45 spitze Hornzähnchen aufweist (Wember 2005). Die Spitze der oberen Schnabelhälfte ist hakenähnlich nach unten gebogen – ähnlich wie beim Kormoran. Somit kann die Lieblingsnahrung, Fische kleiner 10 cm, bestens geschnappt und gehalten werden.

Gänsesäger sind etwas größer als Stockenten. Weibchen und Männchen haben ein verschiedenartiges Federkleid. Während Weibchen und junge Männchen bis zum zweiten Lebensjahr braune Kopffedern aufweisen, schillern die Kopffedern des erwachsenen Männchens dunkelgrün (Bauer u. Glutz von Blotzheim 1979).

Als Nahrungsraum wählen sie meist störungsarme Buchten an stehenden und größeren fließenden Gewässern. Häufige Störungen sind die Ausübung der Jagd in Gewässernähe sowie das Angeln und weitere menschliche Freizeitaktivitäten an und auf Gewässern. In den Rieselfeldern suchen sie gerne die Inseln des Großen Stauteiches als sicheren Schlafplatz auf.

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Links: Gänsesäger-Männchen, Mitte: Gänsesäger-Weibchen

Der Gänsesäger gilt gemäß der Vogelschutzrichtlinie Art. 4 (2) als besonders geschützte Art (MUNLV 2007). In Nordrhein-Westfalen und somit auch in den Rieselfeldern ist der Gänsesäger sowohl ein regelmäßiger Durchzieher als auch ein Wintergast. In den Rieselfeldern hat die Überwinterung von November bis März/April bereits eine langjährige Tradition (Anthes 2001). Bei zunehmender Kälte flieht er weiter westwärts bis zu den Küstenlandschaften, wo auch in strengen Wintern die Nahrungsgewässer nicht zufrieren. Die Überwinterungsregion reicht von den Küsten Mitteleuropas bis in den Balkan.

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Gänsesäger-Weibchen (Foto: Michael Harengerd)

Mehr als 80% der Gänsesäger brüten in Schweden, Finnland und Russland. Die restlichen Brutpaare finden in den umliegenden Ländern um die Nord- und Ostsee geeignete Bedingungen (Birdlife 2015). Sie sind meist Höhlenbrüter und bevorzugen Baumhöhlen, aber auch andere höhlenartige Behausungen.

Da das Wasser des Großen Stauteiches in den Rieselfeldern das abgeleitete wohltemperierte Klarwasser des Hauptklärwerkes in Münster-Coerde ist, friert dieser in seinem durchströmten zentralen Bereich auch in kalten Wintern nicht ganz zu. Ein idealer Winter-Platz für Fischjäger. Auch die Rieselfeld-Fläche 28A ist thermisch etwas begünstigt, da in ihr eine Quelle austritt. Sie friert daher auch später zu, als die vielen Flachwasserteiche. Neben dem Gänsesäger bevorzugen dies auch andere fischliebende Arten wie zum Beispiel der Haubentaucher. Da nur wenige Flächen in den Rieselfeldern groß und tief genug für einen ausreichenden Fischbestand sind, nutzen die Gänsesäger auch umliegende Gewässer, wie ehemalige Abgrabungsteiche und die Ems, zur Nahrungsaufnahme (Feldmann et al. 2012, 2016).

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Gänsesäger in den Rieselfeldern (Foto: Knut Rickhoff)

Tab. 1: Gänsesägerzahlen aus den Rieselfeldern

2000 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Max. Bestand 01. – 06. 18

(05.02.00)

85

(20.02.10)

112

(10.02.11)

91

(19.02.12)

75

(29.01.13)

53

(01.02.14)

32

(09.02.15)

Max. Bestand 07. – 12. 3

(Dez. 2000)

40

(11.12.10)

21

(23.12.11)

43

(22.12.12)

33

(26.12.13)

22

(30.12.14)

16

(30.12.15)

Quellen Schielzeth (2001) Feldmann et al. 2011 Feldmann et al. 2012 Feldmann et al. 2013 Feldmann et al. 2014 Feldmann et al. 2015 Feldmann et al. 2016

 

Nach Birdlife (2015) nimmt die Population der Gänsesäger eher zu. Allerdings wurden dort Daten bis 2012 berücksichtigt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Trendentwicklung der in den Rieselfeldern überwinternden Gänsesäger ebenfalls positiv. Seit 2012 sind die Gänsesäger-Beobachtungen in den Rieselfeldern rückläufig.

 

Quellen:

Anthes, Nils (2001): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2000.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 4, S. 8 – 32.

Bauer, Kurt M. u. Glutz von Blotzheim, Urs N. (Nachdruck 1979): Handbuch der Vögel Mitteleuropa.-  Band 3. Akademische Verlagsgesellschaft, Wiesbaden.

Birdlife(2015):http://datazone.birdlife.org/userfiles/file/Species/erlob/supplementarypdfs/22680492_mergus_merganser.pdf

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2011): Phänologie der Vögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2010.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 13, S. 6 – 11.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M.  (2012): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2011.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 14, S. 7 – 44.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2013): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2012.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 15, S. 7 – 51.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2014): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2013.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 16, S. 9 – 48.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2015): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2014.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 17, S. 9 – 28.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2016): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2015.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 18, S. 11 – 28.

Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [MUNLV] des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2007): Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen. Vorkommen, Erhaltungszustand, Gefährdungen, Maßnahmen. 257 S., Düsseldorf.

Schielzeth, H. (2001): Rastvögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2000 – eine kommentierte Artenliste.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 4, S. 32 – 52.

Wember, Viktor (2005): Die Namen der Vögel Europas. AULA-Verlag GmbH, Wiebelsheim.

Blässgänse (Anser albifrons) in den Rieselfeldern

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Rastende Blässgänse ziehen grasend über das Grünland.

Die aus den hohen nordischen Breiten stammenden Blässgänse fallen als erwachsene Wildvögel durch ihre weiße Blässe über dem Schnabel und durch ihre schwarzen Querstreifen auf grauem Grund an der Brust auf. Den jungen/diesjährigen Gänsen fehlen diese besonderen Merkmale noch oder sie sind nur teilweise zu erkennen, da sich diese Merkmale erst im Laufe des ersten Winters ausbilden. Im Gegensatz zu den ähnlichen Graugänsen mit eher fleisch- bzw. rosaroten Beinen haben die deutlich kleineren Blässgänse eher orangerote Beine.

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Blässgänse im Hintergrund, im Vordergrund eine Graugans (unscharf)

Außer sehr seltenen Beobachtungen einzelner Individuen im Sommer sind sie nur im Herbst und Winter (ca. von Ende September bis Ende März) in den Rieselfeldern anzutreffen. Aus ihrem Brutgebiet der sibirischen Tundra kommend, sind sie Wintergäste in gesamt Nordwestdeutschland – überall dort, wo sie Grünlandflächen zur Nahrungssuche und Wasserflächen als sicheren Schlafplatz in räumlicher Kombination finden.

In milden Wintern rastet auch im Münsterland eine größere Zahl an Blässgänsen (Schielzeth 2001). Dominieren kalte Nord- und Ostwindwetterlagen das Winterwetter, ziehen sie in frost- und schneefreie Küstenbereiche (Niederrhein, Niederlande, Belgien u.a.m.) im Westen unseres Kontinentes ab.

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Blässgänsetrupp in den Rieselfeldern

Durch verstärkte Schutzbemühungen haben sich die Gänsebestände in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erholt. Wurden Anfang der 1970er Jahre nur 2.500 Blässgänse  am Niederrhein gezählt, waren es Anfang der 2000er Jahre bereits 160.000 überwinternde Blässgänse (Glader 2001).

In den Rieselfeldern wurden im Jahr 2000 auf dem Durchzug im Frühjahr ca. 1600 überfliegende Blässgänse geschätzt. Die Zahl der in den Rieselfeldern überwinternden Individuen betrug im gleichen Jahr 60 bis 80 Blässgänse (Schielzeth 2001). Im diesjährigen Dezember (2016) wurde die Zahl der regelmäßig abendlich auf die Schlafplätze in den Rieselfeldern einfliegenden Blässgänse auf ca. 1500 geschätzt – ein Wert, der dem Vorjahreswert entspricht. Es hängt von der Witterung ab, ob sie auch längere Zeit hier rasten bzw. überwintern werden. Ihr Status ist daher sowohl „Wintergast“ als auch „regelmäßiger Durchzügler“.

Nicht nur zur Schlafenszeit kann man im Winter Blässgänse in den Rieselfeldern beobachten. Tagsüber grasen sie manchmal auf den größeren Grünlandflächen im Naturerlebnisgebiet. Dann hängt es von der Rücksichtnahme der Besucher ab, wie lange sie dort nach Nahrung suchen. Leider fallen die großen Grünlandbereiche nahe dem Rieselfeldhof oft zur Nahrungssuche aus, da diese zu stark durch freilaufende Hunde in Anspruch genommen werden. Die etwas weniger scheuen Grau- und Kanadagänse können hier regelmäßiger beobachtet werden. Die Gänse steuern zur Nahrungsaufnahme auch umliegende Schutzgebiete mit hohem Grünlandanteil an, wie zum Beispiel die Emsaue und die Brüskenheide.

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Flugbild Blässgänse

Tab. 1: Blässganszahlen aus unseren Jahresberichten

2010 2011 2012 2013 2014 2015
Max. Bestand 01. – 06. 328 (21.02.10) 1840 (06.03.11) 802 (11.03.12) 695 (05.04.13) 670 (27.01.14) 2780   (1) (21.03.15)
Max. Bestand 07. – 12. 443 (12.11.10) 1051 (24.12.11) 520 (02.12.12) 1640 (07.11.13) 1900 (17.12.14) 2660   (1) (30.09.15)
Quellen Feldmann et al. 2011 Feldmann et al. 2012 Feldmann et al. 2013 Feldmann et al. 2014 Feldmann et al. 2015 Feldmann et al. 2016

(1) Bemerkung: Die hohen Zahlen zeigen durchziehende Blässgänse, durchschnittlich wurden im Nov. u. Dez. ca. 1500 Blässgänse gezählt.

 

Quellen:

Glader, H. (2001): Wintergäste – Zugvögel am Niederrhein.- 76 S., Mercator Verlag, Duisburg.

Schielzeth, H. (2001): Rastvögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2000 – eine kommentierte Artenliste.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 4, S. 32 – 52.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2011): Phänologie der Vögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2010.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 13, S. 6 – 11.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M.  (2012): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2011.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 14, S. 7 – 44.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2013): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2012.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 15, S. 7 – 51.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2014): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2013.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 16, S. 9 – 48.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2015): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2014.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 17, S. 11 – 48.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2016): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2015.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 18, S. 11 – 28.

Kranichzug

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Es sitzen wohl noch etwas über 30.000 Kraniche in der Diepholzer Moorniederung. Nach den aktuellen Wetterprognosen könnte evtl. Donnerstag  (24.11.2016) wieder ein Kranichzugtag werden. Also Köpfe in den Himmel und Ohren aufgestellt – sofern die Lebenssituation es gerade zuläßt. Das letzte Zugereignis war im Wesentlichen zwischen 10 Uhr und 14:30 Uhr  über Münster zu beobachten.

Einige Tausend Kraniche werden die Chance bereits genutzt haben.

Auch am Freitag scheinen die Witterungsbedingungen für den Zug der Kraniche gut zu werden. Ebenso könnte es am Samstag weiterhin passen, sofern es die morgendlichen Startbedingungen in der Diepholzer Moorniederung zulassen (möglichst kein oder wenig Nebel).

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Nun ist er auch über dem Münsterland zu sehen – der Kranichzug. Schon vor wenigen Wochen gab es bereits einzelne Kraniche über dem Münsterland und einer blieb vor einigen Tagen auch in den Rieselfeldern hängen und kann auf dem Großen Stauteich beobachtet werden. Bisher zogen die Kraniche jedoch im äußersten Osten NRWs an der Westfälischen Bucht vorbei über Sauerland und Siegerland und Hessen weiter nach Frankreich. Nächste Halteplätze könnten der Lac du Der-Chantecoq im Nordosten und der Landes de Gascogne im Südwesten Frankreichs sein. Bei Reisegeschwindigkeiten zwischen 45 und 65 km/h sind die Kraniche in der Lage an einem Tag mehrere hundert Kilometer zurückzulegen. Maximale Zugstrecken von 1000 km sind aus Projekten mit besenderten Kranichen bekannt.

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Kranichrast in der Diepholzer Moorniederung: abgeerntete Maisfelder sind eine willkommene Nahrungsquelle

Seit gestern, aber vor allem heute am Mittwoch den 9. November gibt es große Zugbewegungen über dem Münsterland. Und dies wird in den nächsten Tagen auch noch eine Fortsetzung finden, sofern die Witterung passt. Kraniche lieben auf ihrem Zug Rückenwind, das heißt beim Herbstzug Winde aus nördlichen bis östlichen Winden und trockenes Wetter – aber auch die Kraniche können es sich nicht immer aussuchen.  Seit Oktober sammelten sich tausende Kraniche in der Diepholzer Moorniederung, nördlich des Teutoburger Waldes. Die Kranichzählungen des BUND Diepholzer Moorniederung ( http://www.bund-dhm.de/01_htm/204_aktuell.htm) ergaben fast 30 000 Kraniche für Anfang Oktober. Die Rastbestände schwollen bis zum vergangenen Wochenende auf ca. 83 000 Kraniche an.

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Kranichrast in der Diepholzer Moorniederung, Datum 08.11.2014. Damals betrug die maximale Zahl rastenderKraniche 110 000.

Mittlerweile wird es Zeit für die Kraniche aufzubrechen und so nutzen sie jede Möglichkeit bei trockenem Wetter in den Morgenstunden Richtung Süden und Südwesten zu starten.

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Massenstart in der Diepholzer Moorniederung, allerdings nur auf dem Weg zum Schlafplatz am 08.11.2014. Die Zugunruhe war deutlich zu spüren. Amfolgenden Tag, den 09.11.2014 wurden auch viele Züge über Münster und dem Münsterland gesehen.

 

Da sie keine vier Tage Vorhersage kennen und auch die Großwetterlage nicht auf dem Radarschirm sehen, kann es durchaus vorkommen, dass sie zwar zunächst in der Diepholzer Moornierderung bei günstigen Bedingungen starten aber bereits über dem Münsterland erkennen müssen, dass das Wetter schlechter wird und folglich zum Teil auch wieder umkehren.

So sind auch die heutigen Beobachtungen über Münster zu werten. Tausende Kraniche zogen in Richtung Südwesten, jedoch gab es auch vielfach Beobachtung des Umkehrzuges in Richtung Norden bzw. Nordosten verbunden mit Übernachtungen an unüblichen Schlafplätzen.

Die nächsten Tage versprechen noch lebhaftes Zuggeschehen. Die Wetterprognosen sind zur Zeit für den Freitag und Samstag besonders günstig.

Quellen und weitere Informationen:

http://www.kraniche.de

http://www.bund-dhm.de/01_htm/200_kraniche.htm

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/kranich/14589.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Kranich

Stadtplanung contra biologische Vielfalt

Unglaublich aber leider wahr: die Konzentrationszone für Windenergieanlagen nahe dem Europäischen Vogelschutzgebiet Rieselfelder Münster steht immer noch in der Liste der Flächennutzungsplanänderungen für die Ratssitzung am 29. Juni.

Teile von Politik und Verwaltung gefährden somit wissentlich die Wertigkeit des Feuchtgebietes internationaler Bedeutung. Sie gefährden darüber hinaus das Potential eines so wertvollen Schutzgebietes in einer immer intensiver genutzten Kulturlandschaft als Rückzugsgebiet. Da sich dies nicht auf einzelne Fledermaus- oder Vogelarten reduzieren lässt, besteht die Biologische Station Rieselfelder Münster auf dem, von den staatlichen Vogelschutzwarten geforderten Abstand von 1200 m um ein solches Europäisches Vogelschutzgebiet. Es wird damit nicht zuletzt auch am eigenen Ast gesägt, was die Attraktivität Münsters für Besucher betrifft. Viele Menschen nicht nur aus der näheren Umgebung von Münster besuchen die Rieselfelder wegen dieser besonderen Wertigkeit, wegen der besonderen Artenvielfalt der Vogelwelt.

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Gänse starten in der Morgendämmerung vom Schlafplatz am Großen Stauteich zu den umliegenden Nahrungsgründen. Ein Windrad am Hessenweg würde ihnen zum Teil den Weg zu den Grünlandflächen in der Werse-Aue und am Edelbach verstellen.

Auf der anderen Seite fällt ein potentieller Windkraftstandort heraus, „…da das Windrad weithin bis hin zum Aasee sichtbar wäre…“(aus der WN vom 9. Juni „Münsterscher Anzeiger“). Einen minderwertigeren, ja lachhafteren Ablehnungsgrund kann man sich kaum vorstellen. Zudem fehlt leider immer noch eine nachvollziehbare Begründung für den Wegfall des Windvorranggebietes „Werse / Laer“.

Es ist somit an den Ratsfrauen und Ratsherren des Rates der Stadt Münster am 29. Juni zu entscheiden: stimmen sie für die Windvorrangzone 4a am Hessenweg, dann stimmen sie gegen die Rieselfelder.

Die Unterschriftenaktion der Biologischen Station Rieselfelder Münster gegen das geplante Windvorranggebiet 4a am Hessenweg läuft noch bis zum 25. Juni. Unterschriften können auf Unterschriftenlisten oder aber im Internet abgegeben werden (siehe linke Spalte). Derzeit haben bereits insgesamt über 6200 Menschen mit ihrer Unterschrift die Rieselfelder unterstützt.

Sollte der Rat der Stadt Münster sich für das Windkraftvorranggebiet aussprechen, muss sich die Bevölkerung der Stadt Münster schon jetzt innerlich darauf vorbereiten, dass es gegen dieses Windkraftvorranggebiet 4a ein Bürgerbegehren geben wird.

Übrigens: die Ratssitzung ist öffentlich und beginnt um 17:30 Uhr im Festsaal des Rathauses, Prinzpalmarkt 8-9.

 

Der Frühling macht’s möglich: die Rieselfeld-Störche sind wieder da

… aber auch sie wären durch die geplanten Windenergienanlagen bedroht (Achtung: Online-Petition).

mit den südlichen Winden in der vergangenen Woche sind einmal mehr wieder einige Zugvögel hier eingetroffen. Einige machen hier nur Rast, wie zum Beispiel Alpenstrandläufer und der Waldwasserläufer, andere jedoch sind gekommen um hier zu brüten. Dazu gehören die von allen geliebten Weißstörche. Seit Freitag ist nun auch das Storchenpaar auf der Gaststätte Heidekrug, die am Samstag den 26. März wieder ihre Pforten öffnet, eingetroffen. Derzeit haben drei Storchenpaare ihre vorjährigen Nester wieder besetzt. Aber der Frühling ist noch jung, es können mit den nächsten südlichen Luftströmungen auch noch mehr werden. Zwei der Storchen-Nisthilfen befinden sich auf Privatgrund. Es wird gebeten diese Flächen nicht zu betreten. Neben dem Storchenpaar auf der Gaststätte Heidekrug kann ein zweiter Horst direkt von einer Beobachtungshütte am Wöstebach eingesehen werden. Mit etwas Glück und einem guten Fernglas sind alle drei Standorte vom Aussichtsturm aus zu sehen. Auch die Weißstörche können durch die geplante Errichtung von Windkraftanlagen an den Rieselfeldern betroffen sein.

Falls die Storchenpopulation wächst werden aus Mangel an natürlichen Neststandorten auch neue Nisthilfen benötigt. Die neue Nisthilfe steht direkt hinter der Station.
Falls die Storchenpopulation wächst werden aus Mangel an natürlichen Neststandorten auch neue Nisthilfen benötigt. Die neue Nisthilfe steht seit Dienstag  direkt hinter der Station.

Der Erhaltungszustand der Storchenpopulation ist zur Zeit als stabil anzusehen. Störche zählen nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den streng geschützten Vogelarten. Dennoch sind in Deutschland bisher 53 dokumentierte Schlagopfer durch Windkraftanlagen zu beklagen. Dies wird aus einem für Deutschland von der staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg geführten Kataster ersichtlich (Stand: Dez. 2015). Gerade Nahrungs-Suchflüge finden zu einem nicht unerheblichen Teil im Höhenbereich der Rotorblätter (50-150m) statt. Der Umkreis von einem Kilometer um einen Storchenhorst gilt als absoluter Tabu-Bereich für Windkraftanlagen. Auch der Radius von zwei bis drei Kilometer um einen Horst, sollte als Nahrungs-Suchbereich frei von entsprechenden Anlagen bleiben. In diesen Radius fallen auch die geplanten Windkraftanlagen an den Rieselfeldern. 2014 brüteten fünf Storchenpaare in den nahrungsreichen Rieselfeldern, 2015 zunächst vier Paare, allerdings waren drei nur erfolgreich.

Mittlerweile gibt es nicht nur Unterschriftenlisten gegen die geplanten Windkraftanlagen, sondern auch eine Online-Petition im Internet. Dort können Sie direkt auch für die Zukunft der Storchenpopulation in den Rieselfeldern votieren.

Kranichzugtag im Westen

Heute, Mittwoch den 9. März war wieder ein Kranichzugtag. Kranichzüge konnten den ganzen Tag ab ca. 10 Uhr witterungsbedingt vor allem im Westen von Nordrhein-Westfalen gesichtet werden. Meldungen aus Münster und Recklinghausen scheinen die östlichsten Beobachtungen gewesen zu sein. Sie zogen meist hoch am Himmel und diesmal auch alle nach Norden und Nordosten.

Brutvögel haben es schwer

Der nachstehende Text ist eine Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Bonn, Münster, Recklinghausen, 17. Februar 2016:

Die Vielfalt in der Vogelwelt schwindet. Insbesondere bislang häufige und weit verbreitete Singvogelarten wie Baumpieper und Stieglitz weisen negative Trends auf. Die jetzt veröffentlichte Studie "Vögel in Deutschland" beleuchtet die Hintergründe dieser Bestandsrückgänge.

"Die Arten der Agrarlandschaft bleiben weiterhin unsere Sorgenkinder",
erläutert Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für
Naturschutz. "Rund die Hälfte der Vogelarten unserer Felder und Wiesen
nehmen im Bestand ab. Besonders betroffen sind die am Boden brütenden
Arten und solche, die sich von Kleininsekten ernähren." Dafür werden
unter anderem die häufige und intensive Bodenbearbeitung sowie der starke
Rückgang von Insekten verantwortlich gemacht.

Trotz einzelner Erfolge bei Großvogelarten wie Schwarzstorch und
Fischadler reichen die Schutzbemühungen in Deutschland für einen Großteil
der Arten, auf deren Erhaltung die Europäische Vogelschutzrichtlinie
abzielt, noch nicht aus. "Die Intensivierung der Landnutzung, die
Entwässerung von Lebensräumen sowie Sport- und Freizeitaktivitäten sind
die wichtigsten Beeinträchtigungen und Gefährdungen", konstatiert Bernd
Hälterlein, Vorsitzender des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten.

"Zugvögel weisen einen höheren Anteil im Brutbestand abnehmender Arten
auf als diejenigen Arten, die auch im Winter bei uns bleiben", ergänzt
Peter Herkenrath, der als Geschäftsführer der Länderarbeitsgemeinschaft
der Vogelschutzwarten an der Publikation mitgewirkt hat. "Neben den
Schutzanstrengungen in Deutschland ist deshalb eine Intensivierung der
Bemühungen zum Schutz von Zugvögeln auf ihren Zugwegen und im
Überwinterungsgebiet erforderlich", so Herkenrath.

Eine bedeutende Aufgabe in den kommenden Jahren ist die Verbesserung des
Managements in den EU-Vogelschutzgebieten. Für die Mehrzahl der Gebiete
liegen noch keine Pflege- und Entwicklungspläne vor. Und dort, wo sie
vorliegen, sind diese oftmals nicht vollständig umgesetzt. "Soll die
Erhaltung der Zielarten des europäischen Vogelschutzes Erfolg haben,
müssen wir hier umgehend einen großen Schritt nach vorn machen", betont
Bernd Hälterlein und fordert Politik und Verwaltung auf, die dafür
benötigten Finanzmittel bereitzustellen. 

Hintergrund
"Vögel in Deutschland 2014" basiert auf Datenerhebungen, die zum größten
Teil von Ehrenamtlichen im Rahmen des bundesweiten Vogelmonitorings
durchgeführt werden. Für die Studie wurde umfassendes Datenmaterial aus
dem nationalen Bericht nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie anhand
der ökologischen Eigenschaften der Vögel neu analysiert und bewertet.

Die Publikation Vögel in Deutschland wird jährlich gemeinsam durch den
Dachverband Deutscher Avifaunisten, die Länderarbeitsgemeinschaft der
Vogelschutzwarten und das Bundesamt für Naturschutz herausgegeben. Die
neue Ausgabe "Vögel in Deutschland 2014" ist im Februar 2016 erschienen.

Der Bericht "Vögel in Deutschland 2014" steht als Download bereit unter

www.dda-web.de

www.bfn.de/0315_vogelmonitoring.html
Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter:
http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5724


Hrsg: Bundesamt für Naturschutz
Referat Presse/Öffentlichkeitsarbeit
Konstantinstraße 110
53179 Bonn
Fon: 0228/8491 - 4444
Fax: 0228/8491 - 1039
presse@bfn.de
www.bfn.de

 

Winter in und über den Rieselfeldern

Da das Klarwasser der Kläranlage an richtigen Wintertagen deutlich wärmer ist als die Umgebungsluft, dampft es - hier: "Fußbodenheizung" für Enten und Bläßhühner
Da das Klarwasser der Kläranlage an richtigen Wintertagen deutlich wärmer ist als die Umgebungsluft, dampft es – hier: „Fußbodenheizung“ für Enten und Bläßhühner.

Nun ist der Winter endlich angekommen. Bei Minusgraden in der Luft ist das Klarwasser der Kläranlage, dass durch den Großen Stauteich fließt, noch recht warm, dampft und sorgt für warme Füße  – nicht nur bei den Enten und Gänsen.

Passend dazu zogen heute die Kraniche wieder in Richtung Süden. Am frühen Nachmittag konnten einige Züge mit insgesamt mehreren hundert Kranichen über den Rieselfeldern gesichtet werden. Und das nachdem vor ca. zwei Wochen die ersten Kraniche wieder Richtung Norden zogen und vereinzelt bereits an den Brutplätzen an der Ostsee auftauchten. Gestern wurden auch Züge von Blässgänsen über dem Münsterland auf dem Weg zum Niederrhein beobachtet.

Daheim geblieben: mit den Füßen im dampfend warmen Wasser - so hält es auch der Weißstörch bei -7° Celsius Lufttemperatur aus.
Daheim geblieben: mit den Füßen im dampfend warmen Wasser – so hält es auch der Weißstorch bei -7° Celsius Lufttemperatur aus.

Am Großen Stauteich treffen sich diejenigen, die versuchen so lange wie möglich hier auszuhalten.

 

Kraniche über den Rieselfeldern

Auch heute ziehen bei fast idealen Zugbedingungen seit kurz vor 11 Uhr einige Kranichzüge über die Rieselfelder in Richtung Südsüdwest. Nächster Halt sind, soweit die Witterung es unterwegs zuläßt,  einige größere Gewässer in Zentral-Frankreich. Bereits gestern konnten einige ziehende Kraniche über den Rieselfeldern beobachtet werden, die nach dem Kälteeinbruch jede Möglichkeit nutzen, um nun weiterzuziehen. Eine Synchronzählung des BUND in der Rast-Region „Diepholzer Moorniederung“ weist für den 16. November noch einen Rastbestand von über 28 000 Kranichen auf (siehe: Kranichzählungen des BUND – Diepholzer Moorniederung).