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Welt-Zugvogeltag

Zum Weltzugvogeltag!   Samstag 9. Mai

in Ermangelung einer aufklärenden Führung

Nun könnte man sicherlich stundenlang darüber fachsimpeln, warum in der zurückliegenden Corona-Zeit so viele Besucher in den Rieselfeldern unterwegs waren  – und dies auch wochentags. Es gibt natürlich ein paar einfache Antworten, wie zum Beispiel „jetzt hatten sie endlich mal Zeit dafür, da sie zum Teil eh nicht zur Arbeit durften“ oder „es war ja auch immer schönes Wetter“ oder „die anderen Grünzonen in Münster waren eh schon überfüllt“. Und in jeder Antwort steckt auch ein wenig Wahrheit. Wahr ist aber auch, dass keine Tiergruppe so viele Anhänger hat, wie gerade die Vögel. Pensionierte und passionierte Vogelkundler gibt es viele – Vogelkundlerinnen eher schon etwas weniger.

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Der Weißstorch ist wohl unser bekanntester Zugvogel. Die Westpopulation der Störche (im Wesentlichen westl. der Elbe) nimmt weiter zu und überwintert zum Teil in Spanien und Portugal. Längst nicht alle überfliegen die Meerenge bei Gibraltar, um in Afrika zu überwintern. Derzeit brüten vier Storchenpaare in den Rieselfeldern und weitere vier Paare in direkt angrenzenden Bereichen. Ein Storchenpaar ist auf der Gaststätte „Heidekrug“ zu Hause (Foto: Michaela Stenz).

Gerade in diesen Tagen, in denen alle durch die Covid19-Pandemie erhebliche Einschränkungen persönlicher Freiheiten in Kauf nehmen, spielt sicherlich auch die Sehnsucht, sich so frei wie ein Vogel bewegen zu können, eine Rolle dabei, so dass man vielleicht mal ein wenig länger den vorbei fliegenden Vögeln hinterherschaut. Die können und dürfen überall hin und wir nicht. Am Mittwoch erst schaffte es daher sogar die Meldung, dass eine Stockente in Rekordzeit von Hessen bis Russland geflogen ist, bis fast auf die Titelseiten – auch in sozialen Netzwerken. Derartige Beobachtungen häufen sich, da durch immer bessere und leichtere Sender immer mehr besenderte Vögel uns über ihren Reiseweg informieren können. Kürzlich erst, am 3. April war eine besenderte Uferschnepfe namens „Mojelle“  in den Rieselfeldern zu Gast und freute sich über das reichhaltige Nahrungsangebot in den seichten Uferbereichen des Großen Stauteiches. „Mojelle“ weilt jetzt zur Brutzeit im Ochsenmoor im südwestlichen Niedersachsen.

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Kolbenenten-Paar. Die Kolbenenten breiten sich zunehmend in Mitteleuropa aus. So sind sie auch noch nicht lange in den Rieselfeldern anzutreffen. Es werden mit etwas Glück mindestens zwei Pärchen zur Brut kommen. Bis zu sieben Kolbenenten konnten in diesem April gezählt werden, die Mehrzahl männlich (links) (Foto: Thomas Sauter).

Zugvögel sind in besonderer Weise durch den Zivilisationsdruck der Menschen betroffen. Ist ein Zugvogel dann auch noch auf Brutplätze in der weiten landwirtschaftlich intensiv genutzten Flur angewiesen, wie zum Beispiel Brachvogel, Uferschnepfe und Kiebitz, dann geht es ihm erst recht schlecht in diesen Tagen. Zugvögel sind darauf angewiesen, dass es ihnen in den Brutgebieten, in den Rastgebieten, in den Überwinterungsgebieten und auf den Zugwegen gut geht – sie dort überall genügend Nahrung finden und sie auch nicht gefangen oder abgeschossen werden. Da das menschliche Handeln mittlerweile bis in den letzten Winkeln der Erde greift, gibt es keine Bereiche ohne Störung mehr.

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Brandgänse mit Kindergarten. Die Brandgänse sind bedingt durch den milden Winter schon zu Standvögeln in den Rieselfeldern geworden. Sie sind an ihrem feuerroten Schnabel gut zu erkennen. Bis zu 52 Brandgänse konnten im April 2020 gezählt werden.

Profitieren könnten sie von einer möglichst nachhaltigen Lebensweise der Menschen. Zunächst müssen sie sich aber noch mit den besonderen Schutzbemühungen in den Schutzgebieten zufrieden geben. In dem „Europäischen Vogelschutzgebiet Rieselfelder Münster“ wird die Bewirtschaftung von 430 ha speziell an den Erfordernissen der hier brütenden und rastenden Vogelarten ausgerichtet. Mit Erfolg!

Grünschenkel und Dunkler Wasserläufer
Grünschenkel (links) und Dunkelwasserläufer sind zwei typische Vertreter der Watvögel, die auf ihren sehr langen Zugwegen in den Rieselfeldern rasten. Flachwasserzonen sind ihr Nahrungsraum. Am 26.04.2020, einem außerordentlichen Zugtag, konnten neben 8 Dunkelwasserläufern auch 27 Grünschenkel, 130 Bruchwasserläufer und 250 Kampfläufer in den Rieselfeldern beobachtet werden. Vor allem am Großen Stauteich (Foto: Edgar Hengstmann).

Im zurückliegenden Zugvogelmonat April gab es Tageszählungen mit fast siebzig Uferschnepfen und Ende April Extrem-Zahlen mit 250 Kampfläufern, denen die flachen Rieselfeld-Teiche als Nahrungsquelle dienten. Über 90 ha Schilffläche garantieren auch ein sicheres beruhigtes Brutgebiet für schilfgebundene gefährdete Singvogelarten wie Blaukehlchen, Rohrammer und verschiedene Rohrsänger-Arten.

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Blaukehlchen – Männchen. In 2019 konnten 51 Reviere dieser gefährdeten Singvogelart in den Rieselfeldern kartiert werden (Foto: Thomas Sauter).

Die Übergangsstrukturen zwischen nassem Grünland und niedrigen Gebüschen und randlichen Hochstaudenfluren bieten auch für durchziehende Singvögel ausreichend Nahrung. Einige seltene Arten wie zum Beispiel das Schwarzkehlchen brüten auch dieses Jahr wieder in den Grünlandbereichen der Rieselfelder: zwei bis drei Paare.

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Die bei uns seltenen Schwarzkehlchen (hier ein Männchen)  benötigen offene strukturreiche Lebensräume mit ausreichender Insektennahrung. Extensiv genutzte Dauerweiden, wie in den Rieselfeldern, sind ideal (Foto: Thomas Sauter).

Die in den Rieselfeldern rastenden und brütenden Vögel bedürfen eines besonderen Schutzes. Daher bitten wir Besucherinnen und Besucher sich in der Natur besonders respektvoll zu verhalten. Genießen Sie die besonderen Momente in den Rieselfeldern und bleiben Sie auf den Wegen.

Weitere Informationen auch unter:

Weltzugvogeltag: https://www.worldmigratorybirdday.org/

Rieselfelder Münster: http://www.biostation-muenster.org/

Besenderte Uferschnepfen: https://volg.keningfanegreide.nl/king-of-the-meadows-transmittersite/

Vogelerfassungen:  https://www.ornitho.de/

Mai – Vögel

Der Wonne-Monat Mai. Den haben wir uns für unser Erleben sicher anders vorgestellt.

(Eine Liste der im Mai zu beobachtenden Rieselfeld-Vögel verbirgt sich hinter dem Link im Bild.)

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Zwei bis drei Paare des Schwarzkehlchens (im Bild: ein Männchen) brüten in den Rieselfeldern. In der regionalisierten Roten Liste der Brutvögel Nordrhein Westfalens wird das Schwarzkehlchen als gefährdet in der Westfälischen Bucht geführt (Foto: H. Heise-Grunwald).

In derartigen Situationen blicken wir gerne auf die Vögel, die so frei und scheinbar unbeschwert umherfliegen können. Unbeschwert? Infektionen gibt es auch im Vogelreich und auch da ist es so: wo viele zusammen kommen, können sich auch viele anstecken und sterben. So auch in den vergangenen Monaten mit den Blaumeisen, die sich gerade an Fütterungsstellen mit einem Bakterium haben infizieren können und dann auch zahlreich starben. Der Usutu-Virus bei den Amseln ist ein vergleichbar gelagerter Fall. Aber Fütterung ist zumindest in den Wintermonaten wichtig.

Die Ursache für die erforderlichen Fütterungen liegen am mangelnden Futter in unserer Kulturlandschaft. Zu wenig Hecken mit Beerenfrüchten und zu wenig Hochstauden mit Samenständen, die über den Winter helfen könnten.

In solchen Zeiten ist es wichtig, Schutzgebiete wie die Rieselfelder Münster zu haben. Auch im sehr trockenen Vogezugmonat April konnte hier rastenden Vögeln durch die Bewässerung der Flachwasserflächen viel Nahrung geboten werden. Ein besonderer  Monat ist sicherlich auch der Mai, während die letzten Zugvögel hier rasten ist auch das Brutgeschehen bereits im vollen Gange.

 

Welcome back – vorsichtige Öffnungen

Eine vorsichtige „Willkommens-Phase“ hat nun auch in den Rieselfeldern begonnen. Die Beobachtungshütten sind wieder geöffnet und man kann dort bei Einhaltung der gebotenen Abstandsregeln Vögel beobachten. Der Aussichtsturm ist derzeit nur in der Woche begehbar. Samstags und sonntags bleibt er zunächst noch geschlossen, da ein zu großes Besucheraufkommen bei schönem Wetter erwartet wird und dann die gebotenen Abstände nicht eingehalten werden können.

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Die Ausstellung zur Landschaftsgeschichte der Rieselfelder ist wieder ab dem 10. Mai immer sonntags von 12 Uhr bis 18 Uhr geöffnet (Foto: Philip Dykhoff).

Ab Sonntag ist nun auch die Ausstellung im ehemaligen Kuhstall des Rieselfeldhofes (hinter der Gaststätte „Heidekrug“),  wieder geöffnet, allerdings gelten hier ebenfalls noch die Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Daher ist der Einlass auf maximal sechs Personen gleichzeitig begrenzt. In der Ausstellung gilt Maskenpflicht.

Da das Kontaktverbot bis zum 4. Juni gilt, wird es voraussichtlich bis dahin auch keine Führungen und Umweltprogramme geben.

Ab Dienstag den 12. Mai hat die Gaststätte „Heidekrug“ wieder geöffnet!  Auch hier gelten besondere Abstands- und Hygieneregeln! Aber immerhin – es geht wieder etwas mehr!

Die Biologische Station Rieselfelder Münster bittet um ein achtsames Verhalten im Umgang miteinander und im Umgang mit der umgebenden Natur. Es ist Brutzeit und daher ist es unbedingt erforderlich das Wegegebot einzuhalten und Hunde an der Leine zu führen.

Wir danken für Ihre Rücksicht auf die Rieselfeld-Natur!

Die Brutvogelsaison hat begonnen

Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Natur!
In Europäischen Vogelschutzgebieten gilt die Hundeanleinpflicht.

Die Rieselfelder Münster sind eine Perle des Vogelschutzes in Nordrhein-Westfalen, ein wertvolles Rast- und Brutgebiet für viele Vögel sowie ein „Feuchtgebiet Internationaler Bedeutung“ und als solche auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Einigen Münsteranern*innen ist dies offensichtlich nicht bewusst.

Gesetzlich sind die Rieselfelder geschützt. Beide Gebietsteile, das Naturerlebnisgebiet und das Reservat, bilden zusammen das Europäische Vogelschutzgebiet.

Täglich gilt es hier, das geltende Recht der Natur zu verteidigen gegen immer näher rückende Windenergie, zunehmenden Straßenverkehr und dann eben auch dem nicht zuträglichen Verhalten von einigen Besucherinnen und Besuchern, die durch Verlassen der Wege und/oder Lagern auf Wiesen, das Tierleben auf den Grünlandflächen und zum Teil in den Schilfbereichen stören.

Besonders fallen dabei einige Hundehalter*innen auf, die ihre Hunde nicht an der Leine führen, obwohl dies seit 2016 auch gesetzlich festgeschrieben ist.

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Es wurden auch Hundehalter*innen mit mehreren freilaufenden Hunden gesehen – im Falle eines Falles würden die Halter*innen sie gar nicht zusammen unter Kontrolle bringen. Es gab auch schon Treffen von Hundeschulen auf den Rieselfeld-Wiesen.

Vom 1. März bis zum 31. Juli gilt generell nach § 52 des Landesnaturschutzgesetzes eine Anleinpflicht für Hunde in allen Europäischen Vogelschutzgebieten.

Und dies hat gute Gründe: Stöbernde Hunde bedeuten für Wiesenvögel Lebensgefahr, da sie dadurch Stress und somit Energieverlust erleiden, Energie die fehlt um erfolgreich auf Nahrungssuche zu gehen. Nester werden verlassen, Eier kühlen aus oder Jungvögel müssen verhungern. Oftmals werden die durch freilaufende Hunde beunruhigten Flächen gerade auch wegen dieser Störung als Brut- und Rastflächen erst gar nicht mehr angenommen. Und der Jagdtrieb steckt in den meisten Hunden, wenn man sie nur lässt.

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Stöbernde Hunde auf dem Rieselfeld-Grünland.

Wir weisen deswegen so eindringlich darauf hin, da Mitarbeitern*innen, die freundlich auf diesen Umstand hinweisen, regelmäßig Unverständnis und Ärger entgegen schlägt.

Wir haben Verständnis dafür, dass für eine artgerechte Haltung von Hunden Freilauf wichtig ist. Daher auch unser Hinweis auf die von der Stadt ausgewiesenen Freilaufgebiete am Dortmund-Ems-Kanal und im Wienburgpark. Aber die Rieselfelder sind eines von wenigen Gebieten wo die Natur Vorrang hat vor den vielen einzelnen Nutzungsinteressen der Menschen.

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Ein Hund schnappt nach einem Schwan. Die Hundehalterin war entsetzt und in Tränen aufgelöst, ihr Hund hätte noch nie so etwas getan. Wir glauben ihr gerne, aber es zeigt auch den natürlichen Jagdtrieb, den die meisten Hunde haben. Der Schwan hat verletzt überlebt.

Daher unsere Bitte an Mensch wie Hund: bleiben sie auf den Wegen. Leinen sie ihre Hunde im Europäischen Vogelschutzgebiet und Feuchtgebiet Internationaler Bedeutung an – Danke!! Es gibt übrigens auch Menschen, die sich vor freilaufenden Hunden fürchten.

An die Stadt Münster richten wir den Appell, diese gesetzlich gegebene Anleinpflicht bitte auch ordnungsrechtlich umzusetzen!

Ein herzliches Dankeschön an die Vielen, die sich achtsam auch gegenüber der Natur verhalten!!

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Rieselfelder: Beobachtungseinrichtungen gesperrt

Das schöne Wetter treibt die Menschen nach draußen, zumal viele von ihnen nun auch Zeit haben. Dennoch gilt auch draußen, dass man voneinander Abstand halten soll. Die letzten Tage haben aber dazu geführt, dass viele Menschen die Beobachtungshütten und den Aussichtsturm in den Rieselfeldern aufsuchten und dort selten Sicherheitsabstände einhalten konnten.

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Ein Bild aus besseren Zeiten: wir freuen uns wieder darauf, gemeinsam auf dem Turm die Vogelwelt zu beobachten, nur leider sollte dies zur Zeit unterbleiben. Der Turm ist bis auf weiteres für Besucher gesperrt.

Daher bleiben die Beobachtungshütten und der Aussichtsturm in den Rieselfeldern sowie die Dauerausstellung zur Landschaftsgeschichte der Rieselfelder bis auf weiteres geschlossen.

Wenn dort mehrere Personen zusammenkommen, können sie keinen ausreichenden Sicherheitsabstand halten. Sie gefährden damit sich selber und eventuell auch andere. Mitmenschen ohne Symptome können auch Überträger des Virus sein.

Es ist ein Beitrag der Rieselfeldbesucher zur Vorsorge, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Auch die Vogelzählung in den Rieselfeldern muss weitergehen und die Vogelzähler*innen der Biologischen Station sind daher aufgefordert, Besucher zu bitten, die Hütten zu verlassen, damit sie ungefährdet die Vogelzählungen durchführen können.

Wir bitten um Verständnis für diese uns allen unangenehme Maßnahme! 

Einschränkung der Bildungsangebote

Liebe Mitbürger*innen,

wir alle sind aufgerufen verantwortlich dafür zu sorgen, dass die Ausbreitung des Corona-Viruses sich möglichst langsam vollzieht, um eine mögliche Überlastung des Gesundheitssystem zu vermeiden. Aus diesem Grund unterbricht die Biologische Station Rieselfelder Münster ihr Veranstaltungsprogramm ab Montag, 16.03.2020, bis zum Ende der Osterferien (19.04.2020).

Die rechtliche Grundlage ist ein Erlaß der Landesregierung zur Eindämmung der Verbreitung des Vorona Viruses. Dieser Erlaß kann unter dem nachstehenden Link eingesehen werden:

https://www.mags.nrw/pressemitteilung/landesregierung-beschliesst-weitere-massnahmen-zur-eindaemmung-des-corona-virus

Uns betreffende Auszüge:

„Ab Dienstag sind Zusammenkünfte in Sportvereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich nicht mehr gestattet. “ …

….“Die Regelungen sollen zunächst bis zum 19. April 2020 gelten, analog zu den bereits am Freitag verfügten Schließungen von Schulen und Kindertageseinrichtungen. Danach soll auf der Grundlage einer aktuellen Lage-Einschätzung des Robert-Koch-Instituts über das weitere Vorgehen entschieden werden.“

Wir hoffen, dass Sie alle diese Zeit gesund überstehen!!

März-Vögel in den Rieselfeldern

In jedem Monat ist eigentlich vogelkundlich viel in den Rieselfeldern zu erleben, aber der März ist schon einer der stärksten Durchzugsmonate im Frühjahreszug und auch der Monat mit den meisten Heimkehrern an Brutvögeln. Jedoch hält sich die Natur nicht an unsere Datumsgrenzen und somit sind diverse Heimkehrer vielleicht auch schon mal bereits Ende Februar zurück oder kommen erst Anfang April.

Die angehängte Liste (auf das Bild klicken) ist eine Liste der Vögel, die häufig im März in den Rieselfeldern gesehen werden.

Uferschnepfen in den Rieselfeldern Münster (Westf.) E1, Aufgenommen vom Aussichtsturm.
Dieses Jahr wurde die erste Uferschnepfe in den Rieselfeldern am 28.Februar gesichtet. In den vergangenen 20 Jahren lag das Datum der Erstsichtung in den Rieselfeldern immer zwischen dem 21. Februar und dem 8. März. Foto: Edgar Hengstmann

Moderne Markierungsmethoden, wie zum Beispiel die Besenderung von Vögeln, erlauben uns einen detailierten Einblick in die Zugwege und Rastplätze der Zugvögel.

An dieser Stelle möchten wir auf zwei Seiten hinweisen, die entsprechende Projekte vorstellen.

  1. https://www.wiesenvoegel-life.de/

Diese Seite stellt ein EU-Life Projekt zu Wiesenvögeln aus dem benachbarten Niedersachsen vor. Als „Wappen“-Vogel ist hierbei die Uferschnepfe dargestellt. In diesem Projekt wurden zusammen mit niederländischen Beringern auch Uferschnepfen im südwestlichen Niedersachsen (v.a. in der Diepholzer Moorniederung) beringt. Es gibt dort den Verweis auf eine niederländische Internetseite. Da die Verlinkung direkt zu der Karte nicht immer funktioniert hier auch nochmal die entsprechende Web-Adresse: https://volg.keningfanegreide.nl/king-of-the-meadows-transmittersite/

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Nach dem Langen Flug aus dem Winterquartier müssen die Uferschnepfen erst einmal wieder Energie tanken. Foto: Alfred Steins
2.  https://www.blessgans.de/index.php?id=874

Es ist eine ebenfalls niedersächsische Internetseite zur Gänseforschung des Gänseforschers Dr. Helmut Kruckenberg, die er im Rahmen des Europäischen Blessgans Forschungsprogramms erstellt hat. Dort findet man auch den Hinweis auf besendert Graugänse.

Die im Ochsenmoor am Dümmer besenderte Graugans GG-2016-D15 war im Februar 2018 am zu Besuch in den Rieselfeldern Münster. Einen kurzen Beitrag dazu veröffentlichten wir bereits im Februar 2018:  http://wp.biostation-muenster.org/2018/02

Die Rieselfelder Münster sind eines von drei „Feuchtgebieten internationaler Bedeutung“ in Nordrhein-Westfalen. Deshalb darf es in ihrer Nähe auch keine Windkraftanlagen geben!

Sie beherbergen tausende von Enten und Gänsen sowie hunderte von Watvögeln während der Zugzeiten und zum Teil auch im Winter. Sie bilden seit 2001 einen Brutplatz für bis zu fünf Paare Weißstörche, mehr als 100 Paare Schnatterenten und etliche weitere Vogelarten, die es regelmäßig in NRW nur noch hier gibt. Der Kiebitz brütet sogar im direkten Umfeld der jetzt geplanten Anlage. Im Winterhalbjahr pendeln nicht nur sibirische Blässgänse zwischen den Rieselfeldern und der sieben Kilometer östlich gelegenen „Brüskenheide“, sondern zur Brutzeit sogar Uferschnepfen und weitere Gänsearten. Das ganze Jahr über herrscht „reger Betrieb“ zwischen den Rieselfeldern und den Äckern, Abgrabungen und Teichen der weiteren Umgebung. Die hohe Wertigkeit des Gebietes wurde immer wieder von der amtlichen Naturschutzverwaltung der Stadt Münster und des Landes Nordrheinwestfalen hervorgehoben.

Warum wir – die Biologische Station Rieselfelder Münster – wieder einmal gegen den Aufbau einer Windkraftanlage in unmittelbarer Umgebung sind:

(1.) Der Rat der Stadt Münster hat 2016 in ihrem „Windenergie-Flächennutzungsplan“ explizit das damals geplante Windkraftareal in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Rieselfeldern aus der Planung entfernt – und zwar mit Naturschutzgründen.

(2.) 2019 erreichte uns ein Windkraftantrag auf dem Gelände der Fa. Remondis 1000 m weiter nördlich und genauso weit entfernt von den Rieselfeldern wie die 2016 abgelehnte Anlage. Dabei beruft sich der Antragsteller auf eine einzeilige Ergänzung des Flächennutzungsplans „Hessenweg“ 1996. Damals gab es jedoch das Europäische Vogelschutzgebiet Rieselfelder Münster nur in seinem nördlichen Teil, also etwa 1.800 m von der jetzt geplanten Anlage entfernt!

(3.) In den Jahren 1997-2000 wurde der Südteil zum „Naturerlebnisgebiet“ ausgebaut und dort nicht nur große Wasserflächen geschaffen, sondern auch ausgedehnte Grünlandbereiche als Gänserastplätze. Jede(r) BesucherIn der Rieselfelder kennt die damals neu geschaffene größte Wasserfläche im Gesamtgebiet (im Volksmund „E1“ genannt) wegen des Massenvorkommens von Gänse-, Enten-, und Watvogelarten, Kormoranen, Reihern, Löfflern und allen Möwen- und Seeschwalbenarten.

Wir haben 2014-2016 an den Windkraftplanungen der Stadt Münster konstruktiv mitgewirkt und den meisten Planungen der Stadt zugestimmt!

Anfang Februar wird es dazu ein Gespräch mit den Antragstellern der Naturschutzverwaltung (untere Naturschutzbehörde und staatliche Vogelschutzwarte) und der Biologischen Station geben.

Stauteiche wieder geflutet

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Mit dem warmen Kläranlagenwasser kommen die Vögel und an kühlen Tagen auch wieder der Nebel zurück an den Großen Stauteich.

Die zu Pflegearbeiten abgelassenen Stauteiche der Rieselfelder haben sich zum Wochenende wieder mit Wasser gefüllt. Die Pflegearbeiten konnten am Freitag abgeschlossen werden. Seit dem füllen sich die Teiche wieder mit dem aus der Kläranlage auslaufenden Wasser. Das Ergebnis fällt besonders im Bereich des Kleinen Stauteichs am Schilflehrpfad im Naturerlebnisgebiet auf, dort wo die Weidengebüsche auf den Stock gesetzt wurden. Mehr freie Sicht wird nicht nur die Besucher freuen, sondern kommt auch einigen rieselfeldtypischen Vögeln wie zum Beispiel den Watvögeln in der nächsten Zugsaison zu Gute, die  eine offene wasserreiche Landschaft den gehölzumstandenen Teichen vorziehen. Gehölze sind oft auch Ansitzflächen für einige Greifvögel. Deshalb hält die potenzielle Beute gerne Abstand dazu ein. Dass es dennoch nicht zu wenige Weidengebüsche in den Rieselfeldern gibt, beweißt ein Blick vom Aussichtsturm. Mit Motor- und Handsägen schaffen es die Mitarbeiter der Biologischen Station ein ausgewogenes Gleichgewicht zu halten ohne, dass alles zuwächst.

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Auf der Kiesinsel im Großen Stauteich wurden Hochstauden entfernt, damit im Frühjahr der Flußregenpfeifer wieder einen Brutplatz im Kiesbett findet (Foto: Carla Borchers).
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Auch großes Gerät kam zum Einsatz: Weidenschnitt wurde gehäckselt (Foto: Carla Borchers).

Zwei Mitarbeiter im freiwillgen ökologischen Jahr und zwei Mitarbeiter*innen im Bundesfreiwilligendienst unterstützen zwei der hauptamtlichen Mitarbeiter der Biologischen Station bei diesen typischen Winterarbeiten in den Rieselfeldern.

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Sonnenuntergang: Mit dem Wasser kommen auch die Vögel wieder zurück an den Großen Stauteich und dann kann es hier zum Sonnenuntegang soooooo romantisch sein.

 

Die Straße „Wöstebach“ ist zur Zeit eine Sackgasse

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Dort, wo die Straße „Wöstebach“ im Norden der Rieselfelder auf eine Seitenstraße der Sprakeler Straße trifft, wurden von dem Grundeigentümer Absperrungen errichtet, die nur schwer zu überwinden sind. Foto: Thomas Hafner.

Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten zwischen der Stadt Münster und einem benachbarten Landwirten ist die Straße „Wöstebach“ derzeit eine Sackgasse. Radfahrer, die von der Coermühle aus in Richtung Sprakel oder Gimbte gelangen möchten, sollten daher besser den Hessenweg nutzen. Für den nicht anliegenden Autoverkehr ist die Straße ohnehin gesperrt.

Auch für die Mitarbeiter der Biologischen Station (Bild) bedeutet dies Umwege bei Arbeitseinsätzen.

Wann sich die bereits einige Wochen anhaltende Situation wieder entspannt, kann nicht vorhergesagt werden.