Archiv der Kategorie: Aktuelles

Kranichzugtag im Westen

Heute, Mittwoch den 9. März war wieder ein Kranichzugtag. Kranichzüge konnten den ganzen Tag ab ca. 10 Uhr witterungsbedingt vor allem im Westen von Nordrhein-Westfalen gesichtet werden. Meldungen aus Münster und Recklinghausen scheinen die östlichsten Beobachtungen gewesen zu sein. Sie zogen meist hoch am Himmel und diesmal auch alle nach Norden und Nordosten.

Umweltausschuss gegen europäischen Vogelschutz

Die schwarz-grüne Mehrheit im Umweltausschuß der Stadt Münster hat sich am 2. März für eine Machbarkeitsstudie für die Errichtung eines Energieparks mit Windrändern am Rande der Rieselfelder ausgesprochen. Damit nimmt sie die negative Beeinflussung des Europäischen Vogelschutzgebietes Rieselfelder Münster billigend in Kauf.

Nachstehend lesen sie die Presseerklärung der Biologischen Station Rieselfelder Münster zu den Darstellungen im Zeitungsartikel vom 3. März:

Biologische Station Rieselfelder Münster

Pressemitteilung vom 3.3.2016

Gewerbegebiet Hessenweg ist nicht Energiepark Saerbeck.
Bereits im Jahr 2013 war ein Abgesandter der „Grünen“ in der Biologischen Station, um zu erörtern, ob es Möglichkeiten der Ansiedlung von Windenergieanlagen im Bereich des Gewerbegebietes Hessenweg gäbe; dieses Ansinnen wurde von der Station schon damals zurückgewiesen. Dabei wurde aber nicht der „Energiepark“ als solcher abgelehnt, sondern als sinnreiche Einrichtung für etwa Batterieforschung, Wasserstofftechnologie, Fotovoltaikforschung usw. bezeichnet.
Außerdem wird überhaupt nicht klar, ob geplant ist, zusätzlich zu dem ohnehin nicht infrage kommenden Bereich nahe des Kanals zwischen dem GI-Gebiet Hessenweg und Coerde im Gewerbegebiet selbst noch zusätzliche Anlagen aufzustellen, was nahe am Schifffahrter Damm bis zu einer Gesamthöhe von 50 Metern möglicherweise ginge.

Wenn Herr Joksch nun behauptet, wir hätten „keine Bedenken gegen Windräder geäußert, die östlich des Kanals stehen“, ist das so pauschal eindeutig unzutreffend. Der Kanal im Bereich Hessenweg liegt nicht nur unmittelbar angrenzend an das Europäische Vogelschutzgebiet, sondern ist gleichzeitig auch eine Vogelzugleitlinie. Und wenn der „Nachhaltigkeitsdezernent“ Peck ausgerechnet auf Saerbeck verweist, so „soll er mir doch einmal zeigen, wo im Einflussbereich des Energieparks Saerbeck ein europäisches Vogelschutzgebiet liegt“, betont Michael Harengerd.
Bemerkenswert sei das Vorgehen der Grünen auch, weil sie in der Vergangenheit nicht nur das heutige Vogelschutzgebiet massiv unterstützt, sondern das Gewerbegebiet Hessenweg rundweg abgelehnt hätten.

3.3.2016
Dr. Michael Harengerd

 

Die Pressemitteilung nimmt Bezug auf den nachstehenden Presseartikel:

Energiepark_02

Windkraft-Provokation geht weiter

Bereits in einem Beitrag vom 11. November (siehe weiter unten) bezieht die Biologische Station eindeutig Stellung gegen die geplanten Windkraftanlagen am Hessenweg. Die weiteren Vorschläge zur Errichtung von Windrädern im geplanten Energiepark Zwischen Hessenweg und Dortmund-Ems-Kanal entbehren ebenfalls jeglicher naturschutzfachlicher Kompetenz, da die Abstände zum europäischen Vogelschutzgebiet viel zu gering sind. Siehe nachstehender Artikel.

Energiepark_01

Artenschutzkonferenz am Samstag den 27. Februar 2016

Die 4. Münsteraner Artenschutzkonferenz steht vor der Tür. Am 27. Februar geben namhafte Referenten aus Stadt und Land bei den Stadtwerken Münster einen tiefen Einblick in aktuelle naturschutzpolitische Themen und stellen sich zur Diskussion. Diskutieren Sie mit!

Das Vortrags- und Diskussionsprogramm der 4., von den Grünen Kreisverbänden Warendorf, Coesfeld, Borken, Münster und Steinfurt durchgeführten Artenschutzkonferenz steht mittlerweile fest. Einzelheiten lesen Sie hier.

Brutvögel haben es schwer

Der nachstehende Text ist eine Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Bonn, Münster, Recklinghausen, 17. Februar 2016:

Die Vielfalt in der Vogelwelt schwindet. Insbesondere bislang häufige und weit verbreitete Singvogelarten wie Baumpieper und Stieglitz weisen negative Trends auf. Die jetzt veröffentlichte Studie "Vögel in Deutschland" beleuchtet die Hintergründe dieser Bestandsrückgänge.

"Die Arten der Agrarlandschaft bleiben weiterhin unsere Sorgenkinder",
erläutert Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für
Naturschutz. "Rund die Hälfte der Vogelarten unserer Felder und Wiesen
nehmen im Bestand ab. Besonders betroffen sind die am Boden brütenden
Arten und solche, die sich von Kleininsekten ernähren." Dafür werden
unter anderem die häufige und intensive Bodenbearbeitung sowie der starke
Rückgang von Insekten verantwortlich gemacht.

Trotz einzelner Erfolge bei Großvogelarten wie Schwarzstorch und
Fischadler reichen die Schutzbemühungen in Deutschland für einen Großteil
der Arten, auf deren Erhaltung die Europäische Vogelschutzrichtlinie
abzielt, noch nicht aus. "Die Intensivierung der Landnutzung, die
Entwässerung von Lebensräumen sowie Sport- und Freizeitaktivitäten sind
die wichtigsten Beeinträchtigungen und Gefährdungen", konstatiert Bernd
Hälterlein, Vorsitzender des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten.

"Zugvögel weisen einen höheren Anteil im Brutbestand abnehmender Arten
auf als diejenigen Arten, die auch im Winter bei uns bleiben", ergänzt
Peter Herkenrath, der als Geschäftsführer der Länderarbeitsgemeinschaft
der Vogelschutzwarten an der Publikation mitgewirkt hat. "Neben den
Schutzanstrengungen in Deutschland ist deshalb eine Intensivierung der
Bemühungen zum Schutz von Zugvögeln auf ihren Zugwegen und im
Überwinterungsgebiet erforderlich", so Herkenrath.

Eine bedeutende Aufgabe in den kommenden Jahren ist die Verbesserung des
Managements in den EU-Vogelschutzgebieten. Für die Mehrzahl der Gebiete
liegen noch keine Pflege- und Entwicklungspläne vor. Und dort, wo sie
vorliegen, sind diese oftmals nicht vollständig umgesetzt. "Soll die
Erhaltung der Zielarten des europäischen Vogelschutzes Erfolg haben,
müssen wir hier umgehend einen großen Schritt nach vorn machen", betont
Bernd Hälterlein und fordert Politik und Verwaltung auf, die dafür
benötigten Finanzmittel bereitzustellen. 

Hintergrund
"Vögel in Deutschland 2014" basiert auf Datenerhebungen, die zum größten
Teil von Ehrenamtlichen im Rahmen des bundesweiten Vogelmonitorings
durchgeführt werden. Für die Studie wurde umfassendes Datenmaterial aus
dem nationalen Bericht nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie anhand
der ökologischen Eigenschaften der Vögel neu analysiert und bewertet.

Die Publikation Vögel in Deutschland wird jährlich gemeinsam durch den
Dachverband Deutscher Avifaunisten, die Länderarbeitsgemeinschaft der
Vogelschutzwarten und das Bundesamt für Naturschutz herausgegeben. Die
neue Ausgabe "Vögel in Deutschland 2014" ist im Februar 2016 erschienen.

Der Bericht "Vögel in Deutschland 2014" steht als Download bereit unter

www.dda-web.de

www.bfn.de/0315_vogelmonitoring.html
Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter:
http://www.bfn.de/0401_pm.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5724


Hrsg: Bundesamt für Naturschutz
Referat Presse/Öffentlichkeitsarbeit
Konstantinstraße 110
53179 Bonn
Fon: 0228/8491 - 4444
Fax: 0228/8491 - 1039
presse@bfn.de
www.bfn.de

 

Rieselfeld – Straßen

Neben der aktuellen Diskussion um einen nahe gelegenen Windkraft-Standort (siehe Beitrag, weiter unten vom 11. November 2015) ist das Verkehrsaufkommen auf den Straßen „Coermühle“ und „Hessenweg“ in den Rieselfeldern ein weiteres Konflikt-Thema seit Jahrzehnten.

Nachdem die Straßen 1999 bereits gesperrt wurden, geriet das Thema in die politischen Mühlsteine. Dies hatte zur Folge, dass diese aus Sicht des Schutzgebiets-Managements und aus Sicht der Besucher der Rieselfelder sinnvolle Maßnahme nach  veränderten Mehrheitsverhältnissen im Rat der Stadt wieder zurückgenommen wurde.

Seitdem steht das Straßen-Thema alljährlich auf der Agenda im Meinungsaustausch zwischen der Stadt und der Biologischen Station Rieselfelder Münster. Bis heute wurde leider keine überparteiliche dauerhafte Lösung gefunden.

Ein neuer Vorstoß der SPD aus der Bürgervertretung Nord (siehe Artikel in der Münsterschen Zeitung“ vom 13. Februar 2016) bringt frischen Wind in die Angelegenheit.

Artikel aus der Münsterschen Zeitung vom 13.02.2016
Artikel aus der Münsterschen Zeitung vom 13.02.2016

Die SPD-Fraktionsmitglieder in der Bürgervertretung Nord favorisieren hierin eine Fahrradstraße mit Amphibien-Durchlässen.

Die Biologische Station Rieselfelder Münster begrüßt den Vorschlag aus der Bürgervertretung Nord und schließt sich dem Votum an, dass die kostengünstige Ausweisung als Fahrradstraße unabhängig von den Amphibien-Durchlässen zu betreiben ist, damit ein erster Schritt in die richtige Richtung nicht an den Kosten für die Amphibien-Tunnel scheitert. 1999 hat hierzu die Stadtverwaltung bemerkt, dass eine Fahrradstraße im Außenbereich planungsrechtlich nicht möglich sei. Wir hoffen daher auf unbürokratische, möglichst von allen Fraktionen getragene Lösungen – dauerhafte Lösungen, die allen zugute kommen, der Natur und den Besuchern der Rieselfelder, einem Feuchtgebiet internationaler Bedeutung.

Der Zauber der Rieselfelder

Rauhreif-Morgen in den Rieselfeldern
Rauhreif-Morgen in den Rieselfeldern
Warmes dampfendes Waser und weiße Pracht
Warmes dampfendes Waser und weiße Pracht
Ein Höckerschwan "rekelt" sich in den Strahlen der Morgensonne
Ein Höckerschwan „rekelt“ sich in den Strahlen der Morgensonne

Nach einem wunderbaren Rauhreif-Morgen lockte ein Tag voller Sonne nicht nur viele Besucher in die Rieselfelder. Gegen 14:30 Uhr überflogen zunächst 119 Kraniche die Rieselfelder  und nahmen sie kreisend und laut rufend ein wenig in Augenschein bevor sie Richtung Süden davonzogen. Nur wenige Minuten später zogen 42 Kraniche tief fliegend in Richtung Norden über die Biologische Station. Das Hin und Her der Großwetterlagen sorgt auch bei manchen Zugvögeln für etwas Verwirrung.

Die wollten wieder nach Norden - Kraniche über der Biologischen Station Rieselfelder Münster
Die wollten wieder nach Norden – Kraniche über der Biologischen Station Rieselfelder Münster

Winter in und über den Rieselfeldern

Da das Klarwasser der Kläranlage an richtigen Wintertagen deutlich wärmer ist als die Umgebungsluft, dampft es - hier: "Fußbodenheizung" für Enten und Bläßhühner
Da das Klarwasser der Kläranlage an richtigen Wintertagen deutlich wärmer ist als die Umgebungsluft, dampft es – hier: „Fußbodenheizung“ für Enten und Bläßhühner.

Nun ist der Winter endlich angekommen. Bei Minusgraden in der Luft ist das Klarwasser der Kläranlage, dass durch den Großen Stauteich fließt, noch recht warm, dampft und sorgt für warme Füße  – nicht nur bei den Enten und Gänsen.

Passend dazu zogen heute die Kraniche wieder in Richtung Süden. Am frühen Nachmittag konnten einige Züge mit insgesamt mehreren hundert Kranichen über den Rieselfeldern gesichtet werden. Und das nachdem vor ca. zwei Wochen die ersten Kraniche wieder Richtung Norden zogen und vereinzelt bereits an den Brutplätzen an der Ostsee auftauchten. Gestern wurden auch Züge von Blässgänsen über dem Münsterland auf dem Weg zum Niederrhein beobachtet.

Daheim geblieben: mit den Füßen im dampfend warmen Wasser - so hält es auch der Weißstörch bei -7° Celsius Lufttemperatur aus.
Daheim geblieben: mit den Füßen im dampfend warmen Wasser – so hält es auch der Weißstorch bei -7° Celsius Lufttemperatur aus.

Am Großen Stauteich treffen sich diejenigen, die versuchen so lange wie möglich hier auszuhalten.

 

Frohes neues Jahr!

grosserStauteich122015
Der Große Stauteich: nach dem Wiederanstau gibt es hier wieder Einiges zu beobachten.

Zum neuen Jahr gibt es auch das neue Halbjahresprogramm der Biologischen Station. Unter dem Unterpunkt „Veranstaltungen“ finden Sie eine entsprechende pdf-Datei. Nicht ganz so neu ist der Wiederanstau der Stauteiche, so dass auch wieder zusätzliche Ruhe- und Nahrungsbereiche für Lachmöwen, Kiebitze, Gänse und Enten vorhanden sind.

 

Jahresbericht 2014

 

Titelbild_JB_2014

Der neue Jahresbericht der Biologischen Station für das Jahr 2014 ist da. Er kann zum Preis von 12,- Euro in der Station erworben werden.

Bestellung können telefonisch unter der Rufnummer 0251-161760 oder per email an info (at) rieselfelder-muenster.de vorgenommen werden.

 

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