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Viele Insekten, viele Vögel

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Graugänse lieben die Pflanzen im Verlandungsbereich und vor allem frisches Gras im Grünland. Die Rieselfelder weisen etwa 100 ha Grünland auf.

Die Hitliste der häufigsten Vögel in den Rieselfeldern wird derzeit mit über 900 Individuen angführt von der Graugans gefolgt von etwa 800 Schnatterenten und 700 Staren. Mit 290 ist auch die Anzahl der zu beobachtenden Kiebitze bemerkenswert. Sie entspricht in etwa dem Vorjahr zur gleichen Zeit. Im September sollten es jedoch noch mehr werden. Im Vorjahr waren es in der zweiten Septemberhälfte etwa 480 Kiebitze. Vor zehn Jahren (2011) rasteten im September noch mehr als 1300 Kiebitze in den Rieselfeldern. Die Zahlen repräsentieren Maxima der Tageszählungen.  Dies kennzeichnet den bereits bekannten dramatischen Rückgang des Kiebitzes in unserer Kulturlandschaft. Bei den Insekten sieht es ähnlich dramatisch aus, nur dass dies meist aus Unkenntnis über die Artenfülle der Insekten nicht so auffällt.

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Kiebitze lieben die Schlammbänke und schlammigen Uferbereiche. Gerne ruhen sie sich im flachen Wasser stehend aus. Auch die Grünlandbereiche werden gerne angeflogen, sofern das Gras noch nicht zu hochwüchsig ist. Foto: Michaela Stenz.

Wer etwas mehr über Insekten kennen lernen möchte,  ist in den Familien-Naturerlebnisprogrammen mit Dr. Giselheid Reding gut aufgehoben. Am Montag den 9. August stellt die Biologin von 10 Uhr bis 12 Uhr in der Veranstaltung „Ritter in glänzender Rüstung“ Käfer vor. Am Dienstag zur gleichen Zeit richtet sie ihr Augenmerk in dem Programm „Die phantastischen Sinne der Tiere“ auf die Sinneswahrnehmung. Auch dabei werden unter anderem einige Insekten vorgestellt. Das auch im Wasser einige Insekten oder zumindest ihre Larven zu Hause sind, erfährt man am Mittwoch von 10 Uhr bis 12 Uhr in der Kescherveranstaltung „Wassergetier“. Mit etwas Glück geht vielleicht auch ein besonderer „Insektenfreund“ ins Netz – ein Wasserfrosch. Andere Insekten verzehrende Arten können auch am Mittwoch Abend von 21 Uhr bis 23 Uhr gesehen werden. Bei der Führung „Vom Tag zur Nacht“ werden je nach Witterung auch einige Fledermäuse bei der Insektenjagd zu beobachten sein. Und weil die Rieselfelder noch immer sehr insektenreich sind, sollte man bei einem Besuch den Insektenschutz nicht vergessen.

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Auch ein Ritter in glänzender Rüstung – der Blutrote Schnellkäfer. Er ist häufig auf Doldenblütlern wie zum Beispiel Wiesenkerbel, Wiesenbärenklau oder Wilde Möhre vor allem in Gebüsch- oder Waldnähe zu beobachten. Foto: Michaela Stenz.

Eine Anmeldung zu den kostenpflichtigen Angeboten ist bis zum Vortag um 12 Uhr unter der Rufnummer 0251 /161760 erforderlich. Die Anmeldung für die Montags-Führung muss bis Freitag 12 Uhr erfolgen. Alle Programme starten am Rieselfeldhof, Coermühle 100, hinter der Gaststätte „Heidekrug“.

Beginn der Zugsaison und Veranstaltungen

die Hochzeit der Zugsaison sind sicherlich die Monate August und September, aber es gibt auch jetzt bereits Zugbewegungen, die durch das häufigere Auftreten einiger Watvogelarten in den Rieselfeldern zu beobachten sind. So können zum Beispiel regelmäßig etwa zehn Waldwasserläufer im Juli in den Rieselfeldern gezählt werden.

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Ende August gibt es die meisten Waldwasserläufer auf dem „Herbstzug“ in den Rieselfeldern zu sehen. 2020 waren es ca. 20 Waldwasserläufer. Auf dem Frühjahrszug waren es sogar über 30 Waldwasserläufer im April. Die Zahlen zu der Rastbestandserfassung werden in den Jahresberichten der Biologischen Station Rieselfelder Münster veröffentlicht. Foto: Hauke Roy.

Nicht alle werden auf dem Großen Stauteich zu sehen sein, doch ist der Große Stauteich sicherlich die erste Adresse für viele Watvogelarten. Bei milder Witterung ist es möglich, dass auch noch in den Wintermonaten einzelne Waldwasserläufer in den Rieselfeldern zu Gast sind. Auch steigt die Zahl der zu beobachtenden Kiebitze wieder an. Obwohl der Bruterfolg in den Rieselfeldern mit nur einer gesicherten und erfolgreichen Brut für den Kiebitz sehr gering ausfällt, fliegen über 200 Kiebitze vor allem am Großen Stauteich ihre Runden und sammeln Nahrung aus dem Schlamm und von den Uferbänken.

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Der Waldwasserläufer ist von der Schwanz- bis zur Schnabelspitze 21 – 24 cm lang und steht gerne zwischen anderen auf dem Großen Stauteich rastenden Vögeln. Im Hintergrund steht eine Lachmöwe im Flachwasser. Foto: Hauke Roy.

Einige Vogelarten kommen auch erst am Abend eingeflogen, weil für sie der Große Stauteich ein sicherer Schlafplatz ist oder weil das weitläufige Schilf Schutz vor Feinden gewährt. Mit Einbruch der Dämmerung ändert sich die Erlebnisstimmung in den Rieselfeldern auch für die zweibeinigen flügellosen Besucherinnen und Besucher. Es wird leiser und ungewöhnliche Laute sind ab und an zu hören. Besonders gut kann man diese Stimmung bei der Veranstaltung „Vom Tag zur Nacht“ am Donnerstag den 29. Juli von 21 Uhr bis 23 Uhr nachvollziehen. Die Biologin Dr. Giselheid Reding gibt hierzu Familien mit Kindern ab acht Jahren vielfache Informationen zu dem Leben in der Dämmerung. Mit nützlichen Tieren beschäftgt sich Frau Dr. Reding am Freitag, 30. Juli, von 10 Uhr bis 12 Uhr in dem Familienprogramm „Von Bienen und anderem nützlichen Getier“. Die Veranstaltung ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Bei beiden Veranstaltungen zahlen Erwachsene  sieben Euro und Kinder fünf Euro für die Teilnahme. Am Sonntag den 1. August ab 10 Uhr leitet der Naturführer Udo Wellerdieck eine erlebnisreiche fünf- bis sechsstündige Radwanderung für Jedermann mit dem Titel „Zwei Seiten der Ems“. Die Teilnahmegebühr beträgt zehn Euro pro Person. Startpunkt für alle Veranstaltungen ist der Rieselfeldhof, Coermühle 100, hinter der Gaststätte Heidekrug. Für alle Angebote ist eine Anmeldung bis 12 Uhr am Vortag der Veranstaltung unter der Rufnummer 0251 / 161760 erforderlich. Anmeldeschluß für die Sonntags-Radwanderung ist Freitag 12 Uhr.

Lebensraum Teich erkunden

Über 90 Wasserflächen werden in den Rieselfeldern aktiv mit dem Wasser aus dem Großen Stauteich bewässert. Diese Wasserflächen halten allerlei Leben bereit, das letztendlich auch einen Großteil der Speisekarte der hier brütenden und rastenden Vögel bildet.

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Der Eisvogel – der bunteste heimische Vogel – hat in den Rieselfeldern keine Probleme kleine Fische, wie zum Beispiel hier den Stichling, zu fangen. Das flache Wasser der Rieselfeldparzellen bietet genügend Lebensraum und Nahrung für Stichlinge. Foto: Ralf Worrmann.
An zwei Schaubiotopen kann diese Lebenswelt im Teich unter Anleitung erkundet werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele der Umweltbildungsveranstaltungen der Biologischen Station Rieselfelder Münster an und um diese Schaubiotope stattfinden. In der Ferienzeit gibt es fast jeden Tag eine Naturerlebnis-Veranstaltung.
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Junger Zwergtaucher mit Stichling. Foto: Thomas Sauter.

 

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Auch Frösche fangen ist in den Rieselfeldern keine Kunst aber was dann… Der Graureiher hat sich einen Seefrosch geschnappt. Bis es ihn runtergewürgt hat ist es bei dieser Größe durchaus noch ein wenig Arbeit. Foto: Michaela Stenz.

Am Donnerstag den 15. Juli begleitet von 10 Uhr bis 13 Uhr die Biologin und Naturpädagogin Bea Niederau das Programm „Frosch und Co. und Wasserexperimente“. Die Veranstaltung „Wassergetier“ schließt sich am Freitag den 16. Juli von 15 Uhr bis 17 Uhr unter der Leitung der Biologin Giselheid Reding an. Beide kostenpflichtige Angebote finden am Schaubiotop des Rieselfeldhofes, Coermühle 100, hinter der Gaststätte „Heidekrug“ statt.

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Wat- und Wiesenvögel lieben eher kleinere Tiere als Beute. Hier hat sich eine Uferschnepfe eine Zuckmückenlarve geschnappt. Foto. Michaela Stenz.

Eine Anmeldung ist bis zum Vortag der Veranstaltung um 12 Uhr unter der Rufnummer 0251 / 161760 erforderlich.

An dieser Stelle auch mal ein herzliches „Dankeschön!“ an die Naturfotografinnen und Naturfotografen, die uns immer wieder tolle Motive zur Verfügung stellen. Wir veröffentlichen nur Fotos von Fotografinnen und Fotografen, die sich korrekt verhalten und den Abstand zu den Tieren nur mit großen Brennweiten oder manchmal einem Makroobjektiv überbrücken und auf den Wegen bzw. in den Hütten bleiben.

Erste Erfahrungen mit der Straßensperrung

und ein Hinweis auf eine fledermauskundliche Führung
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aber ungehinderter Flugverkehr: Über dem hochstehenden Gras der Rieselfeld-Wiesen fliegen die Lachmöwen Parcour um Insekten zu jagen, ähnlich den Schwalben, die in diesem Jahr leider nur in geringer Zahl zu sehen sind.

Die Straße „Coermühle“ ist nun schon seit einigen Wochen gesperrt und es gibt erste Erfahrungen bezüglich der Sperrung des 800 m langen Teilstückes der Rieselfeld-Starße. Besucherinen und Besucher, ob regelmäßig oder erstmalig in den Rieselfeldern unterwegs, reagieren positiv auf die Sperrung und freuen sich auch über die gefahrenfreie Nutzung der Straße. Sogar Veranstaltungsteilnehmerinnen und Veranstaltungsteilnehmer einer Kescheraktion am Rieselfeldhof, die aus Greven kommend einen Umweg in Kauf nehmen mußten, zeigten sich verständnisvoll  und befürworteten sogar die Sperrung der Straße im europäischen Vogeschutzgebiet. Sicherlich wird es auch andere Meinungen geben, wie manch lebhafte Diskussion bereits zeigte, aber die Mehrzahl der Rückmeldungen, die die Biologische Station Rieselfelder Münster bisher erhalten hat, äußerten sich positiv zur Sperrung.

Die direkten Anlieger der Coermühle haben durch die Sperrung größere Einschränkungen erfahren. Dafür gibt es nun auch Ausnahmegenehmigungen zur Befahrung des Teilstückes, die nachvollziehbar und selbstverständlich sind. Deswegen auch unser Hinweis an alle Besucherinnen und Besucher, dass es trotz der Sperrung neben dem landwirtschaftlichen Verkehr noch berechtigte Personen zur Befahrung der Coermühle gibt. Es müssen Kinder zur Kita nach Gelmer gebracht und abgeholt werden, es sind auch Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr in Gelmer, die auf direktem Weg zur Wache gelangen müssen und andere Einzelfälle, die ansonsten unverhältnismäßige Härten in Kauf nehmen müßten. Deswegen auch unser dringender Appell diesen berechtigten Nutzerinnen und Nutzern der Straße nicht feindselig sondern verständnisvoll zu begegnen.

„Schwarze Schafe“, die diese Situation auch für sich ausnutzen wird es sicherlich auch immer geben. Damit diese weniger werden, führt die Polizei in unregelmäßigen Abständen immer wieder Kontrollen durch.  Die Sperrung hat die Verkehrssituation an der Coermühle jetzt schon deutlich beruhigt. Es sind nur noch wenige Kraftfahrzeuge auf der Coermühle unterwegs.

Die beste Alternative ist, die Rieselfelder mit dem Fahrrad zu erkunden oder zu durchfahren , da die Sperrung nur für Kraftfahrzeuge gilt. Ebenso keine Probleme haben die geflügelten Bewoher der Rieselfelder. Neben den Vögeln sind dies auch die Fledermäuse, die ebenso den Insektenreichtum der Rieselfelder zu schätzen wissen. Mehr über diese nächtlichen Jäger der Lüfte erfährt man im Rahmen der kostenpflichtigen  Veranstaltung für Familien mit Kindern ab acht Jahren „Auf Schwingen ohne Federn“ unter der Leitung der Biologin Dr. Giselheid Reding am Sonntag den 20. Juni von 21:30 Uhr bis 23:30 Uhr. Eine Anmeldung ist bis Freitag 18. Juni 16 Uhr unter der Rufnummer 0251 / 161760 erforderlich. Treffpunkt ist am Seminargebäude des Rieselfeldhofes, Coermühle 100, hinter der Gaststätte „Heidekrug“. Es wird darauf hingewiesen, dass die Anfahrt aufgrund der Sperrung von Süden nur über die Kanalstraße oder die Grevener Straße und die Straße „Zum Rieselfeld“ erfolgen kann.

Es ist soweit: die Straße „Coermühle“ ist auf einem Teilstück gesperrt

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Links:  Vorankündigung der Sperrung mit dem Hinweis zur ungehinderten Zufahrt zur Biologischen Station. Dieses Schild ist trotz der falschen Rechtschreibung gültig. Rechts: Sperrung ab der Biologischen Station Rieselfelder Münster.

Seit Montag, 26.04.2021,  Vormittag ist das Teilstück der Straße „Coermühle“ zwischen der Einfahrt zur  Biologischen Station Rieselfelder Münster und der Straße „Wöstebach“ für den motorisierten Kraftverkehr voll gesperrt. Nur land- und forstwirtschaftlicher Verkehr ist hier erlaubt. Für einzelne Anlieger der Coermühle in unmittelbarer Nachbarschaft der Sperrung wird es in begründeten Fällen Ausnahmegenehmigungen geben.

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Immernoch Verkehr trotz eindeutiger Sperrung. Mit der Zeit wird man sich an die Sperrung gewöhnen müssen, da Kontrollen teuer werden können.

Am ersten Tag der Sperrung werden viele noch nicht auf die aufgestellten Zeichen geachtet haben, denn der Verkehr war zwar deutlich reduziert, aber immer noch beachtlich. Es besteht aber die Hoffnung, dass eine Gewöhnung an diesen Zustand eintritt und zusätzliche Kontrollen helfen, die Coermühle zu beruhigen.

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Erster Tag nach der Sperrung, erste Kontrollen. Dabei wurden auf dem Hessenweg und der Coermühle auch gleich ein paar Temposünder erwischt.

Auch einige treue motorisierte Rieselfeldbesucher*innen müssen sich jetzt umgewöhnen, da sie nunmehr nur noch zu den Parkplätzen am Heidekrug und zur Station fahren können und das aus unterschiedlichen Anfahrtsrichtungen.

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Anfahrtsskizze für die Biologische Station Rieselfelder Münster und den Rieselfeldhof mit der Gaststätte „Heidekrug“ und der Dauerausstellung zur Landschaftsgeschichte der Rieselfelder.

Der Rieselfeldhof mit der Gasstätte „Heidekrug“ und der Dauerausstellung zur Landschaftsgeschichte sowie dem Seminarzentrum ist über die Kanalstraße und Grevenerstrasse zu erreichen. Für die Biologische Station Rieselfelder Münster wählt man am besten Anfahrtsrouten über die Grevener Strasse oder den Schifffahrter Damm (siehe obige Skizze). Eine direkte Verbindung zwischen der Biologischen Station und dem Rieselfeldhof gibt es für den motorisierten Kraftverkehr nicht mehr.

Für Radfahrer*innen gibt es keinerlei Einschränkungen, für sie ist die Coermühle weiterhin und nun auch risikofreier durchgängig befahrbar.

 

Pressemitteilung der Stadt Münster zur Straßensperrung Coermühle:

Coermühle: Durchfahrt ab Montag gesperrt

Münster (SMS) Wie vom Rat der Stadt beschlossen, wird am kommenden Montag, 26. April, die Straße Coermühle zwischen der Einmündung Wöstebach und der Zufahrt zur Biologischen Station für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die entsprechenden Hinweisschilder werden im Laufe des Montags aufgebaut. Für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr bleibt die Durchfahrt frei. Anfang Mai ist zudem eine digitale Bürgerinformation zur neuen Verkehrsregelung „Rieselfelder“ vorgesehen. Nähere Informationen finden Interessierte in Kürze auf der Homepage des Ordnungsamtes der Stadt Münster unter dem Stichwort „Rieselfelder“: www.stadt-muenster.de/ordnungsamt  (02 51  – 4 92-32 83).

In Erwartung der ersten Uferschnepfe

Gerade im Zuge der vergangenen warmen Tage mit südlichen Winden sind schon einige Zugvögel wieder zu ihren Brutgebieten in Nordwestdeutschland aufgebrochen. Für einige besenderte Uferschnepfen gibt es die Möglichkeit zu sehen, wo sie sich gerade aufhalten, sofern sie nicht gerade in einem „Funkloch“ sitzen.

Im Anflug - die erste Uferschnepfe in 2021. Foto: Thomas Sauter.
Im Anflug – die erste Uferschnepfe. Das Bild stammt allerdings aus dem Jahr 2020. Foto: Thomas Sauter.

So rasteten einige Uferschnepfen auf ihrem Weg von Westafrika vor den warmen Tagen bei uns bereits in Portugal. Die Südwinde der vergangenen Woche haben bereits einige Uferschnepfen genutzt und es gibt erste Signale von Uferschnepfen in den Niederlanden.

Einsehen kann man diese Wanderbewegungen auf den Zugrouten der Uferschnepfen unter dem Link

https://www.globalflywaynetwork.org/flyway/east-atlantic-flyway-inland-waders/map   .

Bisher wurde aber keine Uferschnepfe in den Rieselfeldern gesichtet.

Der Link wird von einer Forschergruppe der Universität Groningen und verschiedenen angegliederten Projektträgern unterhalten und zeigt die Ost-Atlantik Zugroute der Binnenland-Watvögel mit der Uferschnepfe als Beispiel-Vogelart.

Eine besenderte Uferschnepfe, die bereits in den vergangenen Jahren auch in den Rieselfeldern rastete ist „Madame Kipp“. Wir erwarten sie täglich. Im vergangenen Jahr war die Erstankunft der Uferschnepfen in den Rieselfeldern der 28.02.2020.

Auch wenn die Uferschnepfen nicht bei uns brüten, so wissen sie, dass sie hier in möglichst kurzer Zeit viel Nahrung aufnehmen können, um sich von den Strapazen der langen Flugstrecke zu erholen.

Von hier aus geht es dann in nahe und weiter nördlich gelegene Brutgebiete wie zum Beispiel Feuchtwiesenschutzgebiet Greven/Saerbeck, Düsterdieker Niederung und Ochsenmoor (Diepholzer Moorniederung).

„Die Rieselfelder als bedeutendes Europareservat müssen engagiert geschützt werden.“

Dies ist kein Ausspruch „spinnerter Naturfreaks“, sondern ein ernst zu nehmender Satz aus dem jüngsten Koalitionsvertrag der Grünen, der SPD und der Volt-Partei in Münsters Stadtrat. Dafür zunächst ein Dankeschön der Biologischen Station Rieselfelder Münster, deren Mitarbeiter*innen darin eine Bestätigung ihrer Arbeit sehen.

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Viele Gänse wechseln zum Teil in niedriger Höhe von der Brüskenheideüber den Dortmund-Ems-Kanal auf den Großen Stauteich, wo sie ruhen und trinken-

Diesem engagierten Satz sollen nun auch Taten folgen. Im Koalitionsvertrag steht nämlich weiter, dass „…wir [die Koalitionspartner*innen im Rat] alle bisher nicht genutzten Windenergie-Eignungsflächen, mit Ausnahme der Umgebung der Rieselfelder, identifizieren und soweit planungsrechtlich möglich für die Errichtung von weiteren Windenergieanlagen vorbereiten.“

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Generell gelten für die Errichtung von Windenergieanlagen Abstände entsprechend den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW) von 1200 m im Minimum zum europäischen Vogelschutzgebiet. Für einige Vogelarten werden größere Abstände vorgeschlagen. Die Hauptflugkorridore zu den Nahrungsplätzen sollten generell freigehalten werden. Diese sind hier mit roten Pfeilen gekennzeichnet. [Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW): Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brut­plätzen ausgewählter Vogelarten (Stand April 2015), Berichte zum Vogelschutz, Bd. 51, 2014]
Dies heißt, dass endlich die Bedeutung des Europäischen Vogelschutzgebietes nicht nur von der Lokalpolitik erkannt, sondern auch entsprechend gehandelt werden soll. Dies bestärkt die Biologische Station auch in ihrer Haltung zur geplanten Windkraftnutzung auf dem nahegelegenen Remondis-Werksgelände, welche nun zwangsläufig nicht weiterverfolgt werden kann.

Die Sperrungen der Straße „Coermühle“ und evtl. des Hessenweges (Anlieger und landwirtschaftlicher Verkehr frei), ist ein weiterer Punkt im Koalitionsvertrag, der den Bemühungen der Biologischen Station um mehr Artenschutz entgegenkommt. Konkret benennt die Biologische Station hier die Abschnitte Coermühle zwischen Wöstebach und Biologischer Station sowie den Hessenweg zwischen der Kreuzung mit der Coermühle und dem Ende des Schutzgebietes (Stadtgebiets- und somit Zuständigkeitsgrenze). Wenn es dann noch zu einer deutlichen Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs entlang des Schifffahrter Dammes sowie zur Erreichbarkeit des Südteils der Rieselfelder kommen könnte, wäre das ein sehr gelungenes Gesamtergebnis.

 

Der Aussichtsturm ist wieder geöffnet

Nach der Schneeräumung ist der Aussichtsturm in den Rieselfeldern wieder geöffnet. Aufgrund der kalten Außentemperaturen können sich aber vereinzelt glatte Stellen bilden. Es wird um Vorsicht gebeten.

Der Aussichtsturm ist wieder geöffnet.

Die Besucher*innen müssen aufgrund der Infektionsgefahr auch darauf achten,  immer einen Mindestabstand von 1,5 m voneinander einzuhalten. Das gilt auch bei der Aufsuchung der Beobachtungshütten.

Geben Sie aufeinander acht und bleiben Sie gesund!

Kein Schlittschuhlaufen in den Rieselfeldern

Seit dem es keine Eissporthalle mehr gibt, wird der Druck auf die Rieselfelder größer. Leider gibt es wenig Alternativen, obwohl es zu anderen Zeiten sicherlich ein einträgliches Geschäft sein könnte.

Das darf aber nicht zu Lasten des Naturschutzgebietes  und Europäischen Vogelschutzgebietes Rieselfelder Münster und seiner zum Teil seltenen und geschützten Bewohner gehen!

Die zugefrorenen Flächen liegen alle im Naturschutzgebiet und dort gilt ganzjährig ein Betretungsverbot der Flächen.

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Zertretenes Schilf, Lagern und sogar ein freilaufender Hund im Naturschutzgebiet Rieselfelder Münster.

Nun ist er da, der Winter. Mit Frost und mit Schnee. Letzterer kann die Landschaft leicht herrlich verzaubern. In den Rieselfeldern sind eingige Wasserflächen zugefroren.  Allmählich kommen die Gedanken an das Eislaufen hervor. Ob die Eisschicht trägt, kann man nicht allgemein sagen. Es gibt einige Flächen die nie ganz zufrieren oder aber so tief sind, dass sie auch erst spät einen Eispanzer bilden.

Unbedacht bleibt jedoch oft, dass diese Situation für Tiere, die keine Winterruhe haben und auch noch nicht weggezogen sind, durchaus eine Notzeit darstellt. Jede Störung bedeutet zusätzlicher Energieverlust und dieser kann aufgrund von Nahrungsarmut im Winter nicht ausgeglichen werden.

Auch der Lebensraum Schilf in den Rieselfeldern ist nicht leer, einige Vögel sind hiergeblieben oder gerade als Wintergäste bei uns.

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Die Bartmeise (hier ein Männchen) ist ein sehr heimlicher Schilfbewohner. Gelegentlich sieht man einzelne Tiere bei der Futtersuche.  Foto: Norbert Wünnemann.

Die schön gezeichneten Bartmeisen (Bild oben) zum Beispiel ernähren sich nun mühsam von Schilfsamen. Auch wenn die meisten Besucher sie nicht wahrnehmen, da sie sehr scheu sind, beleben sie das Schilf. Ebenso die seltene Rohrdommel (Bild unten) von der diesen Winter sogar zwei in den Rieselfeldern gesehen wurden. Weitere Vogelarten, die auch im Winter das Schilf beleben sind Rohrammer, Teichhuhn und Wasserralle.

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Ein wirklich seltener und störungsempfindlicher Wintergast – die Rohrdommel. Sie ist vom Aussterben bedroht. Es gibt nur noch einzelne Brutpaare in Nordrhein-Westfalen. Foto: Lutz Werner Groß.

Das Hereinbrechen einer immer größer werdenden Schar an Schlittschuhläuferinnen und Schlittschuhläufern ist da nicht hilfreich. Viele trampeln das schützende Schilf in den Randbereichen nieder, um dort zu lagern, und allzu leise und zurückhaltend – mit Respekt vor der Natur – benehmen sich die wenigsten.

Viele Schlittschuhfahrer*innen sind zudem, wer hätte das gedacht, besonders fußfaul. Sie parken verbotener Weise direkt an den Straßen Coermühle und Hessenweg. Der Weg von den Parkplätzen  ist ihnen zu weit.

Diesen Winter kommt hinzu, dass die Straßenränder aufgrund der Schneemengen keinen Parkraum lassen und die festgefahrene Schneedecke der Coermühle sehr glatt ist. Es besteht bei zu vielen Wildparkern die Gefahr, dass selbst Rettungsfahrzeuge hier nicht mehr fahren können.

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Die Schneeglätte auf der Coermühle und auf dem nördlichen Abschnitt des Hessenweges hat am 11. Februar bereits zu mindestens 4 „Grabenrettungen“ geführt. Gut wenn dann einer ein Abschleppseil dabei hat.

Daher bitten wir, dass Polizei und Ordnungsamt ein wachsames Auge auf den fahrenden und ruhenden Verkehr haben und es gleichzeitig gilt, auch auf die Einhaltung der Coronaschutzbestimmungen zu achten.

Während zu frostigen Wochenendtagen die Coermühle in früheren Wintern  schon derart chaotisch zugeparkt war, dass die Polizei in der Vergangenheit diese Straße sperren und zur Einbahnstraße erklären musste, damit die parkenden Autos überhaupt wieder weg kamen, war der große Parkplatz am Rieselfeldhof / Heidekrug fast leer (siehe nachfolgende Bilder). Es sind Straßen im Außenbereich, da ist Parken im Straßenraum grundsätzlich verboten – auch ohne Halteverbotsschilder. Drei offizielle Parkplätze gibt es: an der Biologischen Station, an der Gelmer Brücke und am Rieselfeldhof.

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Ein frostiger Sonntag um 12 Uhr auf der Coermühle …
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… und zur gleichen Zeit am Rieselfeldhof.

Stattdessen bieten sich Rundgänge an den beiden belebten Stauteichen an. Diese sind nur randlich zugefroren und bieten so allem Wassergefieder einen letzten Zufluchtsort. Von den Beobachtungseinrichtungen aus lassen sich die verschiedenen Gänse- und Entenarten gut beobachten. Da die Stauteiche vom warmen Klarwasser, dem gereinigten Abwasser, der Kläranlage gespeist werden, bleiben die zentralen Bereiche immer eisfrei. Da es aber keinen Winterdienst in den Rieselfeldern gibt,  ist das Wegenetz zur Zeit zum Teil nur mit guter Winterausrüstung begehbar.

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Auf einigen Wegen hat ein Traktor Schnee geschoben, einige Wege sind jedoch noch unter dem Schnee verborgen.
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Winter am Großen Stauteich.
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Spuren im Schnee, wer mag hier gestartet sein? Die Größe deutet auf eine Drossel, z.B. eine Amsel hin.