Archiv der Kategorie: Aktuelles

Große Haufen – Kleine Käfer

Biodiversität und Weidegang

Witterungsbedingt musste im Mai ein Vortrag in den Rieselfeldern verschoben werden, zu dem die Biologische Station Rieselfelder Münster nun erneut einlädt.

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Nicht nur Stare gesellen sich gerne zu Rindern auch Rabenvögel und Bachstelzen sind häufig in ihrer Nähe zu beobachten. Im vergangenen Jahr gesellte sich ein Kuhreiher für mehrere Wochen zu den Rindern in den Rieselfeldern. Sie profitieren davon, dass Rinder beim Weidegang Insekten aufscheuchen aber auch von dem Leben in den Hinterlassenschaften der Rinder. Foto: Michaela Stenz.

Am Freitag den 12. August um 18 Uhr referiert der Biologe Friedrich Pfeifer in dem Vortrag „Große Haufen, kleine Käfer“ über die Lebenswelt der Dunghaufen von Weidetieren vor allem anhand von Käferaufsammlungen. Wer meint, dies sei ein Randthema irrt. Es ist eher ein Schlüsselthema bei dem Verständnis des Zusammenhanges von Weidetierhaltung und Biodiversität. Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Nahrung für Vögel im Europäischen Vogelschutzgebiet Rieselfelder Münster, in dem Friedrich Pfeifer einen Teil der Aufsammlungen vornahm. Der Vortrag ist, nach erforderlicher Anmeldung unter der Rufnummer 0251 / 161760, am Freitag im Seminargebäude des Rieselfeldhofes, Coermühle 100 (hinter der Gaststätte Heidekrug) zu sehen und zu hören.

Naturerlebnistag in den Rieselfeldern

In den Ferien hat man endlich mal Zeit für die Natur – auch für die Natur in den Rieselfeldern. Naturerleben pur: mit Naturspielen Achtsamkeit üben, Frösche und ihre Wasserfreunde beobachten, vorsichtig fangen und wieder in Freiheit lassen, kleine Waldarbeiter bei ihrer Arbeit beobachten und Vieles über ihre wichtige Aufgabe erfahren und verschiedenes mehr stehen auf dem Programm des Naturerlebnistages für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren in den Rieselfeldern am Donnerstag den 4.  August von 10 Uhr bis 13:30 Uhr unter der Leitung der Biologin Bea Niederau.

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Das Keschern darf natürlich auch an einem Naturerlebnistag nicht fehlen. Wichtig dabei ist ein achtsamer Umgang mit der Lebenswelt im Teich.

Der Witterung angepasste Kleidung, Getränke sowie Sonnen- und Insektenschutz und ein kleiner Snack für Zwischendurch sollten mitgebracht werden. Treffpunkt ist der Parkplatz am Rieselfeldhof, Coermüle 100 hinter der Gaststätte „Heidekrug“.

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Am Rieselfeldhof gibt es ein Kräuterbeet (links) eine Ausstellung zur Landschaftsgeschichte (Gebäude rechts neben dem Tracktor), die nur sonntags von 12 – 17 Uhr geöffnet ist, und eine Außenaustellung mit einem kleinen Libellenlehrpfad für verschieden Veranstaltungen der Biologischen Station Rieselfelder Münster.

Die Teilnahme, zu der eine Anmeldung bis Mittwoch 12 Uhr unter der Rufnummer 0251 / 161760 erforderlich ist, kostet 14 Euro pro Kind.

Schmetterlinge und Fledermäuse

Wer in den Rieselfeldern spazieren geht, sollte gelegentlich auch mal nach Pflanzen Ausschau halten. Zur Zeit blüht der Wasserdost in einem kräftigen Altrosa-Farbton. Er ist bei Schmetterlingen, Bienen und Schwebfliegen als Nektarpflanze sehr beliebt.

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Nicht auf einem Schiff auf hoher See, sondern auf einem Wasserdost-Blütenstand in den Rieselfeldern: der Admiral, ein Tagfalter- Schmetterling.

Sicherlich auch ein Anziehungspunkt auf der Wanderung zum Thema „Juwelen der Wiese – Schmetterlinge und ihre Verwandschaft“ für Kinder von sechs bis zwölf Jahren unter der Leitung von Giselheid Reding am Montag den 1. August von 15 Uhr bis 17 Uhr. Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung bei der Volkshochschule Münster unter der Rufnummer 0251 / 4924321 erforderlich. Später am Montag Abend von 20:30 Uhr bis 22:30 Uhr geht es mit Frau Reding auf die fledermauskundliche Exkursion „Auf Schwingen ohne Federn“ für Familien mit Kindern ab acht Jahren.  Am Dienstag, 2. August, sind Familien mit Kindern ab sechs Jahren wieder eingeladen zu der Kescher-Veranstaltung „Wassergetier“. Für die beiden letzgenannten kostenpflichtigen Angebote ist die erforderliche Anmeldung unter der Rufnummer 0251 / 161760 bis Montag 12 Uhr möglich. Alle Veranstaltungen starten an der Biologischen Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181.

Käfer – Ritter in glänzender Rüstung

Die Rieselfelder sind vor allem deshalb ein Vogelschutzgebiet, weil Vögel hier ausreichend Nahrung finden. Durch die Strukturvielfalt vor allem im Naturerlebnisgebiet und Schutz gefährderter Lebensräume nicht nur im Reservat, gibt es hier viele Insektenarten in allen Entwicklungsstadien, die vielen Vögeln als Nahrung dienen. Gelegentlich bekommt man einen Einblick in das Artenspektrum einzelner Insektengruppen durch wissenschaftliche Untersuchungen in den Rieselfeldern.

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Der Biologe Friedrich Pfeifer bei der Dungprobennahme auf einer Rieselfeld-Weide.

In 2021 begann Friedrich Pfeifer, ein Biologe und Spezialist für Schilf- und Dung-Käfer, mit Aufsammlungen von Mist- und Dungkäfern auf zwei von vier Rinderweiden in den Rieselfeldern. Er konnte allein in den Dunghaufen der Rinder 21 unterschiedliche Käferarten nachweisen. Zudem werden die Dunghaufen auch von anderen Insekten belebt, wie vor allem von Fliegen und ihren Larven. So trägt auch die Beweidung zur Strukturvielfalt an Lebensräumen und somit zur Biodiversität bei.

Am Montag den 18. Juli können Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren von 15 Uhr bis 17 Uhr einen kindgerechten Einstieg in die interessante grosse Artengruppe der Käfer erfahren. Über 4600 Arten sollen allein in Nordrhein Westfalen leben. Mit ihren durch Chitin-Panzern geschützten Körperteilen sind sie kleine Ritter in glänzenden Rüstungen.

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Nur das Männchen des Blaugrünen Scheinbockkäfers, ein „Ritter in glänzender Rüstung“, hat die verdickten Hinterschenkel, wie hier im Bild. Der Blaugrüne Scheinbockkäfer lebt von Pollen und Nektar der Blütenpflanzen. Hier sitzt er in einer Hahnenfuß-Blüte in den Rieselfeldern. Seine Larven leben in morschem Holz und abgestorbenen Kräutern. Foto: Michaela Stenz.

Diese kostenfreie Veranstaltung in Kooperation mit der Volkshochschule (VHS) Münster wird geleitet von der Biologin Dr. Giselheid Reding. Es ist eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Zukunftsdiplom“ der VHS und vermittelt Kindern Artenkenntnisse. Treffpunkt ist die Biologische Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181. Die erforderliche Anmeldung kann bis Freitag 12 Uhr nur über die Volkshochschule Münster, Rufnummer 0251 / 4 92-43 21, erfolgen.

Sommer-Veranstaltungen

Der Sommer bleibt weiterhin trocken, während anderswo das Wasser knapp wird und die Feuchtgebiete zunehmend austrocknen, freuen sich die Rieselfelder über den beständigen Wassernachschub aus der Kläranlage. Das freut hier auch diejenigen, die ihre Nahrung in Feuchtgebieten suchen, wie zum Beispiel Silber- und Graureiher, deren Hauptspeise in den Rieselfeldern derzeit aus Wasserfröschen besteht.

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Graureiher mit Seefrosch. Wenn die anderen Feuchtgebiete allmählich austrocknen, finden immer mehr Reiher den Weg in die Rieselfelder. Foto: Michaela Stenz.

Für menschliche Froschliebhaber gibt es diese Woche gleich drei Veranstaltungen in den Rieselfeldern. Am Mittwoch den 13. Juli von 10 Uhr bis 12:30 Uhr leitete die Bilologin Bea Niederau den Kurs „Wassergetier und Wasserexperimente“, der am Rieselfeldhof, Coermühle 100, stattfindet.

Für die Kooperations-Veranstaltung „Wer quakt denn da“ aus der Reihe „Zukunftsdiplom“ am Donnerstag den 14. Juli von 10 Uhr bis 12 Uhr unter der Leitung der Biologin Bea Niederau an der Biologischen Station Rieselfelder Münster, Coermühle 181,  muss die Anmeldung über die Volkshochschule (VHS)-Münster, Rufnummer 0251 / 492-4315 getätigt werden. Ebenfalls an der Biologischen Station findet am Freitag der kostenpflichtige Kescherkurs „Wassergetier“ von 15 Uhr bis 17 Uhr unter der Leitung der Biologin Dr. Giselheid Reding statt. Die erforderliche Anmeldung hierfür wird bis Donnerstag 12 Uhr unter der Rufnummer 0251 / 161760 erbeten.

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Bei diesen Kescherkursen lernen die Kinder den Lebensraum Teich und ihre Bewohner kennen. Diese werden anschließend aber nicht verspeist, sondern behutsam wieder in die Teiche freigelassen.

Eine Übersicht über die Veranstaltungen in den Rieselfeldern finden Sie unter dem Menüpunkt „Veranstaltungen“ auf dieser Internetseite.

Grafschafter Naturschutzstiftung unterstützt Stegerenovierung

Die Naturschutzstiftung der Grafschaft Bentheim unterstützt die Renovierung der Stege an der Biologischen Station Rieselfelder mit Projektmitteln in Höhe von 15 000 Euro über den Zeitraum von drei Jahren.  Der Startschuss für das Projekt wurde am Montag mit einem Handschlag besiegelt.

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Von links: Paul Uphaus und Hartmut Schrap von der Naturschutzstiftung der Grafschaft Bentheim sowie Dr. Michael Harengerd, Leiter der Biologischen Station, und Rüdiger Sasse von der Feinbrennerei Sasse.

Möglich wird dies durch die Ausschüttungen aus dem „Fond Grafschafter Kräuterwacholder“, der durch die Feinbrennerei Sasse gefüllt wird. Die Schöppinger Spezial-Destillerie im West-Münsterland unterstützt mit diesem Fond nicht nur die Wacholderheiden in der Grafschaft Bentheim, sondern auch Naturschutzprojekte im Münsterland.

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… stellt Mittel aus dem Fond „Grafschafter Kräuterwacholder“ zur Verfügung.

Die Stege an der Biologischen Station sind etwas in die Jahre gekommen. Das Auswechseln einzelner Bretter war in letzter Zeit immer nur eine Notlösung. Die Stege sind für die Umweltbildungsarbeit der Station sehr wichtig, da sie Kinder sehr nah an das Wasser führen, um dort Tiere unter Anleitung fangen, kennenlernen und beobachten zu können. So lernten bereits viele Kinder beim Keschern die Bedeutung der Flachwasser- und Schlammbereiche für die im europäischen Vogelschutzgebiet rastenden Vögel kennen.

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Die maroden Holz-Stege werden abgebaut während die Fundamente erhalten bleiben und auch das neue Holz tragen werden.

Obwohl bis zu 70 Kescher-Veranstaltungen im Jahr (Motto: Was bei den Vögeln auf der Speisekarte steht) nicht gerade für beruhigte Lebensräume sprechen, können gerade durch die Stege, die für das Wasserleben wichtigen und sensiblen saichten Uferränder geschont werden. Diese mit Stegen erschlossenen Minirieselfelder danken es mit einer großen Lebensfülle, die dort Jahr für Jahr erlebbar ist und Dank der Naturschutzstiftung, der Feinbrennerei Sasse und den Mitarbeitern der Biologischen Station auch in Zukunft sein wird. In drei Abschnitten werden das Holz ersetzt, die Stege zum Teil verbreitert und auch wieder einseitig mit einem Geländer versehen.

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… unterstütz Naturschutzprojekte im Münsterland.

Während der Renovierung ist mit einer eingeschränkten Begehbarkeit der Stege zu rechnen. Mitarbeiter der Biologischen Station haben begonnen, Minirieselfelder zum Teil trocken zu legen und Teile der Stege abzubauen. Ersatzweise ist nun ein benachbartes Minirieselfeld höher befüllt. Das erforderliche Holz für die Renovierung ist bereits bestellt.

Auch die Westfälischen Nachrichten berichteten darüber:

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Schoeppingen

und hier:

http://www.wn.de

Willkommen in den Rieselfeldern!

Wir freuen uns dass Sie den Weg zu unserer Internetpräsenz gefunden haben. Auf diesen Seiten möchten wir – das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Biologischen Station – Ihnen Neuigkeiten und Informationen rund um das Europareservat Rieselfelder Münster und seine zahlreichen tierischen und verwurzelten Bewohner präsentieren. Aktuelle Veranstaltungs-Hinweise finden Sie unter dem Unterpunkt „Veranstaltungen“.

Wir hoffen, dass wir Sie für den Naturschutz und natürlich für die Rieselfelder begeistern können!