Weltzugvogeltag / World Migratory Bird Day

Die öffentliche Führung am 8. Oktober von 14 Uhr bis 16 Uhr wird auch den Weltzugvogeltag an diesem Wochenende thematisieren.

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Der Weltzugvogeltag wurde 2006 erstmalig international von der „Convention on the Conservation of Migratory Species“ (CMS cms_logo_blue_300dpi) des Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ausgerufen. Seit 2018 wird der Weltzugvogeltag nach einer Entscheidung der UNO zweimal im Jahr in Anlehnung an den Frühjahrszug (2. Wochenende im Mai) und den Herbstzug (2. Wochenende im Oktober) abgehalten. Damit soll ein Focus auf die speziellen Bedrohungen für wandernde Vogelarten gerichtet werden.

Zugvögel sind in besonderem Maße von den weltweiten Veränderungen von Nahrungs- und Lebensräumen durch die Menschen betroffen, denn sie sind darauf angewiesen, dass sie an möglichst vielen Stellen auf der Erde optimale Bedingungen vorfinden: in den Brutgebieten, in den Überwinterungsgebieten und auf den Zugrouten zwischen diesen Gebieten.

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Rastender Kampfläufer auf der Nahrungssuche in den Rieselfeldern. Foto: Hauke Roy.

Langstreckenzieher, die weit über 1000 Kilometer zwei Mal im Jahr zurücklegen, wie z.B. der Kampfläufer und die Uferschnepfe, benötigen zumeist mehrere Rast- und Nahrungsplätze auf ihrer Zugroute (wie z.B. die Rieselfelder Münster), um immer wieder Energie für den Weiterflug aufzutanken.

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Frühjahrsbalz rastender Uferschnepfen, Foto: Hauke Roy.

Das diesjährige Schwerpunktthema des weltweiten Zugvogeltages ist die Lichtverschmutzung. Immer mehr und immer stärkere Lichtquellen erhellen zunehmend unsere Erde bei Nacht. Das hat auch Auswirkungen auf die Vogelwelt. So verlagern sich Gesangszeiten der Singvögel in Abhängigkeit von Lichtquellen in die noch früheren oder noch späteren Tagesstunden. Die Aktivitätszeiten werden verlängert, die Ruhezeiten verkürzt. Auf dem Vogelzug kommen Vögel von ihren traditionellen Wanderwegen ab, da sie von Lichtquellen angezogen werden. Das kann bis zum völligen Orientierungsverlust führen genauso wie zu Kollisionen an beleuchteten Gebäuden (v.a. Hochhäuser).

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In Münster bewirkt die nächtliche Beleuchtung unter anderem, dass Wanderfalken über der Innenstadt jetzt auch nachts jagen und so zum Beispiel nachts ziehende Wasserrallen erbeuten können, wie Rupfungsreste auf dem Domplatz zeigen.

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Sonnenaufgang am Großen Stauteich. Foto: Thomas Kepp.

Zum Glück sind die Rieselfelder, in denen auch Wasserrallen brüten, ein recht dunkler Ort in Münster, doch auch hier werden die nächtlichen städtischen Lichtglocken wahrgenommen. Gute Kooperationen gab es in der Vergangenheit mit dem Westfalen-Ölhafen und den Abfallwirtschaftsbetrieben, die ihre Lichtquellen zum Teil gegen die Rieselfelder abschirmten. In privaten Bereichen, aber auch am Parkplatz am Rieselfeldhof könnten die Rieselfelder nachts noch etwas dunkler werden.

Literatur:

Martin Held, Franz Hölker und Beate Jessel (Hrsg.) (2013):

Schutz der Nacht – Lichtverschmutzung, Biodiversität und Nachtlandschaft.- BfN-Skripten 336, Bonn. [pdf-Datei herunterladbar unter: www.bfn.de/sites/default/files/BfN/service/Dokumente/skripten/skript_336.pdf]

Weitere Links:

www.sternfreunde-muenster.de/weblinks.php?t=licht&a1=5

www.westfalen-regional.de/de/lichtverschmutzung

https://www.worldmigratorybirdday.org

www.lichtverschmutzung.de

www.lightpollutionmap.info

www.paten-der-nacht.de/folgen-lichtverschmutzung

www.bfn.de/publikationen/bfn-schriften/bfn-schriften-543-leitfaden-zur-neugestaltung-und-umruestung-von

P.S.

Der dunkelste Flecken in NRW ist wahrscheinlich im deutsch/belgischen Grenzgebiet in der Eifel gelegen. Nahe dem Nationalparkzentrum in der Eifel gibt es daher gelegentlich Sterne-Gucken-Events.