Vatertag in den Rieselfeldern

Wir weisen darauf hin, dass aus Sicherheitsgründen der Aussichtsturm in den Rieselfeldern von Donnerstag bis einschließlich Sonntag gesperrt sein wird.

Da schönes Wetter zu erwarten ist, wird der Besucherandrang so groß sein, dass die sinnvoller Weise geforderten Abstände dort nicht eingehalten werden können. Aber auch vom Boden aus ist die Rieselfeld-Natur erlebenswert und stimmungsvoll. Damit dies so bleibt, wird darum gebeten, die Wege nicht zu verlassen und sich leise und rücksichtsvoll zu verhalten. Ruhestörer dürfen gerne darauf angesprochen werden, dass gerade zur Brutzeit besondere Rücksicht auf die Natur im Europäischen Vogelschutzgebiet zu nehmen ist.

Stockentenpärchen und Löffelenten-Weibchen vor Schilfkulisse
Stockentenpärchen und Löffelenten-Weibchen vor Schilfkulisse

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern eine schöne und erholsame Zeit in den Rieselfeldern!

Geben Sie acht auf sich und andere und bleiben Sie gesund.

 

Welt-Zugvogeltag

Zum Weltzugvogeltag!   Samstag 9. Mai

in Ermangelung einer aufklärenden Führung

Nun könnte man sicherlich stundenlang darüber fachsimpeln, warum in der zurückliegenden Corona-Zeit so viele Besucher in den Rieselfeldern unterwegs waren  – und dies auch wochentags. Es gibt natürlich ein paar einfache Antworten, wie zum Beispiel „jetzt hatten sie endlich mal Zeit dafür, da sie zum Teil eh nicht zur Arbeit durften“ oder „es war ja auch immer schönes Wetter“ oder „die anderen Grünzonen in Münster waren eh schon überfüllt“. Und in jeder Antwort steckt auch ein wenig Wahrheit. Wahr ist aber auch, dass keine Tiergruppe so viele Anhänger hat, wie gerade die Vögel. Pensionierte und passionierte Vogelkundler gibt es viele – Vogelkundlerinnen eher schon etwas weniger.

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Der Weißstorch ist wohl unser bekanntester Zugvogel. Die Westpopulation der Störche (im Wesentlichen westl. der Elbe) nimmt weiter zu und überwintert zum Teil in Spanien und Portugal. Längst nicht alle überfliegen die Meerenge bei Gibraltar, um in Afrika zu überwintern. Derzeit brüten vier Storchenpaare in den Rieselfeldern und weitere vier Paare in direkt angrenzenden Bereichen. Ein Storchenpaar ist auf der Gaststätte „Heidekrug“ zu Hause (Foto: Michaela Stenz).

Gerade in diesen Tagen, in denen alle durch die Covid19-Pandemie erhebliche Einschränkungen persönlicher Freiheiten in Kauf nehmen, spielt sicherlich auch die Sehnsucht, sich so frei wie ein Vogel bewegen zu können, eine Rolle dabei, so dass man vielleicht mal ein wenig länger den vorbei fliegenden Vögeln hinterherschaut. Die können und dürfen überall hin und wir nicht. Am Mittwoch erst schaffte es daher sogar die Meldung, dass eine Stockente in Rekordzeit von Hessen bis Russland geflogen ist, bis fast auf die Titelseiten – auch in sozialen Netzwerken. Derartige Beobachtungen häufen sich, da durch immer bessere und leichtere Sender immer mehr besenderte Vögel uns über ihren Reiseweg informieren können. Kürzlich erst, am 3. April war eine besenderte Uferschnepfe namens „Mojelle“  in den Rieselfeldern zu Gast und freute sich über das reichhaltige Nahrungsangebot in den seichten Uferbereichen des Großen Stauteiches. „Mojelle“ weilt jetzt zur Brutzeit im Ochsenmoor im südwestlichen Niedersachsen.

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Kolbenenten-Paar. Die Kolbenenten breiten sich zunehmend in Mitteleuropa aus. So sind sie auch noch nicht lange in den Rieselfeldern anzutreffen. Es werden mit etwas Glück mindestens zwei Pärchen zur Brut kommen. Bis zu sieben Kolbenenten konnten in diesem April gezählt werden, die Mehrzahl männlich (links) (Foto: Thomas Sauter).

Zugvögel sind in besonderer Weise durch den Zivilisationsdruck der Menschen betroffen. Ist ein Zugvogel dann auch noch auf Brutplätze in der weiten landwirtschaftlich intensiv genutzten Flur angewiesen, wie zum Beispiel Brachvogel, Uferschnepfe und Kiebitz, dann geht es ihm erst recht schlecht in diesen Tagen. Zugvögel sind darauf angewiesen, dass es ihnen in den Brutgebieten, in den Rastgebieten, in den Überwinterungsgebieten und auf den Zugwegen gut geht – sie dort überall genügend Nahrung finden und sie auch nicht gefangen oder abgeschossen werden. Da das menschliche Handeln mittlerweile bis in den letzten Winkeln der Erde greift, gibt es keine Bereiche ohne Störung mehr.

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Brandgänse mit Kindergarten. Die Brandgänse sind bedingt durch den milden Winter schon zu Standvögeln in den Rieselfeldern geworden. Sie sind an ihrem feuerroten Schnabel gut zu erkennen. Bis zu 52 Brandgänse konnten im April 2020 gezählt werden.

Profitieren könnten sie von einer möglichst nachhaltigen Lebensweise der Menschen. Zunächst müssen sie sich aber noch mit den besonderen Schutzbemühungen in den Schutzgebieten zufrieden geben. In dem „Europäischen Vogelschutzgebiet Rieselfelder Münster“ wird die Bewirtschaftung von 430 ha speziell an den Erfordernissen der hier brütenden und rastenden Vogelarten ausgerichtet. Mit Erfolg!

Grünschenkel und Dunkler Wasserläufer
Grünschenkel (links) und Dunkelwasserläufer sind zwei typische Vertreter der Watvögel, die auf ihren sehr langen Zugwegen in den Rieselfeldern rasten. Flachwasserzonen sind ihr Nahrungsraum. Am 26.04.2020, einem außerordentlichen Zugtag, konnten neben 8 Dunkelwasserläufern auch 27 Grünschenkel, 130 Bruchwasserläufer und 250 Kampfläufer in den Rieselfeldern beobachtet werden. Vor allem am Großen Stauteich (Foto: Edgar Hengstmann).

Im zurückliegenden Zugvogelmonat April gab es Tageszählungen mit fast siebzig Uferschnepfen und Ende April Extrem-Zahlen mit 250 Kampfläufern, denen die flachen Rieselfeld-Teiche als Nahrungsquelle dienten. Über 90 ha Schilffläche garantieren auch ein sicheres beruhigtes Brutgebiet für schilfgebundene gefährdete Singvogelarten wie Blaukehlchen, Rohrammer und verschiedene Rohrsänger-Arten.

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Blaukehlchen – Männchen. In 2019 konnten 51 Reviere dieser gefährdeten Singvogelart in den Rieselfeldern kartiert werden (Foto: Thomas Sauter).

Die Übergangsstrukturen zwischen nassem Grünland und niedrigen Gebüschen und randlichen Hochstaudenfluren bieten auch für durchziehende Singvögel ausreichend Nahrung. Einige seltene Arten wie zum Beispiel das Schwarzkehlchen brüten auch dieses Jahr wieder in den Grünlandbereichen der Rieselfelder: zwei bis drei Paare.

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Die bei uns seltenen Schwarzkehlchen (hier ein Männchen)  benötigen offene strukturreiche Lebensräume mit ausreichender Insektennahrung. Extensiv genutzte Dauerweiden, wie in den Rieselfeldern, sind ideal (Foto: Thomas Sauter).

Die in den Rieselfeldern rastenden und brütenden Vögel bedürfen eines besonderen Schutzes. Daher bitten wir Besucherinnen und Besucher sich in der Natur besonders respektvoll zu verhalten. Genießen Sie die besonderen Momente in den Rieselfeldern und bleiben Sie auf den Wegen.

Weitere Informationen auch unter:

Weltzugvogeltag: https://www.worldmigratorybirdday.org/

Rieselfelder Münster: http://www.biostation-muenster.org/

Besenderte Uferschnepfen: https://volg.keningfanegreide.nl/king-of-the-meadows-transmittersite/

Vogelerfassungen:  https://www.ornitho.de/

Mai – Vögel

Der Wonne-Monat Mai. Den haben wir uns für unser Erleben sicher anders vorgestellt.

(Eine Liste der im Mai zu beobachtenden Rieselfeld-Vögel verbirgt sich hinter dem Link im Bild.)

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Zwei bis drei Paare des Schwarzkehlchens (im Bild: ein Männchen) brüten in den Rieselfeldern. In der regionalisierten Roten Liste der Brutvögel Nordrhein Westfalens wird das Schwarzkehlchen als gefährdet in der Westfälischen Bucht geführt (Foto: H. Heise-Grunwald).

In derartigen Situationen blicken wir gerne auf die Vögel, die so frei und scheinbar unbeschwert umherfliegen können. Unbeschwert? Infektionen gibt es auch im Vogelreich und auch da ist es so: wo viele zusammen kommen, können sich auch viele anstecken und sterben. So auch in den vergangenen Monaten mit den Blaumeisen, die sich gerade an Fütterungsstellen mit einem Bakterium haben infizieren können und dann auch zahlreich starben. Der Usutu-Virus bei den Amseln ist ein vergleichbar gelagerter Fall. Aber Fütterung ist zumindest in den Wintermonaten wichtig.

Die Ursache für die erforderlichen Fütterungen liegen am mangelnden Futter in unserer Kulturlandschaft. Zu wenig Hecken mit Beerenfrüchten und zu wenig Hochstauden mit Samenständen, die über den Winter helfen könnten.

In solchen Zeiten ist es wichtig, Schutzgebiete wie die Rieselfelder Münster zu haben. Auch im sehr trockenen Vogezugmonat April konnte hier rastenden Vögeln durch die Bewässerung der Flachwasserflächen viel Nahrung geboten werden. Ein besonderer  Monat ist sicherlich auch der Mai, während die letzten Zugvögel hier rasten ist auch das Brutgeschehen bereits im vollen Gange.

 

Welcome back – vorsichtige Öffnungen

Eine vorsichtige „Willkommens-Phase“ hat nun auch in den Rieselfeldern begonnen. Die Beobachtungshütten sind wieder geöffnet und man kann dort bei Einhaltung der gebotenen Abstandsregeln Vögel beobachten. Der Aussichtsturm ist derzeit nur in der Woche begehbar. Samstags und sonntags bleibt er zunächst noch geschlossen, da ein zu großes Besucheraufkommen bei schönem Wetter erwartet wird und dann die gebotenen Abstände nicht eingehalten werden können.

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Die Ausstellung zur Landschaftsgeschichte der Rieselfelder ist wieder ab dem 10. Mai immer sonntags von 12 Uhr bis 18 Uhr geöffnet (Foto: Philip Dykhoff).

Ab Sonntag ist nun auch die Ausstellung im ehemaligen Kuhstall des Rieselfeldhofes (hinter der Gaststätte „Heidekrug“),  wieder geöffnet, allerdings gelten hier ebenfalls noch die Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Daher ist der Einlass auf maximal sechs Personen gleichzeitig begrenzt. In der Ausstellung gilt Maskenpflicht.

Da das Kontaktverbot bis zum 4. Juni gilt, wird es voraussichtlich bis dahin auch keine Führungen und Umweltprogramme geben.

Ab Dienstag den 12. Mai hat die Gaststätte „Heidekrug“ wieder geöffnet!  Auch hier gelten besondere Abstands- und Hygieneregeln! Aber immerhin – es geht wieder etwas mehr!

Die Biologische Station Rieselfelder Münster bittet um ein achtsames Verhalten im Umgang miteinander und im Umgang mit der umgebenden Natur. Es ist Brutzeit und daher ist es unbedingt erforderlich das Wegegebot einzuhalten und Hunde an der Leine zu führen.

Wir danken für Ihre Rücksicht auf die Rieselfeld-Natur!