Die Rieselfelder Münster sind eines von drei „Feuchtgebieten internationaler Bedeutung“ in Nordrhein-Westfalen. Deshalb darf es in ihrer Nähe auch keine Windkraftanlagen geben!

Sie beherbergen tausende von Enten und Gänsen sowie hunderte von Watvögeln während der Zugzeiten und zum Teil auch im Winter. Sie bilden seit 2001 einen Brutplatz für bis zu fünf Paare Weißstörche, mehr als 100 Paare Schnatterenten und etliche weitere Vogelarten, die es regelmäßig in NRW nur noch hier gibt. Der Kiebitz brütet sogar im direkten Umfeld der jetzt geplanten Anlage. Im Winterhalbjahr pendeln nicht nur sibirische Blässgänse zwischen den Rieselfeldern und der sieben Kilometer östlich gelegenen „Brüskenheide“, sondern zur Brutzeit sogar Uferschnepfen und weitere Gänsearten. Das ganze Jahr über herrscht „reger Betrieb“ zwischen den Rieselfeldern und den Äckern, Abgrabungen und Teichen der weiteren Umgebung.

Warum wir – die Biologische Station Rieselfelder Münster – wieder einmal gegen den Aufbau einer Windkraftanlage in unmittelbarer Umgebung sind:

(1.) Der Rat der Stadt Münster hat 2016 in ihrem „Windenergie-Flächennutzungsplan“ explizit das damals geplante Windkraftareal in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Rieselfeldern aus der Planung entfernt – und zwar mit Naturschutzgründen.

(2.) 2019 erreichte uns ein Windkraftantrag auf dem Gelände der Fa. Remondis 1000 m weiter nördlich und genauso weit entfernt von den Rieselfeldern wie die 2016 abgelehnte Anlage. Dabei beruft sich der Antragsteller auf eine einzeilige Ergänzung des Flächennutzungsplans „Hessenweg“ 1996. Damals gab es jedoch das Europäische Vogelschutzgebiet Rieselfelder Münster nur in seinem nördlichen Teil, also etwa 1.800 m von der jetzt geplanten Anlage entfernt!

(3.) In den Jahren 1997-2000 wurde der Südteil zum „Naturerlebnisgebiet“ ausgebaut und dort nicht nur große Wasserflächen geschaffen, sondern auch ausgedehnte Grünlandbereiche als Gänserastplätze. Jede(r) BesucherIn der Rieselfelder kennt die damals neu geschaffene größte Wasserfläche im Gesamtgebiet (im Volksmund „E1“ genannt) wegen des Massenvorkommens von Gänse-, Enten-, und Watvogelarten, Kormoranen, Reihern, Löfflern und allen Möwen- und Seeschwalbenarten.

Wir haben 2014-2016 an den Windkraftplanungen der Stadt Münster konstruktiv mitgewirkt und den meisten Planungen der Stadt zugestimmt!

Anfang Februar 2020 soll es nun – nachdem auch die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Münster negativ zu dem WKA-Projekt auf dem Gelände der Fa. Remondis Stellung bezogen hat – ein Gespräch mit den möglichen Betreibern dieser WKA und den zuständigen Behörden geben. Wir werden darüber berichten!