Schlittschuhlaufen in den Rieselfeldern

Seit dem es keine Eissporthalle mehr gibt, wird der Druck auf die Rieselfelder größer. Leider gibt es wenig Alternativen. Eine Eisfläche befindet sich auf dem Germania Campus an der Grevener Strasse.

Das darf aber nicht zu Lasten des Naturschutzgebietes  und Europäischen Vogelschutzgebietes Rieselfelder Münster und seiner zum Teil seltenen und geschützten Bewohner gehen! Die zugefrorenen Flächen liegen alle im Naturschutzgebiet und dort gilt ganzjährig ein Betretungsverbot der Flächen.

wenn es denn mal friert… :

Nun ist er da der Winter. Mit Frost und auch ein wenig Schnee. Letzterer kann die Landschaft leicht herrlich verzaubern. In den Rieselfeldern sind eingige Wasserflächen zugefroren.  Allmählich kommen die Gedanken an das Eislaufen hervor. Ob die Eisschicht trägt, kann man nicht allgemein sagen. Es gibt einige Flächen die nie ganz zufrieren oder aber so tief sind, dass sie auch erst spät zufrieren. Unbedacht bleibt jedoch oft, dass diese Situation für Tiere, die keine Winterruhe haben und auch noch nicht weggezogen sind durchaus eine Notzeit darstellt. Jede Störung bedeutet zusätzlicher Energieverlust und dieser kann aufgrund von Nahrungsarmut im Winter nicht ausgeglichen werden. Auch der Lebensraum Schilf in den Rieselfeldern ist nicht leer, einige Vögel sind hiergeblieben oder gerade als Wintergäste bei uns.

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Die Bartmeise (hier ein Männchen) ist ein sehr heimlicher Schilfbewohner. Gelegentlich sieht man einzelne Tiere bei der Futtersuche. Sie ist ganzjährig im Schilf unterwegs und brütet auch in den Rieselfeldern. Foto: Norbert Wünnemann.

Die schön gezeichneten Bartmeisen (Bild oben) zum Beispiel ernähren sich nun mühsam von Schilfsamen. Auch wenn die meisten Besucher sie nicht wahrnehmen, da sie sehr scheu sind, beleben sie das Schilf. Ebenso die seltene Rohrdommel (Bild unten) und weitere Arten. Weitere Vogelarten. die auch im Winter das Schilf beleben sind Rohrammer, Teichhuhn und Wasserralle.

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Ein wirklich seltener und störungsempfindlicher Wintergast – die Rohrdommel. Sie ist vom Aussterben bedroht. Es gibt nur noch einzelne Brutpaare in Nordrhein-Westfalen. Foto: Lutz Werner Groß.

Das Hereinbrechen einer immer größer werdenden Schar an Schlittschuhläuferinnen und Schlittschuhläufern ist da nicht hilfreich. Viele trampeln das schützende Schilf in den Randbereichen nieder, um dort zu lagern und allzu leise und zurückhaltend – mit Respekt vor der Natur – benehmen sich die wenigsten.

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Zertretenes Schilf, Lagern und sogar ein freilaufender Hund im Naturschutzgebiet Rieselfelder Münster.

Viele Schlittschuhfahrer*innen sind zudem, wer hätte das gedacht, besonders fußfaul. Sie parken verbotener Weise direkt an den Straßen Coermühle und Hessenweg. Der Weg von den Parkplätzen ist ihnen zu weit. Während zu frostigen Wochenendtagen die Coermühle schon derart chaotisch zugeparkt war, dass die Polizei in der Vergangenheit die Straße Coermühle sperren und zur Einbahnstraße erklären musste, damit die parkenden Autos überhaupt wieder weg kamen, war der große Parkplatz am Rieselfeldhof / Heidekrug fast leer (siehe nachfolgende Bilder). Es sind Straßen im Außenbereich, da ist Parken im Straßenraum grundsätzlich verboten – auch ohne Halteverbotsschilder. Drei offizielle Parkplätze gibt es: an der Biologischen Station, an der Gelmer Brücke und am Rieselfeldhof.

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Ein frostiger Sonntag um 12 Uhr auf der Coermühle …
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… und zur gleichen Zeit am Rieselfeldhof.

Stattdessen bieten sich Rundgänge an den beiden belebten Stauteichen an. Diese sind nur randlich zugefroren und bieten so allem Wassergefieder einen letzten Zufluchtsort. Von den Beobachtungseinrichtungen aus lassen sich die verschiedenen Gänse- und Entenarten gut beobachten. Da die Stauteiche vom warmen Klarwasser, dem gereinigten Abwasser, der Kläranlage gespeist werden, bleiben die zentralen Bereiche immer eisfrei. Das Wegenetz in den Rieselfeldern ist von den Parkplätzen aus gut zu erreichen. Die weiß getünchte Winterlandschaft lädt zum Spazierengehen ein (Bild: Großer Stauteich).

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Winter am Großen Stauteich.
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In der dünnen Schneedecke zeichnen sich viele Tierspuren ab. Hier lief ein Nutria lang, ein großes Nagetier mit orange-farbenen Schneidezähnen.