März – Vogelliste

Der März war bisher erstaunlich kühl mit stärkeren Frostperioden in der ersten Monatshälfte. Die Flachwasserteiche und auch Randlagen der Stauteiche froren über Nacht zu. Zeitweise tauten sie auch tagsüber nicht ganz auf.

Dennoch sind die Zugvögel auf ihrem Weg und es konnten heimkehrende Uferschnepfen, Kiebitze und Große Brachvögel beobachtet und gehört werden.

Ein Highlight war bisher vor allem die Rast von bis zu 18 Goldregenpfeifern, die vor allem auf der 16er Wiese und 18er Weide zu beobachten waren.

Auch Kraniche zogen über die Rieselfelder hinweg und machten zum Teil auch ein kurze Rast über Nacht.

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In der Nacht vom 5. auf den 6. März rasteten ca. 220 Kraniche auf dem Großen Stauteich und flogen morgens um 7:30 Uhr weiter Richtung Nordosten.

Die Vogelliste (auf das Bild klicken) wird aus den Ergebnissen der Vogelzählungen generiert. Die Vogelzählung umfasst jedoch nur die feuchtgebietstypischen und seltenen Arten, die Arten, die die Rieselfelder so besonders machen.

Daher umfassen die Beobachtungen in anderen Foren zum Teil mehr Arten als hier dargestellt.

Die Biologische Station gibt nur die Arten an und nicht den Ort ihrer Beobachtung, um einen zu starken Zustrom von Beobachtern und Fotografen gerade auf selten vorkommende Arten nicht zu befördern.

Dies würden wir uns auch von anderen Foren aus Gründen des Vogelschutzes wünschen.

Start in die Zugvogel-Zeit 2018

Eine der meistgestellten Fragen von Besucherinnen und Besuchern ist: „Wann kann man die meisten Vögel in den Rieselfeldern beobachten?“ Die wohlgefällige Antwort ist dann regulär: „Zu den Zugzeiten.“ Aber wann sind diese Zugzeiten eigentlich?

Diese ist von Vogelart zu Vogelart durchaus verschieden und kann jedes Jahr durch die jeweilige Wetterlage zur Zugzeit beeinflusst werden. Auch innerhalb einer Art kann es größere Spannen und individuelles Verhalten geben. Und in den letzten Jahren zeichnen sich Trends ab, dass einige Arten bedingt durch den Klimawandel deutlich früher in die Brutgebiete zurückkehren als noch vor einigen Jahren.

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Kraniche mit „Zugbegleiter“. Wahrscheinlich ein Wanderfalke der die Kraniche als Zeiger für Thermik nutzt.

Die Kraniche sind die ersten auffälligen Rückkehrer aus den Überwinterungsgebieten. Der Kranichzug setzt meist bereits Ende Februar ein. Die spektakulärsten Zugtage in dieser Saison waren bisher sicherlich der letzte Samstag (03.03.2018) und Sonntag (04.03.2018) mit ca. 45 000 Kranichen über Nordrhein-Westfalen. Der Kranich gehört zu den Langstreckenziehern. Nur selten landet er in den Rieselfeldern. Vom 5. auf den 6. März allerdings nächtigten hier ca. 220 Kraniche, die um 7:50 Uhr am Dienstag wieder nach Nordosten aufbrachen.

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6. März 7:50 Uhr: Ca. 220 Kraniche starten vom Großen Stauteich in Richtung Nordosten

Im März ist einer der Höhepunkte des Vogelzuges. Aktuell gibt es bereits die ersten Sichtungen von Brachvögeln im Münsterland und es zeigte sich auch die erste Uferschnepfe in den Rieselfeldern. Bis in den April ziehen hier die Arten durch. Auch im Mai kehren erst manche Rohrsängerarten und auch die letzten Schwalben wieder heim.

Die ersten Störche sind bereits wieder auf den Nisthilfen in den Rieselfeldern zu sehen, die letzten Nachzügler kommen vielleicht erst Anfang April.

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2018 nun zum fünften Mal: Weißstörche auf der Gaststätte „Heidekrug“

Im Juli startet dann bereits wieder der Rückzug der Vögel in ihre Winterquartiere. Dieser dauert für gewöhnlich länger und findet meist in Etappen statt. Bis Oktober haben schon viele Vögel unsere Region wieder verlassen. Die Kraniche allerdings überfliegen erst Ende Oktober oder Anfang November die Rieselfelder auf ihrem Weg in den Süden. In diesem Jahr gab es sogar im Januar noch Zugbeobachtungen und über 9000 Kraniche versuchten in der Diepholzer Moorniederung zu überwintern.

Bleiben also nur noch die Monate Juni und Dezember die außerhalb der eigentlichen Zugzeiten liegen. Aber selbst im Juni gibt es einen Zwischenzug der Kiebitze und im Dezember auch noch ziehende Bläss- und Saatgänse. Selbst in dieser Zeit haben die Rieselfelder dennoch einiges an Arten zu bieten. In milden Wintern sind es immer noch ca. 100 Vogelarten und im Juni bereichern die Brutvögel mit ihrem Nachwuchs die Rieselfelder. Es gibt einfach keine schlechte Zeit für die Vogelbeobachtung in den Rieselfeldern – dass macht sie auch so wertvoll.

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Kiebitze sind heutzutage meist ganzjährig in den Rieselfeldern zu sehen. Die größte Anzahl wird im September gezählt.

 

Interessante Zugvogel-Links:

http://www.bund-dhm.de/01_htm/204_aktuell.htm (Kraniche)

https://www.kraniche.de/de/news-leser/massenzug-der-kraniche-bis-in-die-nacht.html (Kraniche)

http://www.naju-wiki.de/index.php/Vogelzug (Allgemeine Infos)

http://ifv-vogelwarte.de/das-institut/forschung/vogelzug.html (Zugvogelforschung)

http://www.orn.mpg.de/ICARUS_de (Zukunft der Zugvogelforschung)

http://www.vogelwarte.ch/de/voegel/beobachten/rueckkehr-der-zugvoegel (Monats-Zugvögel)

http://www.ornitho.de (Nachverfolgung aktueller Zugereignisse)

Schlittschuhlaufen in den Rieselfeldern

Es ist kalt. Für viele bereits zu kalt. Auch viele Vögel haben bereits das Weite gesucht. Doch einige bleiben hier und gerade diese haben es im Moment auch in den Rieselfeldern sehr schwer. Bei gefrorenem Wasser und gefrorenem Boden fehlt ihnen der Zugang zur Nahrung. Das heißt, dass sie wenige Energiereserven haben, die bei einer möglichen Flucht vor Besuchern auch noch unnötig verbraucht werden. Wasserrallen und Teichhühner gehören zu denen, die sich gerne im Schilf am Rande auch der zugefrorenen Flächen verstecken. Bartmeisen suchen noch nach Samen an den Fruchtständen des Altschilfes. Daher besteht die große Sorge der Mitarbeiter der Biologischen Station Rieselfelder Münster, dass die Beunruhigung durch viele Besucher den „Daheimgebliebenen“ sehr zusetzen wird. Dazu gehören auch weitere gefährdete Vogelarten wie die Rohrdommel, die als Wintergast im Schilf der Rieselfelder lebt.

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Die Wasserralle, im Vergleich den anderen Rallen (zu denen auch das Blässhuhn und Teichhuhn zählen) am längeren Schnabel gut zu erkennen. Foto: Alfred Steins.

Der Winterspass sollte nicht ohne Rücksicht auf die Umgebung erfolgen. Das Eislaufen selbst ist eher unproblematisch nur das „Drummherum“ wie das Betreten der Schilfgürtel, Wildparker, Müll und einfach zu viele Menschen für das Naturschutzgebiet machen Probleme.

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Viele Menschen waren im Februar 2012 unterwegs. Es war auch nur ein Wochenende, doch viele Brutplätze waren infolge das ganze Jahr gestört. Das zertrampelte Schilf fehlte vielfach als Sichtschutz oder gar als Brutplatz.

Die Biologische Station weist ausdrücklich darauf hin, dass nach Naturschutzrecht, das Verlassen der Wege in den Rieselfeldern daher verboten ist. Es wird gebeten, die Schilfgürtel nicht zu betreten und sich keine neuen Zuwege zu den Flächen zu suchen. Auch die gesperrten Wege sind natürlich tabu.Einige Tiefwasserflächen sind nur sehr dünn vereist. Dort besteht Einbruchsgefahr. Die Dämme und Ufer der beiden Stauteiche sind ebenfalls nicht zu betreten. Auf den Stauflächen selbst trägt das Eis nicht. Die Stauflächen haben im Tagesverlauf unterschiedliche Stauhöhen. Dadurch gibt es unter dem Eis, dieser nur randlich gefrorenen Wasserflächen, Hohlräume. Die Einbruchsgefahr ist hier besonders groß.

Das Parken entlang der „Coermühle“ und dem „Hessenweg“ ist nach der Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt, da es sich um eine Straße außerhalb geschlossener Ortschaften handelt. An der Biologischen Station gibt es Faltblätter mit einer Gebietskarte und eingetragenen Parkplätzen. Die Parkplätze sind am Rieselfeldhof, Coermühle 100 hinter der Gaststätte Heidekrug, an der Biologischen Station, Coermühle 181 und am Anfang der Straße „Wöstebach“. Einen 10Minütigen Fußweg muss man auch in Kauf nehmen – dies ist unbedingt zumutbar.

Die Zuwegungen zu den Fütterungseinrichtungen an den Rinderweiden dürfen auch nicht zugestellt werden, da die Rinder bei diesen Temperaturen zusätzlich gefüttert werden. Ein Tracktor mit Silageballen muss da noch durchpassen. Chaotische Zustände mit zahllosen Wildparkern wie 2012 gilt es zu vermeiden. Damals mußte die Polizei die Straße „Coermühle“ am Nachmittag sperren, zur Einbahnstraße erklären und die wild parkenden Autofahrer einzeln herauslotsen.

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5. Februar 2012 um 12 Uhr – und es kam noch schlimmer.

Die Rieselfelder sind ein europäisches Vogelschutzgebiet, ein Feuchtgebiet internationaler Bedeutung, ein Europareservat und ein Naturerlebnisgebiet für naturbegeisterte Erholungssuchende und kein Massenvergnügungsplatz.