Sturmschäden in den Rieselfeldern

Das schwere Gewitter vom Donnerstag Abend hat seine Spuren in den Rieselfeldern hinterlassen. Zum Teil sind einige Wege im Naturerlebnisgebiet durch umgestürzte Bäume und auseinandergebrochene Weiden  nicht passierbar. Da in der Nacht noch weitere Gewitter erwartet werden, können durchaus auch weitere Schäden hinzukommen.

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Umgestürzter Obstbaum am Kanonenwäldchen

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Behinderungen am Schilflehrpfad

Es ist noch nicht absehbar, ob die Hindernisse alle bis zum Wochenende beseitigt werden können. Wer am Wochenende unbedingt in die Rieselfelder will, wird mit Einschränkungen und Behinderungen rechnen müssen.

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Zahlreiche Äste auf den Wegen

Ein kleiner Trost: die Jungstörche haben, soweit bisher beobachtet, den Gewittersturm unbeschadet überstanden.

So wie die ersten Vögel wieder nach dem Regen sangen, klang es fast schon so, als freuten sie sich über die Abkühlung nach einem sehr heißen Tag. Übrigens Wolken am Himmel können dramatische Sonnenuntergänge hervorrufen – sehr schön zu beobachten von der Terasse der Gaststätte „Heidekrug“. Dort ist noch alles heile.

Es ist vorbei! Schwarz-grüne „Koalition“ streicht das Windkraftgebiet 4a

Am 14.6. haben die beiden Parteien, die im Rat der Stadt Münster die Mehrheit haben, einen Antrag eingebracht, das Vorranggebiet 4a – nur knapp 400 m vom südöstlichen Rand der Rieselfelder entfernt – zu streichen.
Damit hat die Politik den fast 7.000 Unterschriften gegen das Gebiet 4a sowie der Online-Umfrage der WN aus dem April (84% gegen dieses Gebiet!) endlich nachgegeben – und zwar erstmals mit Naturschutzargumenten!
Wir erinnern uns: Vor gut einem Jahr (2.6.2015 im großen Saal der Stadtwerke) hatten die an Heftigkeit in den letzten Monaten deutlich gewonnenen Auseinandersetzungen begonnen. Aber erst nachdem sich die Unterschriften häuften, begann das Einlenken der Politik – auch wenn in der Begründung für die Streichung dieses Gebietes nur Naturschutzargumente vorkommen.

Wir danken jedenfalls all denjenigen, die unterschrieben haben, an dieser Stelle ganz besonders und hoffen, dass uns solche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit einem möglichen Energiepark Hessenweg erspart bleiben!

Stadtplanung contra biologische Vielfalt

Unglaublich aber leider wahr: die Konzentrationszone für Windenergieanlagen nahe dem Europäischen Vogelschutzgebiet Rieselfelder Münster steht immer noch in der Liste der Flächennutzungsplanänderungen für die Ratssitzung am 29. Juni.

Teile von Politik und Verwaltung gefährden somit wissentlich die Wertigkeit des Feuchtgebietes internationaler Bedeutung. Sie gefährden darüber hinaus das Potential eines so wertvollen Schutzgebietes in einer immer intensiver genutzten Kulturlandschaft als Rückzugsgebiet. Da sich dies nicht auf einzelne Fledermaus- oder Vogelarten reduzieren lässt, besteht die Biologische Station Rieselfelder Münster auf dem, von den staatlichen Vogelschutzwarten geforderten Abstand von 1200 m um ein solches Europäisches Vogelschutzgebiet. Es wird damit nicht zuletzt auch am eigenen Ast gesägt, was die Attraktivität Münsters für Besucher betrifft. Viele Menschen nicht nur aus der näheren Umgebung von Münster besuchen die Rieselfelder wegen dieser besonderen Wertigkeit, wegen der besonderen Artenvielfalt der Vogelwelt.

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Gänse starten in der Morgendämmerung vom Schlafplatz am Großen Stauteich zu den umliegenden Nahrungsgründen. Ein Windrad am Hessenweg würde ihnen zum Teil den Weg zu den Grünlandflächen in der Werse-Aue und am Edelbach verstellen.

Auf der anderen Seite fällt ein potentieller Windkraftstandort heraus, „…da das Windrad weithin bis hin zum Aasee sichtbar wäre…“(aus der WN vom 9. Juni „Münsterscher Anzeiger“). Einen minderwertigeren, ja lachhafteren Ablehnungsgrund kann man sich kaum vorstellen. Zudem fehlt leider immer noch eine nachvollziehbare Begründung für den Wegfall des Windvorranggebietes „Werse / Laer“.

Es ist somit an den Ratsfrauen und Ratsherren des Rates der Stadt Münster am 29. Juni zu entscheiden: stimmen sie für die Windvorrangzone 4a am Hessenweg, dann stimmen sie gegen die Rieselfelder.

Die Unterschriftenaktion der Biologischen Station Rieselfelder Münster gegen das geplante Windvorranggebiet 4a am Hessenweg läuft noch bis zum 25. Juni. Unterschriften können auf Unterschriftenlisten oder aber im Internet abgegeben werden (siehe linke Spalte). Derzeit haben bereits insgesamt über 6200 Menschen mit ihrer Unterschrift die Rieselfelder unterstützt.

Sollte der Rat der Stadt Münster sich für das Windkraftvorranggebiet aussprechen, muss sich die Bevölkerung der Stadt Münster schon jetzt innerlich darauf vorbereiten, dass es gegen dieses Windkraftvorranggebiet 4a ein Bürgerbegehren geben wird.

Übrigens: die Ratssitzung ist öffentlich und beginnt um 17:30 Uhr im Festsaal des Rathauses, Prinzpalmarkt 8-9.