Kraniche über den Rieselfeldern

Auch heute ziehen bei fast idealen Zugbedingungen seit kurz vor 11 Uhr einige Kranichzüge über die Rieselfelder in Richtung Südsüdwest. Nächster Halt sind, soweit die Witterung es unterwegs zuläßt,  einige größere Gewässer in Zentral-Frankreich. Bereits gestern konnten einige ziehende Kraniche über den Rieselfeldern beobachtet werden, die nach dem Kälteeinbruch jede Möglichkeit nutzen, um nun weiterzuziehen. Eine Synchronzählung des BUND in der Rast-Region „Diepholzer Moorniederung“ weist für den 16. November noch einen Rastbestand von über 28 000 Kranichen auf (siehe: Kranichzählungen des BUND – Diepholzer Moorniederung).

Windkraft-Provokation ?

Seltsame Vorstellung der Stadtverwaltung am Montagabend (9.11.15) in Handorf: Während den rund 80 interessierten Bürgern und Bürgerinnen im „Haus Münsterland“ durchaus nachvollziehbar der „Verzicht“ auf die Windkraftstandorte „Haskenau“ und „Auf der Laer“ erläutert wurden, will die Verwaltung offenbar an den aus Naturschutzsicht besonders bedeutenden Standorten „Coerheide“ und „Handorfer Heide“ festhalten.

Zur „Handorfer Heide“ nur als Erinnerung: Es konnte die Zerstörung eines Teilbereiches durch die völlig unsachgemäßen Planungen eines JVA-Standortes verhindert werden.

Der Standort 4a (Coerheide/DEK) liegt nur wenige Hundert Meter von der Südostgrenze des Europäischen Vogelschutzgebietes entfernt und damit innerhalb einer Pufferzone von 1.200 m auf Basis der EU-Empfehlungen „Wind Developements and Natura 2000“ sowie der Empfehlungen der „Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten Deutschlands“ aus 2015.

Es ist schon grotesk: Da argumentiert die Verwaltung mit 2.000 m Abstand zum Bodendenkmal Haskenau, ignoriert aber geflissentlich nicht nur die erforderlichen Abstände zu einem „Feuchtgebiet internationaler Bedeutung“, das Vorkommen von Uhu und Fledermäusen im Südosten der Rieselfelder, sondern auch die vielen Wechselwirkungen (durch regelmäßige Flugbewegungen) von Enten, Gänsen und Watvögeln zwischen den Rieselfeldern und z. B. den größeren Wasser- und Feuchtgebietsflächen der weiteren Umgebung wie die Abgrabungen an der Grevener Straße, in den Bockholter Bergen, dem Gertrudensee und vor allem der Brüskenheide bei Westbevern.

Sie verläßt sich da anscheinend auch auf einen Gutachter, der schon auf der ersten Veranstaltung zum Flächennutzungsplan Windkraft am 2.6.2015 in den Räumen der Stadtwerke äußerst unangenehm aufgefallen war.

Wenn hier nicht bald angemessene Sachlichkeit einkehrt, wird man sich vor Gericht wiedersehen.