Willkommen in den Rieselfeldern!

Wir freuen uns dass Sie den Weg zu unserer Internetpräsenz gefunden haben. Auf diesen Seiten möchten wir – das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Biologischen Station – Ihnen Neuigkeiten und Informationen rund um das Europareservat Rieselfelder Münster und seine zahlreichen tierischen und verwurzelten Bewohner präsentieren. Aktuelle Veranstaltungs-Hinweise finden Sie unter dem Unterpunkt „Veranstaltungen“.

Wir hoffen, dass wir Sie für den Naturschutz und natürlich für die Rieselfelder begeistern können!

Später Kranichzug – Winterflucht

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Kranichflugtag auch über den Rieselfeldern

Am 5. Und 6. Januar waren wieder Kranichzugtage über NRW und zwar immer noch mit den Hauptzugrichtungen Süden und Südwesten. Fast dreißig Personen meldeten am 5. Januar 818 Kraniche und am 6. Januar 175 Kraniche über verschiedenen Orten in NRW hinweg ziehend. Von den 818 Kranichen am 5. Januar wurden 215 über den Rieselfeldern gezählt und 175 Kraniche über weiteren Stadtteilen von Münster. Die Beobachtungen laufen zusammen bei Manfred Röhlen, dem „Zugkoordinator“ für NRW. Er ermittelt, als Mitglied der Arbeitsgruppe NRW des „Kranichschutz Deutschland“ die Zahlen der über NRW ziehenden Kraniche. Es sind Zahlen aus verschiedenen vogelkundlichen Foren, eigene Sichtungen und Meldungen, die bei ihm direkt eingehen. Seit über dreißig Jahren ist Manfred Röhlen auch in den Rieselfeldern unterwegs.

Sind Kraniche etwa „zugfaul“ oder warum sind sie noch nicht alle im sonnigen Süden? Die treffende Antwort auf diese Frage fand ich als Schriftzug auf der Kaffeetasse einer meiner Töchter: „Ich bin nicht faul. Das ist mein Energiesparmodus“. Denn warum sollten die Vögel viel Energie für den Zug aufwenden, wenn die milden Winter und Veränderungen in der Landnutzung, ihnen ein Auskommen im Winter in Nordwestdeutschland gewährleisten. Wenn sie nicht so weit weg fliegen, können sie eher wieder die besten, erfolgversprechenden Brutplätze besetzen. Je anpassungsfähiger eine Population ist, desto eher wird sie in der Zukunft bestehen. Am besten, man hat mehrere Strategien. So gibt es bei den Kranichen auch jede Menge „Traditionalisten“ die in Spanien überwintern. Egal wie der Winter verläuft – ein Teil der Population kommt durch und kann sich fortpflanzen.

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Übrigens sieht es beim Kiebitz ähnlich aus – aber leider scheint es ihm nicht zu helfen. Trotz der versuchten Anpassung an veränderte Umweltbedingungen, zeigen sich bei ihm immer weniger Bruterfolge. Er hat halt das Pech, dass seine Brutgebiete vor allem in Nordwestdeutschland zu suchen sind und dieser Kulturraum durch den Menschen in den letzten vier Jahrzehnten so intensiv überprägt wurde, dass dort kaum eine erfolgreiche Brut mehr möglich ist. So kommt der Situation an den Brutplätzen sicherlich eine besonders starke Bedeutung für das Überleben der Vogel-Populationen zu.

Ach ja, der Februar ist bereits ein Monat für den Heimzug der Kraniche in ihre Brutgebiete rund um die Ostsee – vielleicht auch wieder über die Rieselfelder.

Gänssäger (Mergus merganser) in den Rieselfeldern

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Gänsesäger Pärchen, Weibchen rechts und Männchen links (Foto: Thomas Kepp)

Der Name Gänsesäger erklärt sich zum einen aus der Größe des Vogels, die der einer Brandgans entspricht und schafft eine sprachliche Trennung zu den beiden anderen in Deutschland vorkommenden Sägerarten, dem Mittel- und den Zwergsäger, die entsprechend kleiner sind. Der zweite Bestandteil des Namens weist auf den typischen schlanken Sägerschnabel hin, der am Oberschnabel beidseits 28 und am Unterschnabel 45 spitze Hornzähnchen aufweist (Wember 2005). Die Spitze der oberen Schnabelhälfte ist hakenähnlich nach unten gebogen – ähnlich wie beim Kormoran. Somit kann die Lieblingsnahrung, Fische kleiner 10 cm, bestens geschnappt und gehalten werden.

Gänsesäger sind etwas größer als Stockenten. Weibchen und Männchen haben ein verschiedenartiges Federkleid. Während Weibchen und junge Männchen bis zum zweiten Lebensjahr braune Kopffedern aufweisen, schillern die Kopffedern des erwachsenen Männchens dunkelgrün (Bauer u. Glutz von Blotzheim 1979).

Als Nahrungsraum wählen sie meist störungsarme Buchten an stehenden und größeren fließenden Gewässern. Häufige Störungen sind die Ausübung der Jagd in Gewässernähe sowie das Angeln und weitere menschliche Freizeitaktivitäten an und auf Gewässern. In den Rieselfeldern suchen sie gerne die Inseln des Großen Stauteiches als sicheren Schlafplatz auf.

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Links: Gänsesäger-Männchen, Mitte: Gänsesäger-Weibchen

Der Gänsesäger gilt gemäß der Vogelschutzrichtlinie Art. 4 (2) als besonders geschützte Art (MUNLV 2007). In Nordrhein-Westfalen und somit auch in den Rieselfeldern ist der Gänsesäger sowohl ein regelmäßiger Durchzieher als auch ein Wintergast. In den Rieselfeldern hat die Überwinterung von November bis März/April bereits eine langjährige Tradition (Anthes 2001). Bei zunehmender Kälte flieht er weiter westwärts bis zu den Küstenlandschaften, wo auch in strengen Wintern die Nahrungsgewässer nicht zufrieren. Die Überwinterungsregion reicht von den Küsten Mitteleuropas bis in den Balkan.

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Gänsesäger-Weibchen (Foto: Michael Harengerd)

Mehr als 80% der Gänsesäger brüten in Schweden, Finnland und Russland. Die restlichen Brutpaare finden in den umliegenden Ländern um die Nord- und Ostsee geeignete Bedingungen (Birdlife 2015). Sie sind meist Höhlenbrüter und bevorzugen Baumhöhlen, aber auch andere höhlenartige Behausungen.

Da das Wasser des Großen Stauteiches in den Rieselfeldern das abgeleitete wohltemperierte Klarwasser des Hauptklärwerkes in Münster-Coerde ist, friert dieser in seinem durchströmten zentralen Bereich auch in kalten Wintern nicht ganz zu. Ein idealer Winter-Platz für Fischjäger. Auch die Rieselfeld-Fläche 28A ist thermisch etwas begünstigt, da in ihr eine Quelle austritt. Sie friert daher auch später zu, als die vielen Flachwasserteiche. Neben dem Gänsesäger bevorzugen dies auch andere fischliebende Arten wie zum Beispiel der Haubentaucher. Da nur wenige Flächen in den Rieselfeldern groß und tief genug für einen ausreichenden Fischbestand sind, nutzen die Gänsesäger auch umliegende Gewässer, wie ehemalige Abgrabungsteiche und die Ems, zur Nahrungsaufnahme (Feldmann et al. 2012, 2016).

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Gänsesäger in den Rieselfeldern (Foto: Knut Rickhoff)

Tab. 1: Gänsesägerzahlen aus den Rieselfeldern

2000 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Max. Bestand 01. – 06. 18

(05.02.00)

85

(20.02.10)

112

(10.02.11)

91

(19.02.12)

75

(29.01.13)

53

(01.02.14)

32

(09.02.15)

Max. Bestand 07. – 12. 3

(Dez. 2000)

40

(11.12.10)

21

(23.12.11)

43

(22.12.12)

33

(26.12.13)

22

(30.12.14)

16

(30.12.15)

Quellen Schielzeth (2001) Feldmann et al. 2011 Feldmann et al. 2012 Feldmann et al. 2013 Feldmann et al. 2014 Feldmann et al. 2015 Feldmann et al. 2016

 

Nach Birdlife (2015) nimmt die Population der Gänsesäger eher zu. Allerdings wurden dort Daten bis 2012 berücksichtigt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Trendentwicklung der in den Rieselfeldern überwinternden Gänsesäger ebenfalls positiv. Seit 2012 sind die Gänsesäger-Beobachtungen in den Rieselfeldern rückläufig.

 

Quellen:

Anthes, Nils (2001): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2000.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 4, S. 8 – 32.

Bauer, Kurt M. u. Glutz von Blotzheim, Urs N. (Nachdruck 1979): Handbuch der Vögel Mitteleuropa.-  Band 3. Akademische Verlagsgesellschaft, Wiesbaden.

Birdlife(2015):http://datazone.birdlife.org/userfiles/file/Species/erlob/supplementarypdfs/22680492_mergus_merganser.pdf

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2011): Phänologie der Vögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2010.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 13, S. 6 – 11.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M.  (2012): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2011.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 14, S. 7 – 44.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2013): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2012.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 15, S. 7 – 51.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2014): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2013.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 16, S. 9 – 48.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2015): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2014.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 17, S. 9 – 28.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2016): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2015.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 18, S. 11 – 28.

Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [MUNLV] des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2007): Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen. Vorkommen, Erhaltungszustand, Gefährdungen, Maßnahmen. 257 S., Düsseldorf.

Schielzeth, H. (2001): Rastvögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2000 – eine kommentierte Artenliste.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 4, S. 32 – 52.

Wember, Viktor (2005): Die Namen der Vögel Europas. AULA-Verlag GmbH, Wiebelsheim.

Veranstaltungsprogramm 1. Halbjahr 2017

Wenn Sie oben auf das Wort „Veranstaltungen“ drücken gelangen Sie weiter unten zu einer tabellarischen Übersicht über das Veranstaltungsprogramm des 1. Halbjahres 2017. Wir bieten an: Vogelkundliche Wanderungen, Vogelstimmenführungen und sonstige Naturerlebnisveranstaltungen. Einmal im Monat gibt es eine kostenfreie „Öffentliche Führung“.

Auf Wiedersehen in den Rieselfeldern!

Ein hoffentlich friedvolles neues Jahr wünschen Ihnen die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter der Biologischen Station Rieselfelder Münster!

Blässgänse (Anser albifrons) in den Rieselfeldern

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Rastende Blässgänse ziehen grasend über das Grünland.

Die aus den hohen nordischen Breiten stammenden Blässgänse fallen als erwachsene Wildvögel durch ihre weiße Blässe über dem Schnabel und durch ihre schwarzen Querstreifen auf grauem Grund an der Brust auf. Den jungen/diesjährigen Gänsen fehlen diese besonderen Merkmale noch oder sie sind nur teilweise zu erkennen, da sich diese Merkmale erst im Laufe des ersten Winters ausbilden. Im Gegensatz zu den ähnlichen Graugänsen mit eher fleisch- bzw. rosaroten Beinen haben die deutlich kleineren Blässgänse eher orangerote Beine.

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Blässgänse im Hintergrund, im Vordergrund eine Graugans (unscharf)

Außer sehr seltenen Beobachtungen einzelner Individuen im Sommer sind sie nur im Herbst und Winter (ca. von Ende September bis Ende März) in den Rieselfeldern anzutreffen. Aus ihrem Brutgebiet der sibirischen Tundra kommend, sind sie Wintergäste in gesamt Nordwestdeutschland – überall dort, wo sie Grünlandflächen zur Nahrungssuche und Wasserflächen als sicheren Schlafplatz in räumlicher Kombination finden.

In milden Wintern rastet auch im Münsterland eine größere Zahl an Blässgänsen (Schielzeth 2001). Dominieren kalte Nord- und Ostwindwetterlagen das Winterwetter, ziehen sie in frost- und schneefreie Küstenbereiche (Niederrhein, Niederlande, Belgien u.a.m.) im Westen unseres Kontinentes ab.

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Blässgänsetrupp in den Rieselfeldern

Durch verstärkte Schutzbemühungen haben sich die Gänsebestände in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erholt. Wurden Anfang der 1970er Jahre nur 2.500 Blässgänse  am Niederrhein gezählt, waren es Anfang der 2000er Jahre bereits 160.000 überwinternde Blässgänse (Glader 2001).

In den Rieselfeldern wurden im Jahr 2000 auf dem Durchzug im Frühjahr ca. 1600 überfliegende Blässgänse geschätzt. Die Zahl der in den Rieselfeldern überwinternden Individuen betrug im gleichen Jahr 60 bis 80 Blässgänse (Schielzeth 2001). Im diesjährigen Dezember (2016) wurde die Zahl der regelmäßig abendlich auf die Schlafplätze in den Rieselfeldern einfliegenden Blässgänse auf ca. 1500 geschätzt – ein Wert, der dem Vorjahreswert entspricht. Es hängt von der Witterung ab, ob sie auch längere Zeit hier rasten bzw. überwintern werden. Ihr Status ist daher sowohl „Wintergast“ als auch „regelmäßiger Durchzügler“.

Nicht nur zur Schlafenszeit kann man im Winter Blässgänse in den Rieselfeldern beobachten. Tagsüber grasen sie manchmal auf den größeren Grünlandflächen im Naturerlebnisgebiet. Dann hängt es von der Rücksichtnahme der Besucher ab, wie lange sie dort nach Nahrung suchen. Leider fallen die großen Grünlandbereiche nahe dem Rieselfeldhof oft zur Nahrungssuche aus, da diese zu stark durch freilaufende Hunde in Anspruch genommen werden. Die etwas weniger scheuen Grau- und Kanadagänse können hier regelmäßiger beobachtet werden. Die Gänse steuern zur Nahrungsaufnahme auch umliegende Schutzgebiete mit hohem Grünlandanteil an, wie zum Beispiel die Emsaue und die Brüskenheide.

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Flugbild Blässgänse

Tab. 1: Blässganszahlen aus unseren Jahresberichten

2010 2011 2012 2013 2014 2015
Max. Bestand 01. – 06. 328 (21.02.10) 1840 (06.03.11) 802 (11.03.12) 695 (05.04.13) 670 (27.01.14) 2780   (1) (21.03.15)
Max. Bestand 07. – 12. 443 (12.11.10) 1051 (24.12.11) 520 (02.12.12) 1640 (07.11.13) 1900 (17.12.14) 2660   (1) (30.09.15)
Quellen Feldmann et al. 2011 Feldmann et al. 2012 Feldmann et al. 2013 Feldmann et al. 2014 Feldmann et al. 2015 Feldmann et al. 2016

(1) Bemerkung: Die hohen Zahlen zeigen durchziehende Blässgänse, durchschnittlich wurden im Nov. u. Dez. ca. 1500 Blässgänse gezählt.

 

Quellen:

Glader, H. (2001): Wintergäste – Zugvögel am Niederrhein.- 76 S., Mercator Verlag, Duisburg.

Schielzeth, H. (2001): Rastvögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2000 – eine kommentierte Artenliste.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 4, S. 32 – 52.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2011): Phänologie der Vögel in den Rieselfeldern Münster im Jahr 2010.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 13, S. 6 – 11.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M.  (2012): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2011.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 14, S. 7 – 44.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2013): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2012.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 15, S. 7 – 51.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2014): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2013.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 16, S. 9 – 48.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2015): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2014.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 17, S. 11 – 48.

Feldmann, B., Klein, A. u. Klein, M. (2016): Jahreszeitliches Auftreten ausgewählter Vogelarten in den Rieselfeldern Münster 2015.- in: Jahresber. Biol. Stat. „Rieselfelder Münster“ 18, S. 11 – 28.

Kranichzug

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Es sitzen wohl noch etwas über 30.000 Kraniche in der Diepholzer Moorniederung. Nach den aktuellen Wetterprognosen könnte evtl. Donnerstag  (24.11.2016) wieder ein Kranichzugtag werden. Also Köpfe in den Himmel und Ohren aufgestellt – sofern die Lebenssituation es gerade zuläßt. Das letzte Zugereignis war im Wesentlichen zwischen 10 Uhr und 14:30 Uhr  über Münster zu beobachten.

Einige Tausend Kraniche werden die Chance bereits genutzt haben.

Auch am Freitag scheinen die Witterungsbedingungen für den Zug der Kraniche gut zu werden. Ebenso könnte es am Samstag weiterhin passen, sofern es die morgendlichen Startbedingungen in der Diepholzer Moorniederung zulassen (möglichst kein oder wenig Nebel).

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Nun ist er auch über dem Münsterland zu sehen – der Kranichzug. Schon vor wenigen Wochen gab es bereits einzelne Kraniche über dem Münsterland und einer blieb vor einigen Tagen auch in den Rieselfeldern hängen und kann auf dem Großen Stauteich beobachtet werden. Bisher zogen die Kraniche jedoch im äußersten Osten NRWs an der Westfälischen Bucht vorbei über Sauerland und Siegerland und Hessen weiter nach Frankreich. Nächste Halteplätze könnten der Lac du Der-Chantecoq im Nordosten und der Landes de Gascogne im Südwesten Frankreichs sein. Bei Reisegeschwindigkeiten zwischen 45 und 65 km/h sind die Kraniche in der Lage an einem Tag mehrere hundert Kilometer zurückzulegen. Maximale Zugstrecken von 1000 km sind aus Projekten mit besenderten Kranichen bekannt.

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Kranichrast in der Diepholzer Moorniederung: abgeerntete Maisfelder sind eine willkommene Nahrungsquelle

Seit gestern, aber vor allem heute am Mittwoch den 9. November gibt es große Zugbewegungen über dem Münsterland. Und dies wird in den nächsten Tagen auch noch eine Fortsetzung finden, sofern die Witterung passt. Kraniche lieben auf ihrem Zug Rückenwind, das heißt beim Herbstzug Winde aus nördlichen bis östlichen Winden und trockenes Wetter – aber auch die Kraniche können es sich nicht immer aussuchen.  Seit Oktober sammelten sich tausende Kraniche in der Diepholzer Moorniederung, nördlich des Teutoburger Waldes. Die Kranichzählungen des BUND Diepholzer Moorniederung ( http://www.bund-dhm.de/01_htm/204_aktuell.htm) ergaben fast 30 000 Kraniche für Anfang Oktober. Die Rastbestände schwollen bis zum vergangenen Wochenende auf ca. 83 000 Kraniche an.

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Kranichrast in der Diepholzer Moorniederung, Datum 08.11.2014. Damals betrug die maximale Zahl rastenderKraniche 110 000.

Mittlerweile wird es Zeit für die Kraniche aufzubrechen und so nutzen sie jede Möglichkeit bei trockenem Wetter in den Morgenstunden Richtung Süden und Südwesten zu starten.

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Massenstart in der Diepholzer Moorniederung, allerdings nur auf dem Weg zum Schlafplatz am 08.11.2014. Die Zugunruhe war deutlich zu spüren. Amfolgenden Tag, den 09.11.2014 wurden auch viele Züge über Münster und dem Münsterland gesehen.

 

Da sie keine vier Tage Vorhersage kennen und auch die Großwetterlage nicht auf dem Radarschirm sehen, kann es durchaus vorkommen, dass sie zwar zunächst in der Diepholzer Moornierderung bei günstigen Bedingungen starten aber bereits über dem Münsterland erkennen müssen, dass das Wetter schlechter wird und folglich zum Teil auch wieder umkehren.

So sind auch die heutigen Beobachtungen über Münster zu werten. Tausende Kraniche zogen in Richtung Südwesten, jedoch gab es auch vielfach Beobachtung des Umkehrzuges in Richtung Norden bzw. Nordosten verbunden mit Übernachtungen an unüblichen Schlafplätzen.

Die nächsten Tage versprechen noch lebhaftes Zuggeschehen. Die Wetterprognosen sind zur Zeit für den Freitag und Samstag besonders günstig.

Quellen und weitere Informationen:

http://www.kraniche.de

http://www.bund-dhm.de/01_htm/200_kraniche.htm

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/kranich/14589.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Kranich

Arno-Schmidt-Lesungen in den Rieselfeldern

An der Einfahrt zum Rieselfeldhof haben wir ein Schild stehen, dass der Rieselfeldhof ein Ort für Natur, Kultur und Geschichte ist. So haben wir in der Vergangenheit auch schon Ausstellungen in dem Seminargebäude oder Skulpturen in der Außenausstellung zeigen können.

Dieses mal wird nun das Rieselwärterhäuschen am Infopunkt 3 Ort für kulturelles Geschehen sein:

DAS ARNO SCHMIDT PROJEKT
Lesungen, Ausstellungen, Vorträge


18. August – 18. September 2016

Mein Credo: Flachland und Nachschlagewerke. Arno Schmidt

Der Schriftsteller Arno Schmidt (1914-1979) war ein früher Radiomann. Mit seinen Funk=Essays, die er für das Radio schrieb, verdiente er sich zeitweise seinen Lebensunterhalt. Der Schauspieler Carsten Bender und der Historiker Thomas Kleinknecht haben ein polyphones Leseprogramm in neun Stationen zusammengestellt, bestehend aus Ausschnitten früher Romane, fiktiver Briefe, Materialien für eine Biografie und besagten Funk=Essays: Eine „Sender-Suche“ mittels Verlautung! Mittels bildnerischer Assoziationen nähert sich die Künstlerin Gertrud Neuhaus dem Autor als Sammler von Alltagsrealitäten.

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copyright: Gertrud Neuhaus

Der Schriftsteller Arno Schmidt war auch ein leidenschaftlicher Fotograf. Ab 1958 bis zu seinem Tod lebte er mit seiner Frau Alice in dem Dorf Bargfeld in der Südheide. Auf seinen täglichen Spaziergängen fotografierte er die Heide-Landschaft. Seine Naturverbundenheit spiegelt sich aber nicht nur darin, sondern auch in der literarischen Umsetzung seiner auf zahlreichen Spaziergängen gesammelten Eindrücke: 1000 dieser Gänge verdichten sich so zu einer einzigen kaleidoskopischen Wegbeschreibung. Ein ähnlicher lokaler Kontext findet sich in Münsters Norden: das Rieselwärterhäuschen im Flurbezirk Gelmer-Heide der Rieselfelder: Flachland!

Der Projektzeitraum ist so gewählt, dass die Vögel in den Rieselfeldern nicht in ihrer Brut beeinträchtigt werden. Nutzen Sie den Zeitraum für eine Wochenend-Radtour durchs Vogelreservat kombiniert mit Literatur zum Hören und Kunst zum Sehen.

 

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copyright:Arno Schmidt Stiftung, Arno Schmidt in der Lausitz auf einer Wiese sitzend.

 

Zweiter Lese- und Ausstellungsort ist die Kulturetage der Stadtbücherei Münster: Nachschlagewerke!

Lesungen
Mundus in Voce
auch
Arno Schmidt’s alternative Zeitgeschichte aus dem Geist der Phonetik
Eine dialogische Lesung in neun Stationen:
Aus frühen Werken Arno Schmidt’s
durch Carsten Bender und Thomas Kleinknecht
Alle neun Abschnitte des Leseprogramms sind auch einzeln hörbar.

Ausstellungen
beiläufige Nudeln

Komposition aus Alltagsdingen und Objekten
zur Biografie, Persönlichkeit und Arbeitsweise Arno Schmidts
von Gertrud Neuhaus  www.gertrudneuhaus.de
im Rieselwärterhäuschen während der Lesungen
in der Stadtbücherei zu den Öffnungszeiten

Premiere und Vernissage Donnerstag, 18. August 2016, 17 Uhr,
Lesungen am Premierentag auch stationsweise zur vollen Stunde 11-16 Uhr
Kulturetage der Stadtbücherei Münster, Alter Steinweg 11, 48143 Münster
Weitere Lesungen dienstags und donnerstags um 17 Uhr

Lesungen am Rieselwärterhäuschen
bei gutem Wetter* – samstags und sonntags von 14 – 17 Uhr
Rieselwärterhäuschen in den Rieselfeldern,
nahe Gaststätte Heidekrug, Coermühle 100, 48157 Münster
Anreise unter:  http://wp.biostation-muenster.org/anreise . Von der Gaststätte Heidekrug aus orientieren Sie sich bitte Richtung Infopunkt 3.

-Extra-Lesung am Rieselwärterhäuschen-
Thomas Thieme liest Einar Schleefs Erzählung „Herr Kowalski“ – ein moderner Schreckensmann?
Sonntag, 11. September 2016, zwischen 14 und 17 Uhr (genaue Zeit folgt*)

© Leserechte für die Erzählung von Einar Schleef mit freundlicher Genehmigung des Suhrkamp Verlags.

Arno-Schmidt-Vorträge
In der Kulturetage der Stadtbücherei Münster werden zusätzlich Kurz-Vorträge zu ausgewählten Themen zu hören sein.*

 DER EINTRITT ZU ALLEN VERANSTALTUNGEN IST FREI.

*Wegen des Wetters und aktualisierter Informationen (besonders hinsichtlich des Vortragsprogramms) achten Sie bitte auf die Ankündigungen unter:
www.carsten-bender.de/arnoschmidt

Eine Produktion von Gloster! Theaterproduktionen
Gefördert von Kulturamt der Stadt Münster
Unterstützt von Biologische Station in den Rieselfeldern, Stadtbücherei Münster, Arno Schmidt Stiftung Bargfeld

Herzlichen Dank an Peter Eisenberg, Walter Gödden, Jörg Kersten, Erika Knop, Stephan Krass, Birgit Mazassek, Helga Pape, Bernd Rauschenbach, Günter Rohkämper-Hegel, Biologische Station Rieselfelder Münster, Christoph Spieker, Benedikt Surmund, Thomas Thieme und Wolfgang Türk.

© Leserechte für die Werke von Arno Schmidt mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main.